Strategie

OMV will sich zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien entwickeln. Ein wesentlicher Bestandteil der OMV Strategie ist das Ziel, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Der Konzern wird eine agile Transformation vorantreiben und dabei Investitionen in neue Bereiche sorgfältig abwägen. Gleichzeitig wird das Kerngeschäft – mit Erdgas und chemischen Produkten als primären Wertschöpfungstreibern – ausgebaut, wodurch OMV seine Verantwortung als zuverlässiger Lieferant bekräftigt. Bis 2030 rechnet OMV mit der Steigerung seines operativen Cashflows auf mindestens EUR 6 Mrd und der Realisierung eines ROACE von mindestens 12%. Ebenso sollen zuverlässig attraktive Aktionärsrenditen geboten werden. Der Purpose von OMV „Re‑inventing essentials for sustainable living“ ist unser konzernweites Leitbild.

Marktausblick

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht für 2026 von einem moderaten Wachstum der Ölnachfrage von rund 0,9 Mio bbl/d aus. Diese Prognose liegt unter den historischen Durchschnittswerten von 1,1 bis 1,2 Mio bbl/d. Beim Angebot wird eine Steigerung um 2,5 Mio bbl/dIEA Oil Market Report, Jänner 2026 erwartet. Folglich könnte der Brent-Preis kurzfristig unter Druck geraten, da das Angebot die Nachfrage übersteigen dürfte. Daher ist von einer Phase niedrigerer Preise auszugehen, die notwendig wäre, um das Angebotswachstum zu begrenzen bzw. die Nachfrage zu stützen. Die Raffineriemargen könnten aufgrund der schwächer prognostizierten Nachfrage ebenso einem moderaten Druck ausgesetzt sein. Neu hinzukommende Raffineriekapazitäten werden voraussichtlich ebenfalls zu einem gewissen Margendruck beitragen. Dies könnte gezwungenermaßen zu einer Konsolidierung der Produktion in Europa führen, wo das langfristige Nachfragewachstum tendenziell schwächer ausfällt als in anderen Regionen.

Mittel- und längerfristig werden der Pfad der Energiewende und die Dekarbonisierung der Wirtschaft weiterhin von Kontroversen und Unsicherheiten geprägt sein. Der Trend zum kumulativen Anstieg der Zusagen von Staaten, Regionen, Kommunen und Unternehmen zur Dekarbonisierung der Energiesysteme und der Wirtschaft setzte sich 2025 nicht mehr fort. Laut dem Carbon Tracker der University of Oxford gibt es derzeit für geschätzte 77% des globalen BIP eine Netto-Null-Zusage, während diese Zahl im Jahr 2024 noch bei 93% lag. Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Abkehr der USA von ihren Klimaschutzverpflichtungen. In der Unternehmenswelt haben sich jedoch bereits mehr als 60% der gemessen am weltweiten Umsatz größten Unternehmen in irgendeiner Form zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen verpflichtet. Dieser Prozentsatz ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Etwa 54% der beobachteten Unternehmen haben ein Netto-Null-Ziel als Teil ihrer Unternehmensstrategie definiert.

Im jüngsten World Energy Outlook hat die IEA ihre Szenarien aktualisiert. Das Announced Pledges-Szenario (APS) – bei dem davon ausgegangen wird, dass alle Klimaschutzverpflichtungen rechtzeitig und vollständig erfüllt werden – wurde gestrichen; das Current Policies-Szenario (CPS) – das auf bereits verabschiedeten Gesetzen basiert – wurde nach einigen Jahren erneut in die Prognosen aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr basiert das Stated Policies-Szenario (STEPS) des aktuellen Berichts auf der Annahme einer geringeren Wachstumsrate bei erneuerbaren Energien und entsprechend steilerer Entwicklungskurven bei der Öl- und Gasnachfrage sowie der Stromerzeugung aus Kernenergie. Infolgedessen wurde der angenommene Temperaturanstieg bis 2100 gegenüber dem vorindustriellen Niveau um 0,1 Grad auf 2,5°C nach oben korrigiert. Anders als im STEPS wird im CPS von einer weiteren Zunahme des Temperaturanstiegs (auf 3°C) ausgegangen.

Gesamtangebot an Primärenergie weltweit

In EJ

Gesamtangebot an Primärenergie weltweit (Balkendiagramm)Gesamtangebot an Primärenergie weltweit (Balkendiagramm)
Quelle: Internationale Energieagentur (IEA), World Energy Outlook 2025

Im STEPS-Szenario beträgt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Gesamtangebots an Primärenergie bis 2035 etwa 0,7%, und die Nachfrage steigt im Prognosezeitraum weiter an. Im CPS-Szenario wächst der Gesamtenergiebedarf aufgrund einer schwächeren Umsetzung der Energiewende noch schneller. Das Net Zero Emissions by 2050-Szenario (NZE) ist das einzige, in dem der Energiebedarf im Vergleich zu 2024 sinkt und 70% des Bedarfs bis 2050 durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

Mehr über die Szenarioanalyse von OMV finden Sie in der Nachhaltigkeitserklärung ( Umweltinformationen) sowie im Konzernanhang (Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende).

Globale Nachfrage nach Olefinen1

In Mio t

Globale Nachfrage nach Olefin-Neuware (Balkendiagramm)Globale Nachfrage nach Olefin-Neuware (Balkendiagramm)
Quelle: Chemical Market Analytics; Chemical Supply & Demand, Ausgabe 2026: Update Herbst 2025
1 Ethylen und Propylen

Die Ölnachfrage für die chemische Produktion wird aufgrund einer steigenden Nachfrage in Schwellenländern und der engen Verknüpfung mit der BIP-Entwicklung voraussichtlich zunehmen. Bis 2030 wird die Ölnachfrage für die chemische Produktion um etwa 3,2% pro Jahr steigen. Das Wachstum der Nachfrage nach chemischen Produkten und Kunststoffen wird sich bis 2030 und darüber hinaus auf Schwellenländer, vor allem in Asien, konzentrieren. Auf diese Region entfällt der größte Teil des weltweiten Bevölkerungswachstums und damit des entsprechenden Potenzials zur Verbesserung des Lebensstandards. Die Nachfrage in gesättigten Märkten wie Europa und Japan dürfte langfristig herausfordernd bleiben, während das Nachfragewachstum in Amerika mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Einklang stehen wird.

Globale Nachfrage nach Polyolefinen (Neu hergestellt und Rezyklat)

In Mio t

Globale Nachfrage nach Polyolefin-Neuware (Balkendiagramm)Globale Nachfrage nach Polyolefin-Neuware (Balkendiagramm)
Quelle: Chemical Market Analytics, Chemical Supply & Demand, Ausgabe 2026: Update Herbst 2025

Polyolefine sind das größte Marktsegment bei der Herstellung von Kunststoffprodukten. Die Nachfrage nach neu hergestellten Polyolefinen wird bis 2030 – verstärkt durch den asiatischen Markt – weiterhin stärker als das globale BIP wachsen. Polyolefine werden für verschiedene Branchen, darunter Verpackungen, Bauwesen, Transport, Gesundheitswesen, Pharmazeutika und Elektronik, auch künftig unverzichtbar sein. Der wichtigste Erfolgsfaktor für mittel- bis langfristig nachhaltige Geschäftsmodelle ist das Wachstum bei erneuerbaren Rohstoffen und Biokunststoffen sowie die Entwicklung von kreislauffähigen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach rezyklierten Polyolefinen bis 2030 mehr als dreimal so schnell wachsen wird wie das globale BIP, wobei Asien den größten Anteil ausmachen wird.

ROACE
Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital

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