Der Geschäftsbereich Fuels raffiniert Rohöl und andere Rohstoffe. Die Aktivitäten umfassen die Bereiche Refining, Supply & Trading, Commercial und Retail. OMV verfügt über eine Raffineriekapazität von insgesamt rund 500 kbbl/d, mit drei eigenen Raffinerien in Europa und einer 15%igen Beteiligung an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading. In Europa sind die Raffinerieaktivitäten in hohem Maße mit dem Bereich Marketing integriert, um ein starkes Marken-Retail-Netz und eine breite Basis von gewerblichen Kund:innen zu bedienen. Kraftstoffe und andere Verkaufsmengen in Europa beliefen sich im Jahr 2025 auf 16,39 Mio t. Für rund 35% des Verkaufsvolumens war das starke Marken-Retail-Netz mit 1.708 Tankstellen verantwortlich, während das restliche vermarktete Volumen auf gewerbliche Kund:innen entfiel, die hauptsächlich aus dem Bereich Straßen- und Lufttransport und der Baubranche kommen.
Raffinerien inklusive Produktbeschaffung und -verkauf
Die europäischen Raffinerien der OMV erreichten im Jahr 2025 eine Auslastung von 89%. Dies ist hauptsächlich auf Wartungsarbeiten in der Raffinerie Burghausen zurückzuführen, die im März die Rohöldestillationsanlage und im Oktober und November die Kokerei betrafen. Maßgeblichen Einfluss auf den Auslastungsgrad hatte auch ein Stillstand aufgrund von Reinigungsarbeiten in der Raffinerie Petrobrazi im Mai. Trotz dieses herausfordernden wirtschaftlichen und operativen Umfelds konnte OMV seine B2B-Kund:innen zuverlässig beliefern und mit hohen Umsätzen im Commercial-Geschäft im Jahr 2025 ein hervorragendes Geschäftsergebnis erzielen. Um aktiven Marktentwicklungen und -erschließungen Rechnung zu tragen, erweiterte OMV sein Angebot an Produkten und Dienstleistungen im Commercial-Bereich und trieb die Transformation des Unternehmens mit wertschöpfenden und nachhaltigeren Lösungen voran. Mehr zur Entwicklung der Raffinerie-Referenzmarge Europa finden Sie im Abschnitt Wirtschaftliches Umfeld.
OMV setzte seine profitable Expansion im Geschäft mit Flugkraftstoffen fort. Dabei erfüllte das Unternehmen die SAF-Vorgaben der EU durch eine wirksame Beschaffungsstrategie sowie strategische Investitionen in hochmoderne Mischanlagen in der Raffinerie Schwechat in Österreich und der Raffinerie Burghausen in Deutschland. Darüber hinaus setzt sich OMV weiter dafür ein, die Einführung von SAF über die regulatorischen Anforderungen hinaus zu beschleunigen, damit auch die Kund:innen ihre Nachhaltigkeitsziele schneller erreichen können. Ein Beispiel hierfür ist das innovative Modell zur Bündelung der Nachfrage, das in Zusammenarbeit mit Airbus entwickelt und umgesetzt wurde. Damit setzt OMV wichtige Schritte zur Entwicklung des europäischen SAF-Markts. Mit dem Bau der ersten großtechnischen Anlage von OMV zur Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen und Chemikalien wurde im Februar 2025 in der Raffinerie Petrobrazi in Rumänien begonnen. Mehr zu unserem Geschäft mit nachhaltigen Kraftstoffen finden Sie im Abschnitt Innovation und Technologie.
OMV konzentriert sich zudem weiterhin verstärkt auf die Verbesserung seines Produkt- und Serviceangebots für den gewerblichen Straßengüterverkehr. Dazu erweitert das Unternehmen sein umfassendes Mobilitätsangebot um nachhaltige Lösungen wie HVO100-Kraftstoff und errichtet E-Ladestationen sowie erste B2B-Depots für elektrisch betriebene Lkw. Customer Excellence bleibt dabei eine Priorität. Dies zeigt sich auch an unserem hervorragenden Net Promoter Score von +76 im Jahr 2025, der ganz klar signalisiert, wie sehr wir uns für kontinuierliche Verbesserungen und langfristige Partnerschaften einsetzen.
ADNOC Refining und ADNOC Global Trading
Neben den Hauptanteilseignerinnen ADNOC (65%) und Eni (20%) ist OMV (15%) ein strategischer Partner von ADNOC Refining, das den viertgrößten Raffineriekomplex der Welt mit integriertem Petrochemiegeschäft betreibt.
Im Jahr 2025 verbesserte ADNOC Refining die Zuverlässigkeit seiner Anlagen und erreichte einen hohen Auslastungsgrad ohne längere ungeplante Stillstände. In der zweiten Jahreshälfte profitierte ADNOC Refining zudem von einem günstigen Margenumfeld. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 musste hingegen ein Rückgang des Geschäfts verzeichnet werden, was jedoch den globalen Markttrends entsprach. ADNOC Refining konzentrierte sich auf die fortlaufende Optimierung und stellte seine Rohölbeschaffung mit dem Projekt Crude Flexibility erfolgreich um. Da nun die Verarbeitung einer breiteren Palette von Rohstoffen möglich ist, kann ADNOC Refining das volle Potenzial des Raffineriekomplexes und seines Produktportfolios ausschöpfen.
ADNOC Global Trading (AGT) hat die gleiche Eigentümerstruktur wie ADNOC Refining. AGT handelt den Großteil des Exportvolumens der Produkte von ADNOC Refining und beschafft ausländische Rohöle, Kondensate und andere Flüssigprodukte für die Verarbeitung in der Raffinerie. In Zusammenarbeit mit ADNOC verschafft AGT durch kontinuierliche Optimierung der Handelsströme ADNOC Refining Zugang zu wettbewerbsfähigen internationalen Rohstoffquellen. AGT erzielte 2025 erneut eine sehr gute Performance und baute sein Handelsportfolio ebenso aus wie seine geografische Reichweite. Die Eröffnung einer neuen Niederlassung in Genf stärkt nun die bereits durch den Standort in Singapur gesicherte internationale Präsenz.
Retail
Das Retail-Geschäft erzielte im Jahr 2025 ein starkes Ergebnis und erwies sich einmal mehr als stabiler Abnehmer für Raffinerieerzeugnisse sowie als robuster Cash-Generator. Die Gesamtverkaufsmenge belief sich auf 5,7 Mio t, was in etwa 7 Mrd l entspricht. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete das anhaltende Wachstum im Tankkartengeschäft. Darüber hinaus profitierte OMV von den 2024 erfolgten Übernahmen des auf den Lkw-Verkehr ausgerichteten AP-Netzes in Österreich und des B2C-Netzes von BENZINOL in der Slowakei. Zum Jahresende umfasste das Netzwerk 1.708 Tankstellen (2024: 1.702).
Die Einführung des neuen Logos des OMV Konzerns wurde erfolgreich auf alle Länder ausgeweitet und führte zum Rebranding von knapp 30% der Tankstellen der Marke OMV (285 Tankstellen). Davon ausgenommen war lediglich Moldau, wo ausschließlich Tankstellen der Marke Petrom betrieben werden.
OMV profitierte in einem schwierigen Preisumfeld besonders von seiner bewährten Mehrmarkenstrategie. Die Marke OMV ist als Premiummarke positioniert und steht mit VIVA für ein starkes Shop-, Gastronomie- und Serviceangebot, während die Automatentankstellenmarke Avanti in Österreich und die Marke Petrom in Rumänien preissensible Kundengruppen bedienen. Der Absatz von Kraftstoffen der OMV Premiummarke MaxxMotion legte neuerlich stark zu und trug als margenstarkes Produkt zum Retail-Gesamtergebnis bei.
Darüber hinaus konzentrierte sich OMV auf das B2B-Geschäft und den gewerblichen Straßengüterverkehr (Commercial Road Transport; CRT). Das Unternehmen setzte eine explizit kundenorientierte Strategie um und erweiterte das Netz der auf das CRT-Geschäft spezialisierten Verkaufsstellen unter der Marke AP in Österreich und Ungarn. Das Non-Fuel-Geschäft übertraf die Zahlen des Jahres 2024 und verzeichnete in allen Segmenten – Shop, Gastronomie und Autowäsche – erhebliches Wachstum. Bei den treuen Kund:innen war ein deutlicher Zuwachs bei MaxxMotion, beim Kraftstoffverbrauch und beim Umsatz im Non-Fuel-Geschäft zu beobachten. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten das OMV Treueprogramm sowie gezielte Cross- und Upselling-Aktivitäten über die OMV MyStation App.
Als integrierter eMobility-Anbieter in Österreich, Ungarn, Rumänien und der Slowakei setzt OMV seine Initiativen im Bereich der Elektromobilität erfolgreich fort. So fiel zum Beispiel im September 2025 die finale Investitionsentscheidung für den Aufbau eines Hochleistungsladenetzes in der Tschechischen Republik gemeinsam mit PRE, einem der führenden Unternehmen für Ladelösungen des Landes. OMV hat auch die ersten Ladestationen in Bulgarien in Betrieb genommen. Per Ende 2025 belief sich die Zahl der von OMV betriebenen Hochleistungsladepunkte auf 1.689 (2024: 804).