ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell

[E1-SBM-3.19a] [E1-SBM-3 AR 6] OMV bewertet seine langfristige Resilienz in einem 1,5-Grad-Dekarbonisierungsszenario für die drei Geschäftsbereiche Energy, Fuels und Chemicals. Da Borealis voraussichtlich im Jahr 2026 entkonsolidiert und Teil von Borouge Group International (BGI) wird, ist das Unternehmen von den Analysen der Strategie und des Geschäftsmodells ausgeschlossen. Die Analysen werden im Hinblick auf das wesentliche Übergangsrisiko im Zusammenhang mit der Umsetzung der OMV Strategie 2030 durchgeführt. Die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette von OMV wird implizit durch die Rohstoffpreise für Einsatzstoffe und Produkte berücksichtigt, darunter das wesentliche Übergangsrisiko höherer Kosten infolge regulatorischer Änderungen in der Wertschöpfungskette. Dieses wesentliche Risiko wird auch im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) von OMV explizit berücksichtigt (siehe Managementbericht: Risikomanagement). Die langfristige Resilienz der OMV Anlagen wird durch physische Klimarisiken wie Überschwemmungen oder extreme Hitze nicht beeinträchtigt. Diese Risiken wurden aufgrund der Ergebnisse der physischen Klimarisikobewertung durch OMV als nicht wesentlich eingestuft (siehe ESRS 2: Physische Risiken).

Szenarien

[E1-SBM-3 AR 7a] Die Entwicklung der Strategie und des Geschäftsmodells von OMV, einschließlich der Analyse seiner Resilienz, basiert auf verschiedenen Szenarien des zukünftigen Marktumfelds. Diese Szenarien beruhen auf Veränderungen der Nachfrage und des Angebots im Einklang mit den Szenarien der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie auf Preisannahmen, die auf anderen externen und internen Marktanalysen basieren. Das OMV Basisszenario geht vom Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA aus, dem ein Temperaturanstieg von 2,4°C bis 2100 zugrunde liegt (50% Wahrscheinlichkeit). Das OMV APS Szenario basiert analog auf dem Announced Pledges Scenario (APS) der IEA. Das „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Szenario (OMV NZE) basiert auf Preisen im Einklang mit dem Szenario Net Zero Emissions by 2050 (NZE) der IEA. APS entspricht dabei einem Temperaturanstieg von 1,7°C und NZE einem Anstieg von 1,5°C. Einzelheiten zu unseren Marktprognosen und den zugrunde liegenden Trends und Annahmen finden Sie im Abschnitt Managementbericht: Marktumfeld, in Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende sowie im World Energy Outlook 2024 der IEA.

Methode

[E1-SBM-3.19b] Die langfristige Resilienzanalyse von OMV umfasst drei Komponenten: Analyse (1) der bestehenden Anlagen des Unternehmens, (2) der anstehenden Investitionen sowie (3) der Strategie und des Geschäftsmodells. Einzelheiten zu den ersten beiden Komponenten finden Sie im Einklang mit IFRS-Anforderungen in Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.

Die dritte Komponente umfasst die Resilienzanalyse der OMV Strategie in seinen drei Geschäftsbereichen unter Berücksichtigung zukünftiger Anlagen. [E1-SBM-3 AR 7c] Der erste Schritt dieser Analyse war die Bewertung der betrieblichen (einschließlich Produktverkäufe) und finanziellen Performance der bestehenden und potenziellen zukünftigen Anlagen von OMV. Dabei wurde auf einer Erweiterung der Leitprinzipien der OMV Strategie 2030 aufgebaut. Die beiden in diesem Zusammenhang berücksichtigten Szenarien waren das OMV Basisszenario und OMV APS (siehe Kasten „Szenarien“). Um die Resilienz zu ermitteln, wurde dieses zukünftige Portfolio mit den Preisen gemäß OMV NZE bewertet: Ausgehend vom OMV Basisszenario wurden die SensitivitätenHinweis: Die für die Resilienzanalyse der Strategie verwendeten Sensitivitäten unterscheiden sich von jenen für die bestehenden Anlagen des Unternehmens, da sie auf dem zukünftigen Portfolio von OMV basieren. Weiters mussten aufgrund des Zeitpunkts der Analyse die Sensitivitätsberechnungen aus dem Vorjahr als Ausgangspunkt herangezogen werden. der wichtigsten Marktpreise, darunter Öl- und Gaspreise, berechnet und angewendet. Für jedes Segment wurden der Cashflow aus der Betriebstätigkeit und der freie Cashflow ermittelt und mit dem OMV Basisszenario verglichen. In einem zweiten Schritt überprüfte OMV die Annahme, die prognostizierten Verkaufsmengen des Basisszenarios auch im OMV NZE-Szenario aufrechterhalten zu können. Die Bewertung der Resilienz umfasst keine Maßnahmen zur Risikominderung als Reaktion auf das Ergebnis dieser Analyse, wie Änderungen in der Produktion, Investitionen oder Veräußerungen. [E1-SBM-3 AR 7b] In Übereinstimmung mit den OMV Klimazielen bis 2040 sowie dem Prozess für das Management von Nachhaltigkeitsauswirkungen und -risiken erstreckt sich die Analyse über den Zeitraum von 2026 bis 2040. [E1-SBM-3.19b] Die Analyse wurde im September 2025 abgeschlossen.

Ergebnisse

[E1-SBM-3.19c] Die Resilienzanalyse der OMV Strategie und des Geschäftsmodells hat gezeigt, dass OMV in der Lage ist, seine Strategie 2030 umzusetzen. Sie bestätigte die erwartete Resilienz des zukünftigen Portfolios von OMV im OMV NZE Szenario mit einem positiven Cashflow aus der Betriebstätigkeit und einem positiven freien Cashflow in allen drei Geschäftsbereichen im Zeitraum von 2026 bis 2040. [E1-SBM-3 AR 8a] Einzelheiten zu den Unsicherheiten hinsichtlich der Annahmen finden Sie in Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.

Aufrechterhaltung eines wettbewerbsfähigen Geschäfts

[E1-SBM-3 AR 8a, AR 8b] Diese Ergebnisse bestätigen die Robustheit der OMV Strategie 2030. Die Anpassungsfähigkeit wird durch die Einbeziehung regelmäßiger Szenarioanalysen in Planungsprozesse wie der jährlichen Mittelfristplanung gewährleistet. Dies ermöglicht es OMV, seine strategischen Prioritäten an neue regulatorische, technologische und marktwirtschaftliche Bedingungen anzupassen. Die drei Geschäftsbereiche von OMV sind von zentraler Bedeutung für die Weiterentwicklung seines Produktportfolios im Einklang mit den Dekarbonisierungshebeln des Unternehmens, die in allen Segmenten durch erhebliche Investitionen in nachhaltige Maßnahmen unterstützt werden (siehe Investitionen zur Unterstützung des Übergangsplans). Die Dekarbonisierungsambitionen von OMV machen sich die vorhandenen Fähigkeiten der Arbeitskräfte zunutze, um CO2-arme Lösungen zu entwickeln. So wird beispielsweise das Fachwissen in der Exploration und Produktion bei der Erschließung von Geothermie genutzt. Darüber hinaus werden die wichtigsten Anlagen wie die Raffinerien von OMV aufgerüstet, um der künftigen Nachfrage nach nachhaltigen Produkten gerecht zu werden. Ein Beispiel dafür ist ReOil® (Einzelheiten siehe Managementbericht: Innovation und Technologie). Die strategischen und klimapolitischen Ziele von OMV werden durch den Finanzierungsrahmen unterstützt. Dieser zielt darauf ab, eine starke Bilanz zu sichern und ein solides Investment-Grade-Rating zu erreichen. OMV bemüht sich um eine breite Diversifizierung der Anlegerbasis und Finanzierungsquellen und prüft laufend ESG-konforme Finanzierungsoptionen, um den Zugang zu Finanzierungen und liquiden Mitteln zu attraktiven Konditionen entsprechend den Marktentwicklungen sicherzustellen. Durch die Nutzung des diversifizierten Portfolios und das Vorantreiben der Dekarbonisierung ist OMV gut aufgestellt, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen und seine Wettbewerbsfähigkeit bis 2040 aufrechtzuerhalten.

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