29. Risikomanagement

Kapitalrisiko

Die OMV Finanzsteuerungsstrategie basiert auf den Prinzipien der operativen Effizienz, Kapitaleffizienz, Finanzierungseffizienz und des nachhaltigen Portfoliomanagements. Mit dem Fokus auf die Stärkung der OMV Bilanz, das Erzielen eines positiven freien Cashflows und die Verbesserung der Ertragskraft ist die Finanzsteuerungsstrategie die Basis für eine nachhaltige, risikobewusste und zukunftsorientierte Wertsteigerung für OMV und seine Stakeholder.

OMV steuert die Kapitalstruktur zur Sicherung der Kapitalbasis, wodurch das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und Kapitalmärkten erhalten bleibt und eine nachhaltige finanzielle Grundlage für die zukünftige operative Entwicklung des Konzerns geschaffen wird. Die OMV Finanzierungsstrategie legt den Fokus auf den Cashflow und die finanzielle Stabilität. Die Hauptziele sind ein positiver freier Cashflow nach Dividenden und ein starkes Investment Grade Rating basierend auf einer gesunden Bilanz und einem langfristigen Leverage-Grad von unter 30%, zur Unterstützung der zukünftigen Entwicklung und Strategie von OMV.

Kapitalmanagement – wichtige Leistungskennzahlen

In EUR Mio (wenn nichts anderes angegeben)

 

 

 

2025

2024

Anleihen

6.753

6.570

Leasingverbindlichkeiten

1.838

1.767

Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

798

1.070

Schulden

9.390

9.407

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

5.756

6.182

Nettoverschuldung1

3.633

3.225

Eigenkapital

22.567

24.617

Leverage-Grad2 in %

14

12

1

Inklusive Positionen, die auf „zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten“ umgegliedert wurden

2

Der Leverage-Grad ist definiert als (Nettoverschuldung inklusive Leasing)/(Eigenkapital + Nettoverschuldung inklusive Leasing)

Liquiditätsrisiko

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden die jährlich budgetierten operativen und finanziellen Zahlungsströme des Konzerns auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge erstellt der Konzern jeden Monat eine Prognose zur Entwicklung der Nettoliquidität, die den zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen und deren geplante Abreifung sowie bestehenden Liquiditätsreserven gegenübergestellt wird. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen und Kapitalanlagen dar.

Um die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns stets sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen, nicht zugesagten Geldmarktaufnahmen gehalten. Zum 31. Dezember 2025 betrug die durchschnittliche gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios (exklusive Leasingverbindlichkeiten und finanzieller Verpflichtungen, die in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden) des Konzerns 5,4 Jahre (31. Dezember 2024: 4,5 Jahre).

Das operative Liquiditätsmanagement des OMV Konzerns erfolgt hauptsächlich über Cash-Pooling-Systeme, die einen optimalen Nutzen bestehender liquider Mittel und Liquiditätsreserven zum Vorteil jedes einzelnen Mitglieds des Cash-Pooling Systems und des Konzerns als Ganzes ermöglichen.

Eine hohe Volatilität der Rohstoffpreise kann potenziell zu Spitzen im Liquiditätsbedarf führen, um Margin Calls für börsengehandelte Aktivitäten kurzfristig zu erfüllen. Um das Risiko von Margin Calls und das damit verbundene Liquiditätsrisiko des OMV Konzerns zu überwachen und aktiv zu steuern, hat OMV zielgerichtete Maßnahmen implementiert. Die Konzern-Handelsgesellschaften sind verpflichtet, regelmäßig Stresstests durchzuführen, um die Auswirkungen vordefinierter, extremer Rohstoffpreise auf Kreditrisiken und Margin-Anforderungen zu bewerten. Zusätzlich werden bei neuen Transaktionen außerbörsliche Transaktionen (Over-the-Counter-Geschäfte) gegenüber börsengehandelten Instrumenten bevorzugt.

Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des OMV Konzerns enthält Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten.

Marktrisiko

Bilanzierungsgrundsätze

Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Marktrisiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Warenpreisen und Zinssätzen als auch zu Handelszwecken eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, es sei denn, es wird Hedge Accounting gemäß IFRS 9 angewandt.

Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als 1) Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird, 2) Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird, oder 3) Net-Investment-Hedge, wenn das Währungsrisiko einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb abgesichert wird.

Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zum Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht-finanziellen Verbindlichkeit, wird der Buchwert dieser Position um die kumulierten Gewinne oder Verluste, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, angepasst.

Die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird in ähnlicher Weise wie Cashflow-Hedges bilanziert. Der Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Sicherungsinstrument, der als wirksame Absicherung ermittelt wird, wird im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage für Währungsumrechnungsdifferenzen kumuliert. Gewinne und Verluste aus dem ineffektiven Teil werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Bei Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs werden die Gewinne und Verluste, die im Eigenkapital kumuliert wurden, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Verträge über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Damit verbundene Gewinne oder Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht-finanzieller Gegenstände gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert.

OMV hat mehrere langfristige Strombezugsverträge abgeschlossen. Der Großteil dieser Verträge wurde für den Eigenbedarf abgeschlossen und wird weiterhin zu diesem Zweck gehalten, weshalb sie als schwebende Geschäfte bilanziert werden.

Wesentliche Ermessensentscheidung: Klassifizierung von Verträgen über den Kauf oder Verkauf von Erdgas als „Eigenverbrauchsverträge“ (own use)

Die Klassifizierung von Verträgen über den Kauf oder Verkauf von Erdgas als Eigenverbrauchsverträge, die nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, erfordert erhebliches Ermessen. OMV analysiert systematisch die Gasliefer- und -verkaufsverträge, ob sie die Bedingungen für die Anwendung der Eigenbedarfsausnahme (Own Use Exemption) erfüllen. Verträge werden als Eigenverbrauchsverträge klassifiziert, wenn nachgewiesen werden kann, dass sie zum Zweck der physischen Lieferung oder des physischen Empfangs des Erdgases gemäß den erwarteten Kauf-, Verkaufs- oder Nutzungsanforderungen des Konzerns abgeschlossen und weiterhin gehalten werden und dass der Konzern nicht die Praxis verfolgt, ähnliche Verträge auf Nettobasis abzurechnen. Darüber hinaus umfasst diese Analyse den Nachweis, dass die Eigenverbrauchsverträge keine schriftlichen Optionen wie Volumenflexibilitäten enthalten, die über die Bedürfnisse des gewöhnlichen Geschäfts hinausgehen und daher finanzielle Optionen gemäß IFRS 9 darstellen. Nur Verträge, die diese Kriterien erfüllen, werden als Eigenverbrauchsverträge außerhalb des Anwendungsbereichs von IFRS 9 behandelt und als schwebende Geschäfte bilanziert.

Zum Zweck der Minderung von Marktpreisrisiken schließt der Konzern derivative Finanzinstrumente wie Over-the-Counter (OTC)-Swaps, Optionen, Futures und Forwards ab.

Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt in der Regel zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Vertragslaufzeit.

Das Risikomanagement von Rohstoffpreisen umfasst die Analyse, Bewertung, Berichterstattung und Absicherung von Marktpreisrisiken, die aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst die Bereiche Produktion (Öl-, Gas- und Strompreise), Raffinerie- (Raffineriemarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert), Öl- und Gasverkaufsaktivitäten (Verkaufsmarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) ebenso wie die Stromerzeugung (Spark Spreads) und Aktivitäten im Eigenhandel.

Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu bekommen, wird im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel bis zu einem festgelegten Schwellenwert betrieben.

Sicherungsgeschäfte werden in der Regel in jenen Gesellschaften abgeschlossen, in denen das zugrundeliegende Risiko besteht. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der Konzern ein Sicherungsgeschäft nach IFRS 9 bilanzieren (Hedge Accounting), um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Derivate werden großteils zu wirtschaftlichen Absicherungszwecken abgeschlossen und nicht als spekulative Investitionen. Wenn Derivate nicht als Sicherungsinstrument designiert werden (d. h. keine Bilanzierung von Sicherungsgeschäften), werden diese zu Rechnungslegungszwecken ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Rohstoffpreisrisiko

Europäische Emissionszertifikate

Alle Geschäftsbereiche des OMV Konzerns sind Preisschwankungen für Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) ausgesetzt. Käufe von europäischen Emissionszertifikaten werden immer fristgerecht durchgeführt, und es ist die höchste Priorität von OMV, alle gesetzlichen Verpflichtungen aus dem ETS zu erfüllen. OMV überwacht Preisrisiken aus Emissionsrechten und steuert diese durch bilateral auf dem Sekundärmarkt gehandelte derivative Instrumente (Forwards – sogenannte Over-the-Counter- oder OTC-Geschäfte).

Strompreise

Die OMV Geschäftsbereiche sind Strompreisschwankungen ausgesetzt und überwachen daher die damit verbundenen Preisrisiken engmaschig. Um die Auswirkungen potenziell extremer Marktpreisschwankungen abzumildern, sichern die OMV Geschäftsbereiche Teile ihrer erwarteten Stromzukäufe mittels derivativer Instrumente und langfristiger Stromliefer- und Strombezugsverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) ab.

Energy

Operatives Rohstoffpreisrisikomanagement in Energy umfasst die Absicherung der Marktpreisrisiken aus Nichthandels- und Handelsaktivitäten des Gasverkaufs (Absicherung des Preisrisikos bei Bestandsschwankungen und den unterschiedlichen Einkaufs- und Verkaufsbedingungen) sowie begrenzte Eigenhandelspositionen zum Zwecke der Schaffung eines Marktzugangs innerhalb der Gasmärkte.

Diese derivativen Finanzinstrumente wurden nicht als Sicherungsgeschäfte bilanziert.

Fuels

Fuels ist Marktpreisrisiken ausgesetzt, die aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dazu gehören Produktions-, Raffinerie- sowie Verkaufsaktivitäten in Bezug auf Öl, Ölprodukte ebenso wie begrenzte Aktivitäten im Eigenhandel mit dem Ziel, für Öl und Ölprodukte einen Marktzugang zu schaffen.

In Fuels werden Derivate sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Raffineriemarge (Crack-Spread), d. h. die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen.

Darüber hinaus werden börsengehandelte Öl-Futures wie auch OTC-Kontrakte (zum Beispiel Contracts for Difference und Swaps) zur Absicherung von kurzfristigen Einkaufs- wie Verkaufspreisrisiken eingesetzt.

Im Geschäftsbereich Fuels hat OMV beschlossen, ab dem Jahr 2024 keine neuen Sicherungsbeziehungen mehr zu designieren. Sicherungsbeziehungen, die vor 2024 eingegangen wurden, blieben bis zur Realisierung des entsprechenden gesicherten Geschäfts wirksam und wurden für das Jahr 2025 als unwesentlich erachtet.

Für die offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren beizulegenden Zeitwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des OMV Konzerns weicht von der nachfolgend dargestellten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Verträge zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.

Die nachfolgende Tabelle stellt die beizulegenden Zeitwerte sowie Marktpreissensitivitäten der offenen Rohstoff-Derivate dar.

Beizulegende Zeitwerte und Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff-Derivate auf das Ergebnis oder sonstige Ergebnis vor Steuern

In EUR Mio

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2025

2024

 

Beizu­legender Zeitwert Vermögens­werte

Beizu­legender Zeitwert Verbind­lichkeiten

Marktpreis +10%

Marktpreis –10%

Beizu­legender Zeitwert Vermögens­werte

Beizu­legender Zeitwert Verbind­lichkeiten

Marktpreis +10%

Marktpreis –10%

Rohstoffpreisrisiko

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Öl inkl. Ölprodukte

21

–1

–16

16

Gas

–1

1

–1

Strom

16

–48

29

–29

Rohstoffabsicherungen (in einer CFH Sicherungsbeziehung designiert)1 mit Einfluss auf das sonstige Ergebnis vor Steuern

38

–50

14

–14

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Öl inkl. Ölprodukte

8

–4

–17

17

2

–24

–22

22

Öl inkl. Ölprodukte (in einer FVH Sicherungsbeziehung designiert)1

0

–1

4

–4

Gas

174

–183

–28

28

133

–231

–58

58

Strom

119

–64

–14

14

86

–68

–9

9

Derivate für europäische Emissionszertifikate

28

–1

20

–20

44

–7

21

–21

Rohstoffabsicherungen mit Einfluss auf das Ergebnis vor Steuern

329

–252

–39

39

265

–330

–64

64

1

Inklusive dem in einer Sicherungsbeziehung designierten, ineffektiven Teil der Sicherungsgeschäfte

Risikomanagement im Fremdwährungsbereich

OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen tätig. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größte Risikoposition stellt der USD dar, und zwar aufgrund der jeweiligen Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen des OMV Konzerns (RON, NOK und NZD). Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen in der Risikobetrachtung ebenfalls eine wichtige Rolle. Andere Währungen haben auf den Cashflow und das operative Ergebnis nur geringen Einfluss. Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich werden die Long- und Short-Nettoposition des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern in Bezug auf den USD eine wirtschaftliche Long-Position auf.

FX Optionen, Forwards und Swaps können hauptsächlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken von offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrundeliegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der Konzern Hedge Accounting nach IFRS 9 anwenden, um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Das Umrechnungsrisiko auf Konzernebene wird ebenfalls laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Umrechnungsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures entsteht, die in einer anderen funktionalen Währung als dem EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen von auf RON, USD und NOK lautenden Nettovermögenswerten im Verhältnis zum EUR dar.

Für Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Änderungen der für den Konzern wesentlichen Wechselkurse durchgeführt. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR–RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da das USD–RON Risiko in eine EUR–RON- sowie eine EUR–USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR–NOK- sowie die EUR–NZD-Position.

Die folgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte offener Fremdwährungsderivate sowie die Sensitivitäten der Wechselkurse in Bezug auf die für den Konzern wesentlichen Netto-Fremdwährungspositionen.

Beizulegende Zeitwerte offener FX Derivate und Sensitivitätsanalyse der Wechselkurse auf das Ergebnis vor Steuern1

In EUR Mio

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2025

2024

 

Beizu­legender Zeitwert Vermögens­werte

Beizu­legender Zeitwert Verbind­lichkeiten

EUR-Aufwertung um 10%

EUR-Abwertung um 10%

Beizu­legender Zeitwert Vermögens­werte

Beizu­legender Zeitwert Verbind­lichkeiten

EUR-Aufwertung um 10%

EUR-Abwertung um 10%

EUR–NZD

–2

–23

23

–34

34

EUR–USD

0

–0

–17

17

1

–10

–6

6

EUR–RON

5

–5

–18

18

EUR–NOK

2

–3

1

–1

2

–3

5

–5

1

Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-Währungssensitivität auf das Ergebnis vor Steuern.

Zinsmanagement

Das OMV Schuldenportfolio ist zum 31. Dezember 2025 nur in begrenztem Ausmaß Zinsveränderungen ausgesetzt, da beinahe alle Verbindlichkeiten festverzinslich sind. Zukünftige Finanzierungsaktivitäten werden den dann vorherrschenden Marktbedingungen ausgesetzt sein und können potenziell zu höheren Zinsaufwendungen führen.

Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten von OMV hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Kennzahlen für die verschiedenen Kategorien festgelegt und bei Bedarf derivative Instrumente zur Absicherung eingesetzt, wenn Abweichungen über bestimmte definierte Bandbreiten hinausgehen.

OMV analysiert regelmäßig die Auswirkungen von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.

Kreditrisikomanagement

Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird sowohl auf Konzern- als auch auf Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist auf OMV Konzernebene in einer Konzernrichtlinie festgelegt, in der konzernweite Mindestanforderungen definiert und vorgegeben werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern abgeschlossen, die über ein „Investment Grade Rating“ verfügen. Für Teile der Forderungen in einigen Geschäftsbereichen verwendet OMV gewerbliche Versicherungen, um das Kreditrisiko zu mindern. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit, die sich aus der aktuellen geopolitischen Situation ergibt, wird besonderes Augenmerk auf Frühwarnsignale gelegt, wie zum Beispiel Änderungen im Zahlungsverhalten.

Als Kreditrisiko bezeichnet man das Risiko, dass die Kontrahenten des OMV Konzerns ihren Verpflichtungen aus einem Finanzinstrument oder Kundenvertrag nicht nachkommen, was zu einem finanziellen Verlust führen würde.

Ein Kreditrisiko besteht in Bezug auf die von OMV ausgestellten Finanzgarantien an Borouge 4 LLC, die nach der Equity-Methode bilanziert wird, gemäß Vereinbarung mit der italienischen Exportkreditagentur (Italian Export Credit Agency agreement). Die Gesamtgarantie beläuft sich auf EUR 814 Mio zuzüglich Zinsen (2024: EUR 1.228 Mio zuzüglich Zinsen). Aufgrund der von Borouge 4 LLC bereits in Anspruch genommenen Finanzierung belief sich der garantierte Betrag zum 31. Dezember 2025 auf EUR 814 Mio zuzüglich Zinsen (2024: EUR 1.009 Mio zuzüglich Zinsen).

Im Allgemeinen wird eine Zahlung im Rahmen der Garantievereinbarung durch die Nichterfüllung der von der Garantie abgedeckten Verpflichtung durch die garantierte Partei ausgelöst. Daher wurde eine finanzielle Verbindlichkeit erfasst, die anfangs zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde.

Maximales Kreditrisiko1

in EUR Mio

 

 

 

2025

2024

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

1.900

2.842

Beteiligungen

102

135

Anleihen

43

91

Derivate

331

307

Ausleihungen

551

1.286

Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte

1.047

1.370

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

5.077

6.182

Finanzgarantieverträge2

814

1.735

Summe maximales Kreditrisiko

9.864

13.950

1

Exklusive Positionen, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden

2

Maximales Kreditrisiko von Finanzgarantieverträgen aufgrund der Inanspruchnahme von Finanzierungsfazilitäten zum 31. Dezember exklusive Zinsabgrenzungen

Leverage-Grad
%-Verhältnis Nettoverschuldung zu eingesetztem Kapital

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