Chemicals-Strategie

Im Segment Chemicals ist die Gründung von Borouge Group International (BGI) ein wichtiger Meilenstein für OMV. Durch das neue Unternehmen tun sich erhebliche Wachstumschancen auf. Gleichzeitig bleiben die zunehmende Integration der Wertschöpfungskette und die Steigerung der Verkaufsmengen nachhaltiger chemischer Produkte wichtige strategische Säulen von OMV Chemicals.

Strategische Prioritäten im Segment Chemicals bis 2030:

  • Wachstum durch Borouge Group International
  • Erfolgreiche Fusion und Integration
  • Organische Wachstumsprojekte, Effizienzsteigerungen und Synergien
  • Maximierung der Auslastung der OMV Cracker
  • Weitere Optimierung der End-to-End-Integration in der gesamten Wertschöpfungskette
  • Einsatz von Technologie und Innovation für kreislauffähige chemische Produkte

Die Gründung von BGI wird das Wachstum im Geschäftsbereich Chemicals beschleunigen. OMV wird zu gleichen Anteilen wie ADNOC an dem neuen Unternehmen beteiligt sein, dessen Konsolidierung nach der Equity-Methode erfolgen wird. BGI umfasst drei sich ergänzende Polyolefinunternehmen:

  • Borealis, ein innovativer Polyolefinhersteller mit hoher Rohstoffflexibilität, der hauptsächlich die europäischen und nordamerikanischen Märkte bedient.
  • Borouge, ein integrierter Produzent im Weltmaßstab, der hauptsächlich die Märkte im Mittleren Osten und in Asien bedient und von einer Rohstoffkostenposition im ersten Quartil sowie branchenführenden Margen profitiert.
  • NOVA Chemicals, ein führender nordamerikanischer Hersteller mit attraktivem Zugang zu Rohstoffen, proprietären Technologien und einer starken Position im Bereich Verpackungslösungen.

Strategische Leitprinzipien von Borouge Group International:

  • Führendes global integriertes Polyolefinunternehmen: Ein Player von signifikanter Größe, fokussiert auf wertschöpfungsstarke Segmente und wachstumsstarke Märkte sowie eine Plattform, über die OMV und ADNOC ihre Wachstumsstrategie im Polyolefinbereich vorantreiben.
  • Innovation und Differenzierung: Technologieführer mit kundenorientierter Innovation und zirkulären Lösungen sowie gleichzeitigem Ausbau in hochprofitablen Segmenten durch Premium- und Spezialprodukte.
  • Attraktive Kostenposition: Rund 70% der Produktion befinden sich in Rohstoffregionen mit Kostenvorteilen, während der Rest von hoher Rohstoffflexibilität profitiert.
  • Attraktive Aktionärsrendite: Ausgezeichnet positioniert, um über den gesamten Zyklus hinweg attraktive Renditen für Aktionär:innen zu erwirtschaften.

Durch BGI wird sich das Produktionsprofil von OMV erheblich verändern: Werden derzeit 60% der Produktion in Europa generiert, so sollen künftig 70% der Produktion im Mittleren Osten und Nordamerika erzielt werden – in Ländern, die im ersten Quartil der Regionen mit günstigen Rohstoffbedingungen liegen. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Gründung von BGI mittelfristige EBITDA‑Synergien von mehr als USD 500 Mio pro Jahr bis 2030 generiert, von denen rund 75% innerhalb von drei Jahren nach Abschluss realisiert werden sollen. Nach der erfolgreichen Fusion und Integration wird die Mindestdividende von BGI an OMV ab 2026 voraussichtlich USD 1 Mrd pro Jahr betragen, wobei von Potenzial nach oben ausgegangen wird.

Im OMV Basischemikaliengeschäft rangieren die beiden Cracker in Österreich und Deutschland wettbewerbsfähig im zweiten Quartil der europäischen Kostenkurve und profitieren sowohl von der vorgelagerten Integration mit den Raffinerien als auch der nachgelagerten Integration mit BGI. Die langfristigen Verträge zwischen OMV und BGI über Lieferungen von Ethylen und Propylen von den Standorten Burghausen und Schwechat werden beiden Unternehmen Vorteile und Stabilität verschaffen. Mit Blick auf die Zukunft misst OMV der Maximierung des Auslastungsgrads seiner Cracker vorrangige Bedeutung bei. Die verstärkte Integration mit den Raffinerien und verbesserte Flexibilität bei der Verarbeitung erneuerbarer Rohstoffe über das integrierte System sollen dazu beitragen, den bis 2030 angestrebten Auslastungsgrad von über 90% (ohne Berücksichtigung von Turnarounds) zu erreichen.

Zudem entwickelt OMV unter Nutzung seiner Technologieführerschaft nachhaltige Produkte und steigert deren Verkaufsmengen im Einklang mit der Nachfrage. Das Vorzeigeprojekt von OMV auf diesem Gebiet ist ReOil®, eine firmeneigene Technologie für chemisches Recycling. Die ReOil®-Anlage mit einer Kapazität von 16.000 t wurde 2024 fertiggestellt und war 2025 durchgehend in Betrieb. Die mit dem ReOil®-Projekt gewonnenen Erkenntnisse in puncto Technologie und Marktpotenzial dienen dem Unternehmen als Grundlage für die richtige technische und zeitliche Dimensionierung künftiger Projekte. Parallel dazu investiert OMV im Rahmen des Joint Ventures mit Interzero in den Bau der größten Sortieranlage für Post-Consumer-Kunststoffe in Europa, um eine kostenmäßig vorteilhafte Versorgung der eigenen Anlagen mit diesen Einsatzstoffen sicherzustellen. Basierend auf dem Geschäftsmodell der Integration zwischen Raffinerie- und Chemiebereich werden die künftigen Anlagen zur Erzeugung von hydriertem Pflanzenöl (Hydrotreated Vegetable Oil; HVO) für den Aufbau eines profitablen Geschäfts mit erneuerbaren Kraftstoffen von wesentlicher Bedeutung sein. Mit einem innovativen Produktportfolio wird OMV eine nachhaltige Marktentwicklung unter Berücksichtigung der sich verändernden Kundenerwartungen vorantreiben.

Insgesamt erwartet OMV, dass das Basischemikaliengeschäft bis 2030 rund EUR 200 Mio zum Operativen Ergebnis vor Sondereffekten beitragen wird.

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