OMV Geschäftsjahr

Im Jahr 2025 erzielte OMV ein solides CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 4,6 Mrd. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit inklusive Net-Working-Capital-Positionen blieb mit EUR 5,2 Mrd signifikant, und der organische freie Cashflow belief sich auf EUR 1,5 Mrd. Der Leverage-Grad betrug 14%. Diese finanzielle Stärke ist eine exzellente Basis für die laufende strategische Transformation von OMV zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien, sowie für unseren Anspruch, den OMV Aktionär:innen attraktive Renditen zu bieten.

Wirtschaftliches Umfeld

Makroökonomie

Das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) blieb auch 2025 hinter den Erwartungen zurück. Die Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für 2025 gingen von einem jährlichen BIP-Wachstum von 3,3% aus, das sich im Laufe des Jahres abschwächen und unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019 bleiben sollte.IMF World Economic Outlook, Jänner 2026

Im April 2025 kündigten die Vereinigten Staaten erhebliche Zölle gegenüber den meisten ihrer Handelspartner:innen an und wandten sich damit klar von den bisher üblichen handelspolitischen Grundsätzen und Gepflogenheiten ab. Dennoch hielten sich die negativen Auswirkungen dessen auf das weltweite BIP in Grenzen, da US-Unternehmen ihre Importe in die erste Jahreshälfte vorverlagerten. Hinzu kam, dass der Privatsektor die Lieferketten rasch umstrukturieren und Handelsströme umlenken konnte. Der Abschluss von Handelsabkommen mehrerer Länder mit den USA sorgte schließlich dafür, dass der Welthandel weitgehend offen blieb.

Anders als bei früheren Handelskonflikten kam es zu einer Abwertung des US-Dollars. Dies war auf die verstärkte Nachfrage nach Absicherungsgeschäften seitens nicht in den USA ansässiger Investor:innen und eine potenzielle Neubewertung des Dollars durch den Markt zurückzuführen. Der schwächere Dollar verstärkte zwar den Zollschock für die Verbraucher:innen in den USA, stützte aber auch den globalen Handel und trug zu günstigen Finanzierungsbedingungen weltweit bei. Durch den Einfluss der Wechselkurse auf die Preise verminderte sich zudem der Inflationsdruck. Dies verschaffte den politischen Entscheidungsträger:innen (insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern) Spielraum zur Unterstützung der jeweiligen Wirtschaftsstandorte. Allerdings wurden die erheblichen Entwicklungshilfekürzungen zu einem belastenden Faktor für aufstrebende Volkswirtschaften. Nachdem die öffentliche Entwicklungshilfe im Jahr 2024 um 9% zurückgegangen war, wurde für 2025 aufgrund der von wichtigen Geberländern angekündigten Kürzungen ein Rückgang in einer ähnlichen Größenordnung erwartet.

Die Wachstumsraten waren weiterhin uneinheitlich, wobei in den einzelnen Regionen unterschiedliche Faktoren zum Tragen kamen. So übertrafen die USA abermals andere entwickelte Volkswirtschaften, vor allem aufgrund von Investitionen in Sachanlagen und geistiges Eigentum, einschließlich künstlicher Intelligenz. Allerdings wirkten sich der schwächelnde Arbeitsmarkt und die nachlassende Bautätigkeit negativ auf die US-Wirtschaft aus. Die Konjunkturentwicklung im Euroraum war 2025 angesichts der schwachen wirtschaftlichen Performance Deutschlands und Italiens neuerlich enttäuschend. Die chinesische Wirtschaft zeigte ab dem zweiten Quartal aufgrund rückläufiger Nettoexporte Anzeichen einer Abschwächung, was durch die Inlandsnachfrage nur teilweise ausgeglichen werden konnte. Das japanische BIP konnte sich im Jahresverlauf dank gestiegener Investitionsausgaben und zunehmender Exporte, insbesondere von Fahrzeugen, etwas verbessern.

Die globale Gesamtinflation ging weiter zurück, von durchschnittlich 5,8% im Jahr 2024 auf 4,1% im Jahr 2025. Die Handelsunsicherheiten hatten bislang nur marginale Auswirkungen, da der Aufbau von Lagerbeständen, die Aussetzung von Zöllen und andere Faktoren, wie zum Beispiel Umlenkungen und Verlagerungen der Handelsströme, niedrigere effektive Zölle bewirkten als ursprünglich erwartet. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 gab es in den Industrieländern Anzeichen für eine Beschleunigung der Inflation, da die Auswirkungen der Zölle von den Lieferketten nicht mehr abgefedert werden konnten. Andererseits wurde erwartet, dass die Entspannung auf den Arbeitsmärkten dazu beitragen würde, die Inflation wieder auf das von den politischen Entscheidungsträger:innen angestrebte Niveau zurückzubringen.

Der Welthandel erwies sich im ersten Quartal 2025 als robust, was auf das signifikante Wachstum der US-Importe sowie der Exporte aus Asien und dem Euroraum aufgrund von Vorzieheffekten in Erwartung höherer Zölle in den Vereinigten Staaten zurückzuführen war. Diese Stärke stand vermutlich bis zu einem gewissen Grad mit dem schwächeren Dollar in Zusammenhang. Nachfolgende Daten wiesen auf Anzeichen einer Verlangsamung im zweiten Quartal hin. Die Warenexporte der wichtigsten europäischen Volkswirtschaften – insbesondere aus Deutschland, Spanien und Großbritannien – in die USA gingen deutlich zurück. Aufgrund zunehmender Handelsströme innerhalb Europas erwies sich die Exporttätigkeit des Euroraums insgesamt betrachtet dennoch als widerstandsfähig. In China wurde der Rückgang der Exporte in die USA durch höhere Exporte in den Euroraum und in Länder des Verbands südostasiatischer Staaten (Association of Southeast Asian Nations; ASEAN) teilweise ausgeglichen. Einen stützenden Effekt hatte dabei unter anderem die Abwertung des Renminbi gegenüber den meisten Währungen (mit Ausnahme des US-Dollars).

Öl

Der Ölmarkt war 2025 schwächer als im Jahr davor. Lag der Durchschnittspreis von Platts Dated Brent 2024 noch bei etwa USD 81/bbl, war er 2025 mit ungefähr USD 69/bbl rund 14% niedriger als im Vorjahr. Die Handelsströme bei Rohöl und Rohölprodukten passten sich zusehends an die seit 2022 wirkenden Sanktionen und bestehenden Handelskonflikte an. Da das Angebot die Nachfrage weiterhin deutlich überstieg, war der Markt im Jahresverlauf durch einen Abwärtsdruck gekennzeichnet. Die größte Veränderung auf der Angebotsseite war politisch bedingt, da die OPEC-Länder ihre 2023 beschlossenen Förderkürzungen weitgehend rückgängig machten. Dadurch gelangten ab April innerhalb von weniger als sechs Monaten mehr als 2 Mio bbl/d Rohöl auf den Markt zurück. Die Nachfrage entwickelte sich 2025 zwar nicht so schwach wie erwartet wurde, als die USA im zweiten Quartal eine deutliche Kehrtwende in ihrer Handelspolitik ankündigten, blieb indes im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit gedämpft. Der Abwärtstrend bei den Ölpreisen wurde vermutlich durch strategische Käufe in China begrenzt, die einigen Quellen zufolge im Durchschnitt ein so hohes Niveau erreichten, dass sie einen bedeutenden Teil des neuerlich vorhandenen OPEC-Angebots ausglichen. Gleichzeitig dürfte die markante Abschwächung des Dollars gegenüber den Währungen mehrerer ölimportierender Länder die in USD notierten Ölpreise vor einem weiteren Rückgang bewahrt haben.

Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt1

In USD/bbl

Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt (Liniendiagramm)
1 S&P Platts Dated Brent Monatsdurchschnittskurs

Erdgas

Die Entwicklung der Erdgaspreise an den europäischen Handelsplätzen verlief umgekehrt zum Vorjahr. So waren die Preise zu Jahresbeginn höher und gaben gegen Ende 2025 allmählich nach. Dennoch kam es zu einem leichten Anstieg des durchschnittlichen Preisniveaus gegenüber dem Vorjahr. Mit ungefähr EUR 37/MWh war der Durchschnittspreis 2025 um etwa 8% höher als im Schnitt des Jahres 2024 von rund EUR 35/MWh. Der Gasmarkt in Europa war durch moderates Wachstum gekennzeichnet. Dies galt insbesondere für den Stromerzeugungssektor, der zu Beginn des Jahres 2025 eine phasenweise geringe Erzeugung aus erneuerbaren Energien verzeichnete. Als immer mehr LNG auf den Markt kam, gingen die Gaspreise im Vergleich zu den hohen Niveaus im ersten Quartal zurück. Einer der Hauptgründe für die niedrigeren Preise war die relativ schwache Erdgasnachfrage in Asien, wo das Nachfragewachstum deutlich geringer ausfiel als in den Jahren davor. Dies schränkte auch den Wettbewerb um LNG-Lieferungen ein, wodurch Europa trotz niedrigerer Preise weiterhin gut versorgt blieb. Die Lockerung der EU-Vorgaben für Speicherstände vor Beginn der Entnahmesaison dürfte ebenfalls dazu beigetragen haben, dass die Preise bis Ende 2025 auf unter EUR 30/MWh sanken.

Erdgaspreis (THE) – Monatsdurchschnitt1

In EUR/MWh

Raffinerie-Referenzmarge Europa (OMV) – Monatsdurchschnitt (Liniendiagramm)
1 Von Argus ermittelter monatlicher Durchschnittspreis basierend auf täglichen Preisnotierungen

OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa

Die Raffineriemarge lag im Jahr 2025 bei durchschnittlich USD 10,1/bbl. Diese signifikante Steigerung gegenüber USD 7,2/bbl im Jahr 2024 war auf die durch das knappe Angebot bedingte Stärke in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen. Die Crack-Spreads für Naphtha blieben etwas unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Nachfrage nach petrochemischen Produkten stand in Anbetracht makroökonomischer Widrigkeiten weiterhin unter Druck. Abschwächungen der absoluten Preisniveaus, Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien und neue Sanktionen gegen den russischen Energiesektor bewirkten indes eine Verknappung des Angebots. Die Crack-Spreads für Motorenbenzin entsprachen in der ersten Jahreshälfte den typischen saisonalen Verläufen. Ab August zogen sie hingegen saisonuntypisch an. Während Betriebsstörungen in der Dangote-Raffinerie zu verstärkten Exporten aus Europa nach Westafrika führten, veranlassten die attraktiven Crack-Spreads bei Mitteldestillaten die Raffinerien dazu, die Produktion von Mitteldestillaten auf Kosten von Leichtdestillaten zu maximieren. Infolgedessen verknappte sich das Angebot an Motorenbenzin. Im Juni begannen die Crack-Spreads für Mitteldestillate zu steigen. Ein Grund dafür war, dass sich die Importe aus dem Mittleren Osten aufgrund des Konflikts zwischen dem Iran und Israel zunehmend schwieriger gestalteten, da die Transport- und Versicherungskosten sprunghaft anstiegen. Die verstärkten Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien trugen ebenfalls zur Verknappung des Angebots an Mitteldestillaten bei. In der zweiten Oktoberhälfte verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft, was die ohnehin schon hohen Raffineriemargen bis in die zweite Novemberhälfte hinein noch weiter ansteigen ließ. Zum Jahresende lagen die Margen neuerlich auf Spätsommerniveau. Zudem verbesserte sich die allgemeine Marktstimmung, da die russischen Exporte wieder zunahmen und die Friedensgespräche bezüglich der Ukraine intensiviert wurden.

Raffinerie-Referenzmarge Europa (OMV) – Monatsdurchschnitt1

In USD/bbl

Erdgaspreis (THE) – Monatsdurchschnitt (Liniendiagramm)
1 Interne Berechnung auf Grundlage von Platts, Argus und ICIS

Chemikalien

Auch auf Chemikalien bezogen hielt das schwache wirtschaftliche Umfeld in Europa 2025 an. Dies hatte die Schließung mehrerer Cracker zur Folge, wodurch sich die Marktbedingungen jedoch nicht so stark verbesserten wie erwartet. Die Schließungen trugen zwar zu einer Marktbereinigung bei, änderten jedoch nichts daran, dass die Region weiterhin unter dem Druck niedrigpreisiger Importe litt. Anhaltende Zölle, stockendes Wirtschaftswachstum und geopolitische Risiken erwiesen sich als zusätzliche Hemmnisse für eine Erholung. Die Turnaround-Saison hatte einen ebenso geringen Einfluss wie im Vorjahr. Auch wenn sich die Mengen auf dem Markt dadurch etwas verringerten, reichte dieser Effekt aufgrund der schwächeren Nachfrage für eine Markterholung nicht aus. Der Auslastungsgrad der europäischen Cracker lag bei durchschnittlich 73% und damit einen Prozentpunkt über dem Durchschnitt des Jahres 2024, was hauptsächlich den dauerhaften Schließungen von Anlagen geschuldet war. Insgesamt sind seit Anfang 2024 ungefähr 2,7 Mio t Crackerkapazitäten – das entspricht 13% der Gesamtkapazität Westeuropas – weggefallen.

Der europäische Polyolefinmarkt war weiterhin durch die makroökonomische Abschwächung und die gedämpfte Nachfrage mehrerer Sektoren beeinträchtigt. Insbesondere die Nachfrage aus Schlüsselsektoren wie der Baubranche und der Automobilindustrie blieb schwach. Der erhebliche Zustrom von Fertigwaren aus China sorgte für eine weitere Verzögerung der Erholung der Industrie. Der europäische Polyolefinmarkt stand 2025 unter erheblichem Importdruck. Ursächlich dafür waren günstigere Preise auf externen Märkten und wirtschaftliche Herausforderungen in der Region. Dessen ungeachtet war das Angebot das ganze Jahr über ausreichend. Für zusätzlichen Druck sorgten Zölle, schwache Ölpreise und das anhaltende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das sich durch hohe Lagerbestände und eine angesichts der anhaltenden Handelsspannungen gedämpfte Stimmung weiter verstärkte. Im Jahr 2025 lag die Auslastung der Anlagen für die Erzeugung von Polyethylen in Europa bei 74% (2024: 72%). Dazu trugen auch Kapazitätsrationalisierungen um etwa 7% bei. Trotz einer Kapazitätsrationalisierung von rund 3% sank die Anlagenauslastung für Polypropylen in Europa verglichen mit 2024 um 1% auf 81%. Ursächlich dafür waren geringe Rentabilität, Anlagenausfälle und eine schwache Exportnachfrage.

Die Nachfrage nach Polyolefin in Asien stand 2025 angesichts eines strukturbedingten Überangebots und der schwachen Nachfrage nachgelagerter Branchen erheblich unter Druck. Zölle, schwache Rohölpreise und das anhaltende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage dämpften die Stimmung so weit, dass Käufer:innen wenig Interesse daran zeigten, Lagerbestände aufzubauen. Die Importe in die Region gingen zurück, da Verkäufer:innen in Übersee ihre Mengen auf wettbewerbsfähigere Märkte umleiteten, was die Preise nur geringfügig stützte. Im Jahr 2025 lagen die Anlagenauslastungen in Nordostasien bei 77% für Polyethylen (2024: 79%) und bei 72% für Polypropylen (2024: 77%).

Polyolefinmargen (OMV) – Monatsendwerte1

In EUR/t

Polyolefinmargen (OMV) – Monatsendwerte (Liniendiagramm)
1 Interne Berechnung auf Grundlage von ICIS, berechnet mit 50% Polyethylen und 50% Polypropylen
Leverage-Grad
%-Verhältnis Nettoverschuldung zu eingesetztem Kapital

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