Dieser Abschnitt bietet einen Überblick der (wichtigsten) Maßnahmen, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, sowie der geplanten künftigen Maßnahmen zur Adressierung unserer Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Die Emissionsreduktion sowie nachhaltige Energielösungen spielen eine wichtige Rolle auf unserem Weg, ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Um die für E1 Klimawandel identifizierten Auswirkungen und Risiken zu verhindern bzw. gegebenenfalls zu mindern, hat OMV die folgenden wichtigsten Maßnahmen[MDR-A 69b] Als wichtigste Maßnahmen gelten jene, deren Umsetzung Investitionsausgaben (CAPEX) von mindestens EUR 5 Mio erfordern. Im Jahr 2025 wurde der Planungshorizont von fünf auf drei Jahre verkürzt, was zu niedrigeren zukunftsorientierten CAPEX im Vergleich zur Nachhaltigkeitserklärung 2024 führt. Die CAPEX umfassen Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inkl. IFRS 16 Nutzungsrechte) und Ausgaben für Akquisitionen sowie at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen für vordefinierte CAPEX-Kategorien, die mit nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Nicht in den CAPEX-Zahlen enthalten sind Rekultivierungsvermögen, staatliche Zuschüsse, Fremdkapitalkosten, Zugänge zu veräußerten Vermögenswerten (unter bestimmten Bedingungen) und andere Zugänge, die per Definition nicht als Investitionsausgaben gelten. Im Rahmen der geltenden Rechnungslegungsvorschriften werden Ausgaben, die während der Projektdurchführung anfallen, in der Regel aktiviert und sind daher in den CAPEX-Zahlen enthalten. OPEX-Zahlen im Zusammenhang mit den wichtigsten Maßnahmen werden aufgrund der derzeit begrenzten Datenverfügbarkeit nicht ausgewiesen und können in künftige Berichte aufgrund neuer Berichterstattungsverfahren aufgenommen werden. Die Zahlen wurden nicht von externen Stellen validiert. Für E1 Klimawandel beziehen sich die wichtigsten Maßnahmen in erster Linie auf Aktivitäten in Europa, die meisten davon in Österreich, Belgien, Deutschland und Rumänien. Aufgrund des Schwellenwerts von mindestens EUR 5 Mio pro Maßnahme entsprechen die angegebenen CAPEX-Zahlen nicht den Gesamt-CAPEX von OMV für Klimaschutzmaßnahmen. festgelegt, die unter jedem ermittelten Dekarbonisierungshebel in der Tabelle mit den wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst sind. Durch die Steigerung der Verkäufe CO2-freier Produkte, die zunehmende Nutzung nachhaltiger (erneuerbarer und recycelter) Einsatzstoffe, die Investition in CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (Carbon Capture, Utilization and Storage; CCU/S) und die Verbesserung unserer Betriebseffizienz begegnen wir den negativen Auswirkungen der THG-Emissionen, die durch unsere Geschäftstätigkeit und die von uns verkauften Produkte verursacht werden. Diese Anstrengungen tragen dazu bei, die hohen Emissionen und den erheblichen Energieverbrauch durch die Fortführung von Standorten und Geschäftsaktivitäten entsprechend dem derzeitigen Geschäftsmodell zu senken. Dies trägt im Sinne der Energiewende positiv zur Reduktion der THG-Emissionen bei und unterstützt den Übergang der Gesellschaft von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft durch ein diversifiziertes Angebot an Produkten mit geringerem CO2-Fußabdruck sowie durch die schrittweise Abkehr von fossilen Brennstoffen im Hinblick auf unser Netto-Null-Ziel bis 2050. Innovationen sind dabei ein wichtiges Element bei der Umsetzung der OMV Strategie 2030 und entscheidend für die Transformation der Wertschöpfungskette von einem linearen zu einem kreislauforientierten Modell. OMV sucht immer nach innovativen Lösungen, um das operative Geschäft zu optimieren, Geschäftsmöglichkeiten auszuloten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, damit OMV als Unternehmen nachhaltiger wird.
Dekarbonisierungshebel |
Wichtigste Maßnahmen (Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen, deren Implementierung CAPEX von |
Status |
Erwartetes Ergebnis |
Beitrag zu Vorgabe1/ |
Umfang |
Zeithorizont |
Abhilfe |
Fortschritt |
CAPEX 2025 |
CAPEX 2026–20282 |
Relevante IROs |
Erzielte THG-Reduktion, Mio t CO2e (2025 vs. Basisjahr 2019) |
Geplante THG-Reduktion, Mio t CO2e (2030 vs. Basisjahr 2019) |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
EUR Mrd |
|
|
|
|||||
Verbesserung der Betriebseffizienz |
Energieeffizienzprogramme |
Tatsächlich und geplant |
Senkung des Energieverbrauchs und Verbesserung der Energieeffizienz von Betriebsprozessen. Energieeffizienz bedeutet geringere THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2. |
Strategisches Ziel für 2030, Beitrag zum Scope-1- und Scope-2-Reduktionsziel und zum Ziel der Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung |
Eigene Tätigkeiten |
Kurz- bis mittelfristig |
n.a. |
Bewertung, Ausführung |
0,1 |
2,6 |
IRO-E1-CC1, IRO-E1-CC3, IRO-E1-CC5 |
1,4 |
1,9 |
||||
Sonstige Reduktionen in Scope 1 und Scope 2 |
Tatsächlich und geplant |
Die Verbesserung der Betriebseffizienz bedeutet geringere THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2. |
Mittelfristig |
Bewertung, Ausführung |
|||||||||||||
Stromerzeugung aus Photovoltaik, Windkraft und Abwärme aus Abfall |
Tatsächlich und geplant |
Verringerung der Emissionen in Scope 1 und Scope 2 durch Produktion und Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen. Die Verbesserung der Betriebseffizienz bedeutet geringere THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2. |
Mittelfristig |
Bewertung, Ausführung |
|||||||||||||
Steigerung der Verkäufe CO2-freier Produkte |
Stromerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft, Erzeugung von Wärme/ |
Tatsächlich und geplant |
Steigerung der Verkäufe CO2-freier Energie als Beitrag zur Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung |
Trägt zu den strategischen Zielen von OMV bei, selektive Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien voranzutreiben und Chancen im Bereich der nachhaltigen Mobilität zu nutzen; Beitrag zum Scope-3-Reduktionsziel, den Absatz von fossilen Brennstoffen zu ersetzen, und zum Ziel der Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung |
Eigene Tätigkeiten |
Kurz- bis mittelfristig |
n.a. |
Bewertung, Ausführung, Fertigstellung |
0,4 |
IRO-E1-CC1, IRO-E1-CC3, IRO-E1-CC5 |
Keine absoluten THG-Auswirkungen, aber Beitrag zur Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung |
||||||
Aktivitäten im Bereich der Geothermie |
Tatsächlich und geplant |
Mittelfristig |
Bewertung, Ausführung |
||||||||||||||
Infrastruktur für CO2-armen Verkehr |
Tatsächlich |
Steigerung der Verkäufe biobasierter CO2-freier Energie als Beitrag zur Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung |
Kurz- bis mittelfristig |
Ausführung |
|||||||||||||
Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen |
Tatsächlich |
Mittelfristig |
Ausführung |
||||||||||||||
Nachhaltige Kraftstoffe und Einsatzstoffe, E-Kraftstoffe |
Tatsächlich und geplant |
Steigerung der Verkäufe CO2-freier Produkte |
Kurz- bis mittelfristig |
Bewertung, Ausführung, Fertigstellung |
|||||||||||||
Herstellung von Wasserstoff |
Tatsächlich |
Kurzfristig |
Fertigstellung |
||||||||||||||
CCS/CCU |
Carbon Capture and Storage (CCS) |
Geplant |
Verringerung der in die Atmosphäre freigesetzten CO2-Emissionen durch unterirdische Speicherung in geologischen Formationen. Dieser Prozess unterstützt die Eindämmung des Klimawandels, da er verhindert, dass große Mengen CO2 zur globalen Erwärmung beitragen. |
Beitrag zum Scope-1- und Scope-2-Reduktionsziel, zum Scope 3-Reduktionsziel und zum Ziel der Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung – nach 2030 |
Eigene Tätigkeiten |
Mittelfristig |
n.a. |
Bewertung |
0,4 |
IRO-E1-CC1, IRO-E1-CC3, IRO-E1-CC5 |
Beitrag nach 2030 |
||||||
|
|||||||||||||||||
Die in der obigen Tabelle aufgelisteten wichtigsten Maßnahmen bauen auf dem vorhandenen Know-how von OMV sowie den neuesten verfügbaren Technologien auf, die für die Umsetzung der OMV Strategie 2030 und die Erreichung seiner THG-Emissionsreduktionsziele von zentraler Bedeutung sind.
Im Jahr 2025 erforderte die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen im Zusammenhang mit E1 Klimawandel CAPEX von EUR 0,5 Mrd. Die Gesamt-CAPEX von OMV und ihre Überleitung zu den in der Cashflow-Rechnung ausgewiesenen Investitionen finden Sie im Lagebericht: Investitionsausgaben (CAPEX) und im Konzernabschluss: Konzern-Cashflow-Rechnung. Von den Gesamt-CAPEX 2025 für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen sind 68% taxonomiekonform. Von den insgesamt geplanten CAPEX für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen im Zeitraum 2026 bis 2028 werden voraussichtlich 78% taxonomiekonform und Teil des CAPEX-Plans gemäß EU-Taxonomie sein. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt EU-Taxonomie – CAPEX-Plan.
OMV ist bestrebt, seine langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund prüft OMV die Möglichkeiten nachhaltiger Finanzierungen und nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele gekoppelt sind. Ein erster Schritt in Richtung nachhaltige Finanzierung wurde 2021 mit einem grünen Darlehen für die ReOil®-2000-Anlage für chemisches Recycling in Schwechat (Österreich) gemacht. Dieses Darlehen wurde in Einklang mit den Green Loan Principles gewährt und basiert auf einem projektspezifischen Rahmen für grüne Finanzierungen und einer Second Party Opinion. Für die Durchführung der anderen in der oben stehenden Tabelle aufgeführten wichtigsten Maßnahmen steht derzeit kein nachhaltiges Finanzinstrument zur Verfügung.
OMV verfügt über eine solide Liquidität (rund EUR 4,4 Mrd per Ende Q3/25). Darüber hinaus stützt sich OMV in der Regel auf Fremdkapitalmärkte als Hauptfinanzierungsquelle, da diese effizient und liquide sind und lange bzw. längere Laufzeiten bieten. OMV strebt eine breite Diversifizierung seiner Anlegerbasis und seiner Finanzierungsquellen an und möchte ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil seiner Verbindlichkeiten beibehalten. OMV ist um effiziente Finanzierung bemüht und stellt gleichzeitig sicher, dass die Finanzierungsmaßnahmen das Investment-Grade-Rating des Unternehmens und den langfristigen Ziel-Leverage-Grad (16% per Ende Q3/25) unterstützen. Außerdem verfügt OMV über zugesagte und nicht zugesagte Kreditlinien, um kurzfristige Cashflow-Schwankungen abzufedern. Ergänzt wird die Palette der Finanzierungsinstrumente durch Strukturen, die es dem Unternehmen ermöglichen, das Working Capital zu optimieren. Die Finanzierung des künftigen Wachstums und des Transformationsprozesses wird im Wesentlichen auf einer Mischung aus operativem Cashflow, Beiträgen aus weiteren Kostenoptimierungen und Veräußerungen basieren. Jegliche zusätzliche Finanzierung kann mithilfe der oben beschriebenen Instrumente entsprechend dem Cashflow-Profil der Investition sowie in Übereinstimmung mit den finanziellen Prioritäten und langfristigen Zielen von OMV aufgebracht werden. Hybridkapital wird auch langfristig eine solide Säule unserer Kapitalstruktur bleiben.
Fortschritte bei ausgewählten wichtigsten Maßnahmen
Steigerung des Anteils CO2-freier Produkte
Die Steigerung der Verkäufe CO2-freier und auf erneuerbaren Energien basierender Produkte bei gleichzeitiger Reduktion der Verkäufe fossiler Brennstoffe ist für die Verringerung des CO2-Fußabdrucks unserer Energieversorgung ausschlaggebend. Das Portfolio von OMV in diesem Bereich umfasst Biokraftstoffe, Elektrizität, Abwärme und innovative Lösungen wie Geothermie.
In unserem Geschäftsbereich Energy treibt das für unser Low-Carbon-Geschäft (Low Carbon Business; LCB) zuständige Team die Geothermie und erneuerbare Energielösungen aktiv voran. In den letzten Jahren haben diese Initiativen erheblich an Dynamik gewonnen. Derzeit befinden sich viele Projekte in der Bewertungsphase oder im Stadium erster Investitionen, wobei geplant ist, die Investitionen in diesen Bereichen nach 2027 weiter zu intensivieren.
Ein gutes Beispiel für unser Engagement ist unser Joint Venture mit Wien Energie namens „deeep“. Die Initiative konzentriert sich auf die Entwicklung von Tiefengeothermie-Anlagen im Großraum Wien. Die erste Anlage in Aspern im Nordosten der Stadt wird dank der Unterstützung von Wärmepumpen eine Kapazität von 20 MW aufweisen. Dies reicht aus, um rund 20.000 Haushalte zu versorgen. Es wurden drei Bohrungen mit jeweils einer Tiefe von über 3.000 m fertiggestellt, und die Untersuchungen sollen bis Anfang 2026 abgeschlossen sein. Die Bohrungen werden heißes Formationswasser für die Wärmeerzeugung nutzen, und die erste Wärmelieferung wird 2028 erwartet. Diese erste Geothermie-Anlage soll den Grundstein für den weiteren Ausbau in Wien legen. Gemeinsam möchten OMV und Wien Energie bis zu sieben Geothermie-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von bis zu 200 MW umsetzen. Damit kann klimaneutrale Fernwärme für bis zu 200.000 Wiener Haushalte erzeugt werden.
In unserem Geschäftsbereich Fuels tragen wir zur Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems bei, indem wir innovative Lösungen identifizieren und zur Reife bringen. Dabei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf Märkte, die nur schwer mit Akkus und Batterien zu elektrifizieren sind, sowie auf Kundensegmente wie den Schwerlast- und Luftverkehr. Diese Märkte haben gemeinsam, dass sie energiereiche und doch klimafreundliche Treibstoffe bei geringstmöglicher Standzeit benötigen. Unser Portfolio fördert nachhaltige Produkte wie abfallbasierte und fortschrittliche Biokraftstoffe sowie erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs, da sich bei diesen Synergien mit den bestehenden Raffineriestandorten und Kompetenzen von OMV ergeben. Die Umsetzung dieser Projekte soll die Gesamtemissionen reduzieren, die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen unterstützen und OMV als aktiven Mitgestalter der Energiewende positionieren.
Im Juni 2024 wurde die Co-Processing-Anlage in der Raffinerie Schwechat erfolgreich in Betrieb genommen. Sie wandelt bis zu 160.000 t flüssige Biomasse in erneuerbaren Diesel um und spart damit bis zu 360.000 t CO2e im Jahr. Die aus dem Betrieb dieser Anlage gewonnene Erfahrung wird OMV helfen, die Produktion erneuerbarer Energie auf Basis flüssiger Biomasse weiter zu optimieren, und kann die Dekarbonisierungsziele unterstützen.
Im April 2025 begann OMV in der Raffinerie Schwechat mit der Produktion des ersten grünen Wasserstoffs mit einem neuen PEM-Elektrolyseur mit einer Kapazität von 10 MW. Dies ist derzeit die größte Anlage dieser Art in Österreich. Die Anlage kann jährlich bis zu 1.500 t grünen Wasserstoff produzieren, was eine nachhaltige Brennstoffproduktion unterstützt und bis zu 15.000 t CO2 pro Jahr einspart.
Nach diesem Erfolg genehmigte OMV im Mai 2025 die finale Investitionsentscheidung für ein 140-MW-Projekt für grünen Wasserstoff in Bruck an der Leitha (Niederösterreich). Mit dem Bau wurde im September 2025 begonnen. Die Produktion soll laut Business Case Ende 2027 mit einer Produktionskapazität von 23.000 t grünem Wasserstoff und einer geschätzten Reduktion der CO2-Emissionen um etwa 150.000 t pro Jahr starten. Der grüne Wasserstoff wird über eine unterirdische Pipeline in die Raffinerie Schwechat transportiert und auch zur Produktion nachhaltiger Kraftstoffe und Chemikalien verwendet, darunter nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) und erneuerbarer Diesel (HVO).
Im Februar 2025 begann OMV Petrom nach der finalen Investitionsentscheidung im Juni 2024 mit dem Bau einer Anlage für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) und erneuerbaren Diesel (HVO). Ab 2028 wird die Anlage jährlich rund 250.000 t nachhaltige Kraftstoffe liefern.
OMV liefert Fernwärme von seiner Raffinerie in Schwechat an den Flughafen Wien und an Wien Energie. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 705.845 MWh geliefert.
In unserem Retail-Geschäft setzte OMV seine Initiativen im Bereich der Elektromobilität erfolgreich fort und implementierte ein komplettes Betriebssystem einschließlich CPO (Charge Point Operator), eMSP (eMobility Service Provider) und App-Modulen in Österreich, Ungarn, Rumänien und der Slowakei. In Rumänien setzte OMV Petrom den Ausbau der Ladeinfrastruktur fort, unter anderem durch die nach Abschluss der Übernahme von Renovatio betriebenen Ladestationen. Im September gründete OMV ein Joint Venture mit PRE, einem führenden Unternehmen für Ladelösungen in der Tschechischen Republik, in dessen Rahmen gemeinsam Hochleistungsladepunkte an OMV Tankstellen und anderen Standorten eingeführt werden sollen. Per Ende 2025 belief sich die Zahl der von OMV betriebenen Hochleistungsladepunkte auf 1.689 (2024: 804). Einen Überblick über die Standorte dieser Ladestationen finden Sie im Abschnitt Managementbericht: Geschäftsfelder.
CO2-Abscheidung und -Speicherung
Zusammen mit Aker BP hält OMV die Poseidon-Lizenz für die Speicherung von CO2 in der norwegischen Nordsee (OMV Norge 50%). Das Projekt hat das Potenzial zur Speicherung von über 5 Mio t CO2 jährlich. Wir beabsichtigen, den Standort als Speicher für CO2 nutzen, das von verschiedenen Industrieanlagen in Nordwesteuropa abgeschieden wird, darunter auch von den europäischen Anlagen von Borealis. Ende 2023 wurde eine 3D-Seismik-Untersuchung erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2027 wird eine Drill-or-Drop-Entscheidung (Bohren oder Lizenzrückgabe) erwartet. Zusammen mit unseren Partnerunternehmen Vår Energi (Betriebsführer) und Lime Petroleum AS konnten wir uns 2024 eine zweite Lizenz zur Speicherung von CO2 sichern (OMV Norge 30%). Die Lizenz namens Iroko befindet sich in der zentralen norwegischen Nordsee und bietet die Kapazität zur Speicherung von rund 215 Mio t CO2, mit einer erwarteten Injektionskapazität von mehr als 7,5 Mio t CO2 pro Jahr. Eine Drill-or-Drop-Entscheidung soll im Jahr 2027 getroffen werden. Wir möchten auch weiterhin vielversprechende CCS-Möglichkeiten erkunden.
Die folgenden Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem Dekarbonisierungshebel „Verbesserung der Betriebseffizienz“ (siehe Tabelle der wichtigsten Maßnahmen).
Energieeffizienzmaßnahmen
Ein effektives CO2- und Energiemanagement trägt dazu bei, THG-Emissionen und dadurch bedingte Verbindlichkeiten zu reduzieren. Damit lassen sich Umweltkosten senken, finanzielle Einsparungen durch Energieeffizienz erzielen und regulatorische Vorgaben erfüllen. Regierungsbehörden verlangen die Einhaltung der Vorschriften des EU-Emissionshandelssystems (EU-EHS), der nationalen Umsetzungen der EU-Energieeffizienzrichtlinie sowie verpflichtende Energieaudits alle vier Jahre. Der umfassende Ansatz von OMV zum Management seiner Treibhausgasemissionen ist in der Formulierung und Umsetzung der OMV Strategie verankert. Er beinhaltet die THG- und energiebezogene Bilanzierung und Berichterstattung, das Bestandsmanagement, Audits, Bewertungspläne sowie Schulungen für die Arbeitnehmer:innen.
Die Energieeffizienzmaßnahmen von Betriebsprozessen von OMV stehen in direktem Zusammenhang mit technischen Verbesserungen, die bei gleichbleibender operativer Leistung Energie einsparen. Auch in unseren Raffinerien konzentrieren wir uns auf die Optimierung von Prozessen und die Steigerung der Energieeffizienz, um Kosten und CO2-Emissionen zu senken. In der Raffinerie Schwechat wurde im Jahr 2025 ein Projekt zur Verbesserung des Wirkungsgrades eines Kessels durchgeführt. Dies führte zu einer Reduktion von ca. 8.900 t CO2 pro Jahr. Es wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt, darunter der Austausch eines vorhandenen Luftvorwärmers gegen ein System mit getrennten Wärmetauschern. Das Potenzial für einen reduzierten Energieeinsatz wird in jährlichen Kampagnen zur Verbesserung der Umweltleistung einschließlich Energieverbrauch erhoben. Wir haben Ziele für die Raffinerien festgelegt, bestimmte Werte gemäß dem Energieintensitätsindex zu erreichen, die jährlich überwacht werden. Darauf aufbauend ermitteln wir Bereiche für Energieeffizienzverbesserungen und entscheiden über die zu ergreifenden Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs im Rahmen unseres Umweltmanagements.
Auf Borealis entfallen 25% des Energieverbrauchs von OMV. Das Unternehmen betrachtet Energieeffizienz daher als wesentliches Element seiner Klimastrategie und will seinen Energieverbrauch gegenüber 2015 bis 2030 um 10% reduzieren. Für die gemeinsamen Anlagen in Schwechat und Burghausen gibt es Initiativen zur Verstärkung von Synergien wie das Management von Zwischenprodukten und Rückständen, die zu Energie- und CO2-Einsparungen führen.
Schrittweise Einstellung des routinemäßigen Abfackelns von Erdölbegleitgas
Bei der Ölproduktion fällt neben dem Öl auch Erdölbegleitgas an. Ein Großteil dieses Gases wird zwar genutzt, aber ein Teil davon wird aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen abgefackelt, was zur Freisetzung von Treibhausgasen wie CO2 und Methan führt. Etwa 0,2% der gesamten direkten THG-Emissionen von OMV und etwa 0,7% der direkten THG-Emissionen des OMV Geschäftsbereichs Energy resultierten aus dem routinemäßigen Abfackeln von Begleitgas. Seit dem Jahr 2017 unterstützt OMV die Weltbank-Initiative „Zero Routine Flaring by 2030“. Bestehende Standorte, an denen Begleitgas und freies Gas nach wie vor routinemäßig abgefackelt werden, müssen einen Ausstiegsplan erstellen, um das routinemäßige Abfackeln so bald wie möglich, jedoch bis spätestens 2030 einzustellen. Neue Produktionsstätten werden mit geeigneten Lösungen für die Verwendung des Begleitgases entwickelt. Ein routinemäßiges Abfackeln findet an diesen Standorten dann nicht mehr statt. Im Rahmen dieser Initiative berichten wir jährlich an die Weltbank über unsere Fortschritte. Außerdem müssen alle Betriebe von OMV Methanemissionen – sowohl aus Punktquellen als auch aus diffusen Quellen – sowie technisch vermeidbare Emissionen, wie etwa bei Sondentests oder Workovers, auf ein Mindestmaß reduzieren. Im Jahr 2025 fackelten wir routinemäßig 10.159.000 Sm3 Erdölbegleitgas ab. Seit 2017 haben wir die Menge an routinemäßig abgefackeltem Gas um 93% reduziert.
Überwachung von diffusen Emissionen sowie Leckagesuche und -reparatur
Diffuse Methanemissionen und andere Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan (Non-Methane Volatile Organic Compounds; NMVOCs) werden von OMV mithilfe von Programmen zur Leckagesuche und -reparatur (Leak Detection and Repair; LDAR) systematisch überwacht und kontrolliert. Zur Leckagesuche werden routinemäßige akustische und visuelle Inspektionen sowie Geruchsprüfungen durchgeführt. Auch mittels Seifenblasentests, optischer Gasdetektion und anderen Technologien wird nach Leckagen gesucht. Modernste Methoden wie Infrarotkameras und die Zusammenarbeit mit Dritten, die Drohnen, Satellitendaten und akustische Leck-Bildgebung einsetzen, tragen zur weiteren Verbesserung der Überwachung von diffusen Emissionen bei.
Leckagen werden basierend auf Priorisierungen und Risikobewertungen repariert. Zu den wichtigsten Initiativen gehören das Pipeline-Integritätsprogramm und die Modernisierung von Anlagen, zum Beispiel von Verdichterstationen. OMV setzt die LDAR-Programme sowohl im vorgelagerten (OMV Energy) als auch im nachgelagerten Bereich (OMV Fuels) ein. Im OMV Geschäftsbereich Energy sind die LDAR-Programme abgestimmt auf das THG-Management-Framework, das Framework der OGMP 2.0 des UN-Programms zur Reduktion von Methanemissionen, dem OMV im April 2024 beitrat, sowie die EU-Methanemissionsverordnung (Methane Emissions Regulation; MER), die im August 2024 für die betroffenen Standorte in Kraft getreten ist. Ein internes und externes LDAR-Team bei OMV Österreich und OMV Petrom setzt modernste Technologien für regelmäßige Standortuntersuchungen ein. Im August 2025 legte OMV den zuständigen Behörden des jeweiligen Mitgliedstaats die ersten LDAR-Berichte sowie die Jahresberichte mit der Quantifizierung der Methanemissionen auf Quellenebene unter Verwendung generischer Emissionsfaktoren vor, um der MER zu entsprechen. Darüber hinaus legte OMV seinen ersten jährlichen OGMP-Bericht vor und erreichte für das Berichtsjahr 2025 den Gold Standard Pathway-Status. Dies unterstreicht das starke Engagement des Unternehmens im Bereich des Managements von Methan. Im Jahr 2025 konnten im vorgelagerten Bereich (OMV Energy) weitere Fortschritte bei der Überwachung und Berichterstattung von Methanemissionen erzielt werden, indem zusätzliche Methanmessungen und ‑quantifizierungen auf Quellenebene in den Anlagen durchgeführt wurden. Auf Grundlage der Daten für 2025 machen diffuse Methanemissionen 13% der gesamten Methanemissionen von OMV Energy aus.
Beschaffung erneuerbarer Energien für Anlagen
Für den Betrieb seiner Anlagen setzt OMV zunehmend auf erneuerbare Energien. Ein Ansatz ist dabei der Zukauf von erneuerbarer Energie, wodurch unsere Scope‑2-Emissionen reduziert werden. Unsere Anlagen können auf zwei Arten mit erneuerbarer Energie versorgt werden:
Zum einen können Verträge für die Stromvollversorgung für unsere Standorte, die auf Spot-Basis abgeschlossen werden und eine Laufzeit von ein bis drei Jahren haben, vereinbart werden. Das Rohstoffpreisrisiko wird durch entsprechende Risikomanagementinstrumente gesteuert. OMV hat festgelegt, dass für die Raffinerien Schwechat und Burghausen und die AWP-Standorte 50% des zugekauften Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen müssen. Der Strom, der von den österreichischen Tankstellen von OMV, dem OMV Headoffice und für die österreichischen Tanklager und Pumpstationen eingekauft wird, stammt ausschließlich aus erneuerbaren Quellen.
Zum anderen können Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements; PPAs) abgeschlossen werden, die erneuerbare Energien in Verbindung mit einem Zertifikat zum Nachweis der Herkunft und Korrelation sichern. Für unsere Elektrolyseprojekte spielen PPAs eine wichtige Rolle bei der Sicherung erneuerbarer Energien, um die Erzeugung von grünem Wasserstoff gemäß den Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED II/III) und der delegierten Rechtsakte für erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (RFNBOs) nachzuweisen. Neben unseren Elektrolyseprojekten werden PPAs genutzt, um einen bestimmten Anteil an erneuerbaren Energien zu decken, der in unseren Vollversorgungsverträgen vereinbart wurde.
Nach der Unterzeichnung dreier großer PPAs in Österreich und Deutschland mit den Vertragspartnern VERBUND, ImWind und Statkraft hat OMV einen weiteren PPA mit Energy abgeschlossen und sich damit 9 GWh/Jahr einer PV-Anlage in Niederösterreich gesichert, die ab Ende 2026 geliefert werden sollen.
Diese Maßnahmen haben in Summe dazu geführt, dass im Jahr 2025 49% des zugekauften Stroms in der Raffinerie Schwechat und für die AWP sowie 82% in der Raffinerie Burghausen einschließlich der Tanklager und Pumpstationen aus erneuerbaren Quellen stammten.
Der Strombedarf von OMV wird in den kommenden Jahren stark ansteigen, vor allem durch den 140-MW-Elektrolyseur in der Nähe der Raffinerie Schwechat. OMV plant daher, den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien durch den Abschluss weiterer PPAs und Investitionen in Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu erhöhen. Im September 2025 wurde der kommerzielle Betrieb in der PV-Anlage Neusiedl von OMV aufgenommen. An einem 80 Jahre alten Produktionsstandort in Neusiedl an der Zaya wurde eine PV-Anlage mit 5,6 MWp errichtet, deren Produktion etwa dem Jahresverbrauch von 1.500 Haushalten entspricht. Aufgrund des schwierigen Geländes und der gleichzeitig fortgeführten Arbeiten in den Anlagen waren die Projektplanung und -ausführung sehr komplex. Der Strom wird im Rahmen eines internen PPA an die Raffinerie verkauft. In den nächsten Jahren sollen mehrere ähnliche Projekte in Betrieb genommen werden.
Das Segment Chemicals ist der größte Stromverbraucher bei OMV und bezog im Jahr 2025 2.750 GWh (2024: 2.731 GWh), was rund 77% (2024: 73%) des insgesamt gekauften Stroms von OMV entspricht. Die in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen zum Kauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, darunter die Unterzeichnung neuer PPAs, haben dazu geführt, dass 2025 60% (2024: >50%) des Stroms von Borealis aus erneuerbaren Energiequellen bezogen wurden. Das ist ein beträchtlicher Fortschritt bei der Erreichung des Ziels von Borealis, bis 2030 Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien zu beziehen.