Der OMV Geschäftsbereich Fuels raffiniert und vermarktet Kraftstoffe. Er betreibt drei Binnenraffinerien in Europa, hält eine starke Marktposition in den Gebieten, in denen sich diese Raffinerien befinden, und bedient ein robustes Marken-Retail-Netz sowie gewerbliche Kund:innen. Im Mittleren Osten hält der Bereich einen 15%igen Anteil an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading.
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2025 |
2024 |
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CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten1 |
in EUR Mio |
1.116 |
927 |
20% |
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davon ADNOC Refining & Trading |
in EUR Mio |
101 |
78 |
30% |
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Sondereffekte |
in EUR Mio |
–7 |
–98 |
93% |
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CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)1 |
in EUR Mio |
–243 |
–119 |
–104% |
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Operatives Ergebnis |
in EUR Mio |
866 |
709 |
22% |
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Investitionen2 |
in EUR Mio |
883 |
980 |
–10% |
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OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa3 |
in USD/bbl |
10,10 |
7,15 |
41% |
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Raffinerie-Auslastungsgrad Europa |
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89% |
87% |
2 |
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Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa |
in Mio t |
16,39 |
16,21 |
1% |
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davon Retail-Verkaufsmengen |
in Mio t |
5,67 |
5,54 |
2% |
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Finanzielle Performance
Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg auf EUR 1.116 Mio (2024: EUR 927 Mio), hauptsächlich infolge höherer Raffinerie-Referenzmargen. Diese wurden teilweise kompensiert durch höhere Betriebskosten, gestiegene Abschreibungen, negative Produktionseffekte im Zusammenhang mit Reparaturen in der Raffinerie Burghausen sowie Auswirkungen im Zusammenhang mit dem geplanten Stillstand der Raffinerie Petrobrazi.
Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa lag bei USD 10,1/bbl und damit deutlich über dem Vorjahreswert (2024: USD 7,1/bbl), was insbesondere auf höhere Margen bei Mitteldestillaten zurückzuführen war. Im Jahr 2025 stieg der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien geringfügig auf 89% (2024: 87%). Die höhere Auslastung der Raffinerie Schwechat 2025, nach den geplanten und ungeplanten Stillständen 2024, glich die negativen Effekte des geplanten Stillstands in Petrobrazi und der Coker-Reparaturen in Burghausen im Jahr 2025 mehr als aus. Mit 16,4 Mio t lagen die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa leicht über dem Niveau des Vorjahres (16,2 Mio t). Das Ergebnis des Retail-Geschäfts stieg vor allem aufgrund verbesserter Kraftstoffmargen, höherer Verkaufsmengen infolge der Akquisition von Tankstellen in Österreich und der Slowakei sowie einer besseren Entwicklung des Non-Fuel-Geschäfts. Der Ergebnisbeitrag im Commercial-Geschäft ging hingegen aufgrund geringerer Margen, die durch die schwache wirtschaftliche Entwicklung bedingt waren, zurück.
Der Beitrag von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading, ausgewiesen als der OMV Anteil am CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, verbesserte sich 2025 auf EUR 101 Mio (2024: EUR 78 Mio). Dies war vor allem höheren Raffinerie-Referenzmargen zu verdanken, die jedoch teilweise durch ein schwächeres Handelsergebnis kompensiert wurden.
Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR –7 Mio (2024: EUR –98 Mio) und ergaben sich hauptsächlich durch Marktwertbewertungen von Rohstoffderivaten und die Neubewertung von Rückstellungen bei OMV Petrom. Die Netto-Sondereffekte 2024 standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Verlusten aus Rohstoffderivaten. Als Folge des Rückgangs der Rohölpreise wurden 2025 CCS Effekte von EUR –243 Mio erfasst (2024: EUR –119 Mio). Das Operative Ergebnis im Bereich Fuels wuchs auf EUR 866 Mio (2024: EUR 709 Mio).
Die Investitionen in Fuels beliefen sich auf EUR 883 Mio (2024: EUR 980 Mio). Das Vorjahr war durch den Erwerb von Tankstellen in Österreich und der Slowakei beeinflusst. Neben den laufenden Geschäftsaktivitäten umfassten die organischen Investitionen im Jahr 2025 die SAF/HVO-Anlage einschließlich Elektrolyseuren in Petrobrazi, Elektrolyseure für grünen Wasserstoff in Österreich sowie das schnelle und ultraschnelle Ladenetz für Elektrofahrzeuge.
Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme berechnet.