Mit seinem Geschäftsbereich Chemicals zählte OMV im Jahr 2025 zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen sowie zu den europäischen Marktführern bei Basischemikalien und im Kunststoffrecycling.
Das Unternehmen versorgte über Borealis und seine beiden Joint Ventures – Borouge mit ADNOC in den VAE und Baystar mit TotalEnergies in den USA – Kund:innen weltweit mit Dienstleistungen und Produkten. Mit der Unterzeichnung der verbindlichen Vereinbarung über den Zusammenschluss von Borealis und Borouge zu Borouge Group International sowie die anschließende Übernahme von NOVA Chemicals wurde im Jahr 2025 ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nach Abschluss wird das neue Unternehmen, Borouge Group International, zu gleichen Teilen von OMV und ADNOC gehalten und gemeinschaftlich kontrolliert.
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2025 |
2024 |
∆ |
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Operatives Ergebnis vor Sondereffekten |
in EUR Mio |
784 |
459 |
71% |
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davon Borealis exklusive JVs |
in EUR Mio |
447 |
247 |
81% |
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davon Borealis JVs1 |
in EUR Mio |
248 |
180 |
38% |
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Sondereffekte |
in EUR Mio |
–75 |
–55 |
–37% |
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Operatives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen2 |
in EUR Mio |
335 |
52 |
n.m. |
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Operatives Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen2 |
in EUR Mio |
374 |
352 |
6% |
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Investitionen3 |
in EUR Mio |
971 |
1.081 |
–10% |
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Ethylen-Referenzmarge Europa |
in EUR/t |
569 |
505 |
13% |
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Propylen-Referenzmarge Europa |
in EUR/t |
445 |
384 |
16% |
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Polyethylen-Referenzmarge Europa |
in EUR/t |
461 |
432 |
7% |
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Polypropylen-Referenzmarge Europa |
in EUR/t |
361 |
402 |
–10% |
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Steamcracker-Auslastungsgrad Europa |
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82% |
84% |
–2 |
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Verkaufsmenge Polyolefine |
in Mio t |
6,48 |
6,27 |
3% |
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davon Verkaufsmenge Polyethylen exkl. JVs |
in Mio t |
1,95 |
1,83 |
7% |
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davon Verkaufsmenge Polypropylen exkl. JVs |
in Mio t |
2,12 |
2,04 |
4% |
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davon Verkaufsmenge Polyethylen JVs4 |
in Mio t |
1,50 |
1,52 |
–1% |
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davon Verkaufsmenge Polypropylen JVs4 |
in Mio t |
0,90 |
0,89 |
2% |
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Finanzielle Performance
Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg 2025 auf EUR 784 Mio (2024: EUR 459 Mio), hauptsächlich infolge der Umgliederung des Borealis Konzerns (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) als zu Veräußerungszwecken gehalten. Zusätzliche Unterstützung boten verbesserte Olefinmargen, während negative Lagerbewertungseffekte, ein geringerer Vorteil bei der Verarbeitung leichter Rohstoffe und höhere Marktabschläge teilweise entgegenwirkten.
Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts stieg erheblich, hauptsächlich aufgrund verbesserter Olefin-Referenzmargen. Niedrigere Auslastungsgrade der Steamcracker und höhere Marktabschläge wirkten teilweise kompensierend. Die Ethylen-Referenzmarge Europa stieg um 13% auf EUR 569/t (2024: EUR 505/t), während sich die Propylen-Referenzmarge Europa um 16% auf EUR 445/t (2024: EUR 384/t) erhöhte. Dies war primär auf niedrigere Rohstoffkosten zurückzuführen, da die Naphthapreise sanken. Während das schwache wirtschaftliche Umfeld zu mehreren Crackerschließungen auf dem europäischen Markt führte, hielt der Importdruck an, und der Markt sah sich angesichts fortbestehender Zölle und des verlangsamten Wirtschaftswachstums weiteren Herausforderungen im Hinblick auf eine Erholung gegenüber.
Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von OMV und Borealis betrieben werden, war mit 82% um 2 Prozentpunkte niedriger als in der Vorjahresperiode (2024: 84%), lag aber immer noch rund 10 Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt. Im Jahr 2025 verzeichneten die Steamcracker in Schwechat, Stenungsund und Burghausen eine niedrigere Auslastung, während der Auslastungsgrad des Steamcrackers in Porvoo anstieg.
Im Jahr 2025 verbesserte sich der Beitrag von Borealis exklusive JVs auf EUR 447 Mio (2024: EUR 247 Mio), in erster Linie aufgrund des Wegfalls der Abschreibung von langfristigen Vermögenswerten. Negative Lagerbewertungseffekte belasteten das Ergebnis 2025, da sie wesentlich stärker ausfielen als 2024. Der Beitrag des Basischemikaliengeschäfts reduzierte sich deutlich. Ursächlich dafür waren hauptsächlich der geringere Vorteil bei der Verarbeitung leichter Rohstoffe, negative Lagerbewertungseffekte, höhere Marktabschläge und niedrigere Phenol-Margen. Verbesserte Olefin-Referenzmargen in Europa konnten dies nur teilweise ausgleichen. Der Beitrag des Polyolefingeschäfts fiel geringer aus, vor allem aufgrund negativer Lagerbewertungseffekte, höherer Marktabschläge und gestiegener Fixkosten. Der europäische Polyolefinmarkt blieb 2025 verhalten. Die Hauptgründe dafür waren eine gedämpfte makroökonomische Stimmung, politische Unsicherheit und vorsichtiges Kaufverhalten der Kunden. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa stieg um 7% auf EUR 461/t (2024: EUR 432/t), gestützt durch erhöhte geopolitische Unsicherheiten im Jahresverlauf, einschließlich Sorgen über mögliche EU-Zölle auf US-Importe, die die Preissetzungsmacht vorübergehend stärkten. Im Gegensatz dazu sank die Polypropylen-Referenzmarge Europa um 10% auf EUR 361/t (2024: EUR 402/t), was die andauernd schwache zugrunde liegende Nachfrage in wichtigen Endverbrauchssektoren und die anhaltende Verfügbarkeit von Importen widerspiegelt. Dies führte zu einem fortgesetzten Margenverfall im Jahresverlauf. Verglichen mit 2024 stieg die Verkaufsmenge an Polyethylen exklusive JVs um 7%, während die Verkaufsmenge an Polypropylen exklusive JVs um 4% zunahm. Die Verkaufsmengen waren 2025 vor allem aufgrund gesteigerter Verkäufe von bei Borouge bezogenen Mengen höher.
Der Beitrag der Borealis JVs, ausgewiesen als der OMV Anteil am Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, stieg 2025 auf EUR 248 Mio (2024: EUR 180 Mio). Dies resultierte in erster Linie daraus, dass Baystar aufgrund der Umklassifizierung in die Veräußerungsgruppe seit März 2025 nicht mehr konsolidiert wird (vormals at-equity konsolidiert). Der Beitrag von Borouge verringerte sich im Jahr 2025 hauptsächlich aufgrund gesunkener durchschnittlicher Markt-Benchmark-Preise infolge eines weniger vorteilhaften Marktumfelds in Asien. Die Polyethylen-Verkaufsmengen der JVs blieben im Wesentlichen auf dem Niveau von 2024, während die Polypropylen-Verkaufsmengen der JVs um 2% anstiegen.
Die Netto-Sondereffekte lagen 2025 bei EUR –75 Mio (2024: EUR –55 Mio) und waren hauptsächlich die Folge von Personallösungen und Aufwendungen im Zusammenhang mit Borouge Group International. Das Operative Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen stieg 2025 deutlich auf EUR 335 Mio (2024: EUR 52 Mio), während das Operative Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen mit EUR 374 Mio nur geringfügig höher war (2024: EUR 352 Mio).
Die Investitionen in Chemicals sanken auf EUR 971 Mio (2024: EUR 1.081 Mio), hauptsächlich aufgrund geringerer nicht zahlungswirksamer Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen und da 2024 die Übernahme des Unternehmens Integra Plastics in Bulgarien beinhaltete. Organische Investitionen wurden 2025 neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen PDH-Anlage in Kallo durch Borealis, der Errichtung der Sortieranlage für chemisches Recycling in Walldürn sowie zur Förderung des Wachstums bei Spezialprodukten getätigt.