Im Low-Carbon-Geschäft (Low Carbon Business; LCB) konzentriert sich OMV auf das Evaluieren von Möglichkeiten und Vorantreiben von Projekten in den Bereichen erneuerbare Energien und Geothermie. Dazu plant OMV im Zeitraum 2026 bis 2030 Investitionen in Höhe von insgesamt rund EUR 1,4 Mrd. Etwa 50% davon sind für erneuerbare Energien vorgesehen, um das Ziel von OMV Petrom zu unterstützen, eine führende Rolle auf dem Strommarkt in Südosteuropa einzunehmen. OMV Petrom strebt bis 2030 eine Nettostromerzeugung von mehr als 2,4 TWh an. Die andere Hälfte dieser CAPEX wird für Geothermieprojekte bereitgestellt – mit dem Ziel, bis 2030 rund 1 TWh Energie aus Tiefenwärme zu erzeugen.
Um diese Ziele zu unterstützen, treibt unser LCB-Team Lösungen zur Nutzung erneuerbarer Energien und geothermischer Ressourcen aktiv voran. In den letzten Jahren haben diese Initiativen erheblich an Dynamik gewonnen. Derzeit befinden sich viele Projekte in der Bewertungsphase oder im Stadium erster Investitionen, wobei geplant ist, die Investitionen in den besagten Bereichen nach 2027 weiter zu intensivieren.
Erneuerbarer Strom
Im Geschäftsbereich Gas & Power Osteuropa werden mehrere Projekte zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen entwickelt. OMV Petrom arbeitet mit Partner:innen zusammen, um ein starkes Projektportfolio aufzubauen, das schrittweise umgesetzt bzw. ausgeführt wird. Die ausgewogene Mischung aus eigenen Projekten und Partnerschaften gewährleistet Risikoteilung, eine optimierte Finanzierungsstruktur und die bestmögliche Nutzung der operativen Kapazitäten.
Im Jahr 2025 schloss OMV Petrom den Erwerb von 50% der Anteile an dem von Enery in Bulgarien entwickelten Photovoltaikprojekt Gabare ab. Mit einer Gesamtkapazität von rund 400 MW ist dieses Projekt eines der größten im Land und wird nach der Fertigstellung eine geschätzte Jahresproduktion von 0,3 TWh (netto für OMV Petrom) erzielen. Zur Maximierung der Energieerzeugung wird die PV-Anlage mit Solartrackern ausgestattet. Darüber hinaus erwägen die Partner die Entwicklung eines Batteriespeichersystems zur Unterstützung der Netzflexibilität und -stabilität. Die Transaktion ist ein wichtiger Schritt für die regionale Expansion von OMV Petrom und die Stärkung seines Portfolios im Bereich der erneuerbaren Energien.
Derzeit verfügen OMV Petrom und seine Partner:innen über eine Kapazität für erneuerbare Energien von rund 70 MW, die bereits in Betrieb sind. Kapazitäten von über 900 MW sind in Bau, und der Rest befindet sich in verschiedenen Phasen der Ausführung.
Geothermie
OMV strebt eine starke Position im Bereich der Geothermie an und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine Nettoproduktion von rund 1 TWh zu generieren. Erreicht werden soll dies durch Nutzung der jahrzehntelangen Expertise und Erfahrung von OMV untertage und beim Bohren sowie durch den Zugang zu den neuesten technologischen Entwicklungen. Das Potenzial der Geothermie soll durch bestehende und neue Technologien erschlossen werden. Das Unternehmen möchte damit zur Dekarbonisierung von Fernwärmenetzen, großen Infrastrukturbetreiber:innen und Industrieanlagen beitragen.
Ein wichtiges Beispiel ist „deeep“, unser Joint Venture mit Wien Energie, das sich auf die Entwicklung von geothermischen Anlagen in Wien konzentriert, um klimaneutrale Fernwärme für bis zu 200.000 Haushalte bereitzustellen. Die erste Anlage in Aspern bei Wien wird dank der Unterstützung durch Wärmepumpen eine Kapazität von 20 MW aufweisen. Dies reicht aus, um rund 20.000 Haushalte zu versorgen. Es wurden drei Bohrungen mit jeweils einer Tiefe von über 3.000 Metern fertiggestellt, und die Untersuchungen sollen bis Anfang 2026 abgeschlossen sein. Die Bohrungen werden heißes Formationswasser für die Wärmeerzeugung nutzen, und die erste Wärmelieferung wird 2028 erwartet.
Im Sinne unseres Engagements für nachhaltige Energielösungen führte OMV eine umfassende seismische Untersuchung durch, um das geothermische Potenzial des oststeirischen Beckens zu bewerten. OMV prüft und entwickelt laufend weitere Möglichkeiten und Projekte zur geothermischen Energiegewinnung mit hydrothermischem und geschlossenem Kreislauf. So ist OMV beispielsweise an der Eavor Technologies Inc. beteiligt, einer führenden Entwicklerin von Geothermie-Lösungen mit geschlossenem Kreislauf. Die Technologie von Eavor nutzt geschlossene, multilaterale Tiefenbohrungen. OMV unterhält exklusive Vereinbarungen mit Eavor als strategische Investorin. Eavor erprobt zurzeit die Wirtschaftlichkeit am Standort Geretsried in Deutschland, wo im Dezember 2025 erstmals erfolgreich Strom aus Tiefenwärme erzeugt wurde. Zum möglichen Einsatz der Technologie führt OMV derzeit Verhandlungen mit mehreren Städten in Deutschland und Rumänien. Die erste Produktion aus OMV Projekten wird noch vor 2030 erwartet.