E2-2 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung

OMV zielt darauf ab, Luftemissionen über alle Geschäftsbereiche und Aktivitäten hinweg zu minimieren. Dabei kommen das Vorsorgeprinzip, internationale branchenspezifische bewährte Verfahren und/oder die beste verfügbare Technik (BVT) zur Anwendung. Dies umfasst Luftemissionen sowohl aus Punktquellen als auch aus diffusen Quellen sowie Emissionen in Wasser und Boden. Unser Ziel ist es auch, Ölaustritte und Leckagen bei unseren Tätigkeiten sowohl auf See als auch an Land zu verhindern und zu reduzieren. Wir haben Pläne zur Vermeidung und Kontrolle von Austritten etabliert, die den spezifischen Bedingungen des Unternehmens Rechnung tragen. Dazu gehören sowohl proaktive Managementpläne, die Risikobewertungen, präventive Maßnahmen und Inspektionen vorsehen, als auch reaktive Managementpläne mit Kontroll-, Reaktions- und Reinigungsverfahren. Der folgende Abschnitt bietet einen Überblick und eine Beschreibung der wichtigsten Maßnahmen, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, sowie der geplanten künftigen Maßnahmen zur Bewältigung unserer Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung.

Wichtigste Maßnahmen

[E2-2.18a] [MDR-A 68a-68c, 68e] [E1-3.29c-i] OMV hat die folgende wichtigste Maßnahme[MDR-A 68b] Als wichtigste Maßnahmen gelten jene, deren Umsetzung CAPEX von mindestens EUR 5 Mio erfordern. Im Jahr 2025 wurde der Planungshorizont von fünf auf drei Jahre verkürzt, was zu niedrigeren zukunftsorientierten CAPEX im Vergleich zur Nachhaltigkeitserklärung 2024 führt. Die CAPEX umfassen Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inkl. IFRS 16 Nutzungsrechte), Ausgaben für Akquisitionen sowie at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen für vordefinierte CAPEX-Kategorien, die mit nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Nicht in den CAPEX-Zahlen enthalten sind Rekultivierungsvermögen, staatliche Zuschüsse, Fremdkapitalkosten, Zugänge zu veräußerten Vermögenswerten (unter bestimmten Bedingungen) und andere Zugänge, die per Definition nicht als Investitionsausgaben gelten. Im Rahmen der geltenden Rechnungslegungsvorschriften werden Ausgaben, die während der Projektdurchführung anfallen, in der Regel aktiviert und sind daher in den CAPEX-Zahlen enthalten. OPEX-Zahlen im Zusammenhang mit den wichtigsten Maßnahmen werden aufgrund der derzeit begrenzten Datenverfügbarkeit nicht ausgewiesen und können in künftige Berichte aufgrund neuer Berichterstattungsverfahren aufgenommen werden. Die Zahlen werden nicht von externen Stellen validiert. Für das wesentliche Thema E2 Umweltverschmutzung beziehen sich die wichtigsten Maßnahmen in erster Linie auf Aktivitäten in Österreich, Deutschland und Rumänien. (siehe Tabelle) definiert, um die für E2 Umweltverschmutzung identifizierten negativen Auswirkungen und das Risiko zu verhindern bzw. zu mindern. Beispiele dafür sind die negativen Auswirkungen im Zusammenhang mit Luftschadstoffen sowie die negativen Auswirkungen von Boden- und/oder Wasserverschmutzungen durch Versagen der Anlagenintegrität. Darüber hinaus haben wir auch Maßnahmen zur Prozesssicherheit und zur Verringerung der Verschmutzung durch Mikroplastik ergriffen, um unsere Auswirkungen und das Risiko in diesen Bereichen zu reduzieren. [MDR-A 69b] Im Jahr 2025 erforderte die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen im Zusammenhang mit E2 Umweltverschmutzung einen Investitionsaufwand (CAPEX) von EUR 11 Mio. Die Gesamt-CAPEX des Konzerns und deren Überleitung zu den in der Cashflow-Rechnung ausgewiesenen Investitionen sind den Abschnitten Investitionsausgaben (CAPEX) im Konzernlagebericht und Konzern-Cashflow-Rechnung im Konzernabschluss und Konzernanhang zu entnehmen.

[MDR-A 69a] OMV ist bestrebt, seine langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund prüft OMV die Möglichkeiten nachhaltiger Finanzierungen und nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele gekoppelt sind. Für die Durchführung der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten wichtigsten Maßnahmen steht derzeit kein nachhaltiges Finanzinstrument zur Verfügung.

Wichtigste Maßnahmen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung

Wichtigste Maßnahme
(Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen, deren Implementierung CAPEX von EUR ≥5 Mio erfordert)

Vermeidung von Umweltverschmutzung

Status

Tatsächlich und geplant

Erwartetes Ergebnis

Verringerung von Schadstofffreisetzungen in Luft, Boden und Wasser

Beitrag zu Vorgabe/Ziel des Konzepts

Vermeidung von Umweltverschmutzung, Minimierung der Umweltauswirkungen und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen

Umfang

Eigene Tätigkeiten

Zeithorizont

Mittelfristig

Abhilfe

n.a.

Fortschritt

Bewertung, Ausführung

CAPEX 2025 (EUR Mio)

11

CAPEX 2026–2028 (EUR Mio)

66

Relevante IROs

E2-P-IRO-1, E2-P-IRO-4, E2-P-IRO-6, E2-P-IRO-5

Neben der oben beschriebenen wichtigsten Maßnahme hat OMV mehrere zusätzliche Maßnahmen ergriffen und geplant, deren Umsetzungskosten den festgelegten finanziellen Schwellenwert nicht überschreiten. Diese umfassen:

Reduktion der Luftschadstoffe

[E2-2.18] [MDR-A-68a-68c] Auf Basis der Vorgaben zur Vermeidung von und zum Umgang mit Verschmutzung in unserem Umweltmanagementstandard ermitteln unsere Standorte regelmäßig das Potenzial für Verbesserungen, um Luftschadstoffe zu verringern. Die Optimierung des Fackelsystems in der Raffinerie Burghausen begann im Jahr 2024 und wurde im Laufe des Jahrs 2025 abgeschlossen. Dabei wurde eine Kombination von Verbesserungen umgesetzt, die zu einer Verringerung des abgefackelten Gases und der damit verbundenen Luftschadstoffe, einschließlich NOx, VOC und CO, geführt haben. Diese Maßnahmen umfassten die Erhöhung des Arbeitsvolumens des Fackelgasbehälters, die Optimierung des Backup-Gas-Algorithmus und die Umleitung eines stickstoffreichen Stroms von der Fackel in den Raffinerieprozess. Die Maßnahme beschränkt sich auf unsere eigene Geschäftstätigkeit in der Raffinerie Burghausen in Deutschland.

[E2-2.18] [MDR-A-68a-68c] OMV hat auch einen Schiffskraftstoff, das sogenannte Ultra-Low Sulfur Fuel Oil (ULSFO), entwickelt, der die Anforderungen der Sulfur Emission Control Areas (SECA), insbesondere im Mittelmeer, erfüllt. Der Umfang dieser Maßnahmen, die im Jahr 2025 in Kraft traten, erstreckt sich auf die eigenen Tätigkeiten und die nachgelagerte Wertschöpfungskette von OMV. Diese Maßnahmen sollen der negativen Auswirkung von Luftschadstoffen durch unsere Lieferant:innen und unsere eigenen Tätigkeiten entgegenwirken, die die Luftqualität und folglich die Gesundheit von Mensch und Umwelt beeinträchtigen. Das neue Schiffskraftstoffprojekt von OMV ist ein Beispiel für einen strategischen Ansatz zur Nachhaltigkeit, mit dem wir die Umwelt-Compliance auch durch Formulierung eines innovativen Kraftstoffs sicherstellen. Das neu entwickelte ULSFO ist speziell auf die strengen Anforderungen der SECA ausgelegt, einschließlich der zukünftigen SECA-Verordnung für das Mittelmeer, die den Schwefelgrenzwert auf 0,1% reduziert. Der Kraftstoff entspricht auch der aktualisierten Norm ISO 8217:2024. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören eine erhebliche Verringerung der Luftschadstoffe, eine bessere Luft- und Wasserqualität und damit verbundene Vorteile für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

Reduktion der Umweltverschmutzung durch Mikroplastik

[E2-2.18a, 18b] [MDR-A-68a] Ein Ziel der „Responsible Care“-Richtlinie ist die Sicherstellung, dass alle Polyolefin-(PO‑)Standorte von Borealis den OCS-Standard erfüllen und dass alle europäischen PO-Standorte (mit Ausnahme der Recyclinganlagen) ihre OCS-Zertifizierung erhalten oder erneuern. Mehr über alle anderen Standorte finden Sie im Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung. [MDR-A-68b] Diese definierten Maßnahmen konzentrieren sich auf die eigene Geschäftstätigkeit von Borealis an seinen PO-Produktionsstandorten weltweit, über die das Unternehmen die operative Kontrolle hat. [MDR-A 68c] Alle Standorte im Geltungsbereich erhielten die OCS-Zertifizierung. [E2-2.19b] Das OCS-Programm zielt auf Vermeidung ab, und alle Maßnahmen konzentrieren sich darauf, die Freisetzung von Kunststoffpellets in die Umwelt zu verhindern. [MDR-A-68c] Bisher ist es jedoch nicht gelungen, Freisetzungen gänzlich zu vermeiden, sodass alle OCS-Aktivitäten in der Abhilfemaßnahmenhierarchie in die Kategorie der Reduktion von Umweltverschmutzungen fallen. [MDR-A 69a] Alle OCS-Maßnahmen im Jahr 2025 waren entweder mit geringen Investitionen verbunden oder verursachten keine Kosten, sodass keine der Maßnahmen, weder einzeln noch kumuliert, den von Borealis für seine wichtigsten Maßnahmen festgelegten Schwellenwert von EUR 2,5 Mio überschritt. Mehr dazu finden Sie im Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.

Prozesssicherheit

[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68] Unser Ziel, in Bezug auf unsere Prozesssicherheitsereignisrate eine führende Position beizubehalten, unterstützt unser strategisches Ziel, weiterhin einen starken Fokus auf die traditionelle Risikokontrolle zu legen und uns gleichzeitig auf neue Technologien vorzubereiten, die in der HSSE-Strategie 2030 von OMV definiert sind. Wir erreichen dies durch umfangreiche Schulungsprogramme für unsere Arbeitnehmer:innen und durch die Verbesserung unserer Sicherheitskultur. Mit unseren Schulungen sorgen wir dafür, dass Sicherheit für unsere Standorte oberste Priorität bleibt und Risiken im Zusammenhang mit ungeplanten Freisetzungen aufgrund von Prozesssicherheitsereignissen wirksam gesteuert werden. Diese Maßnahme ist in unserem Prozesssicherheitsmanagementstandard festgeschrieben, mit dem wir unser Engagement für den Schutz unserer Arbeitnehmer:innen und der Umwelt bekräftigen. In den folgenden Abschnitten beschreiben wir die konkreten Maßnahmen in Bezug auf die Prozesssicherheit im Detail:

Schulungen

[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68a-68c] Gemäß unserem Prozesssicherheitsmanagementstandard wird die Kompetenz der Arbeitnehmer:innen durch einen strukturierten Schulungsplan, kontinuierliche Kommunikation und den Austausch von Erfahrungen sichergestellt. In den Raffinerien werden regelmäßig szenariobasierte Notfallübungen sowie reguläre Feuerwehrübungen durchgeführt, um die Sicherheitsverfahren zu festigen. Diese Schulungen tragen dazu bei, das Risiko von Prozesssicherheitsereignissen zu verringern und die negative wesentliche Auswirkung im Zusammenhang mit der Boden-, Wasser- und Luftverschmutzung aufgrund von Vorkommnissen (z. B. durch das Versagen der Anlagenintegrität) zu verhindern. Diese Maßnahme unterstützt unser Ziel, in Bezug auf unsere Prozesssicherheitsereignisrate eine führende Position beizubehalten.

Interaktive Plattformen und verbesserter Wissensaustausch

[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68a-68c] Wir haben unser OMV Process Safety Network mit einer Online-Kollaborationsplattform einschließlich einer Referenzbibliothek und eines Diskussionsforums fortgesetzt. Regelmäßige virtuelle Veranstaltungen, bei denen rund 200 Teilnehmer:innen aus dem gesamten Konzern zusammenkommen, ermöglichen den Wissensaustausch und fördern kontinuierliches Lernen, um eine negative Auswirkung von Vorkommnissen, darunter Prozesssicherheitsereignisse, zu vermeiden. Die aktive Teilnahme der Führungsebene an diesen Veranstaltungen demonstriert starke Führungsverantwortung und Engagement für das Thema Prozesssicherheit. Ein Konzernausschuss für Prozesssicherheit unter Beteiligung von Vorstandsmitgliedern tagt zweimal jährlich. Auf diesen Sitzungen werden die Leistungen, Erfolge und Herausforderungen erörtert. Vierteljährliche halbtägige Veranstaltungen und der jährliche Process Safety Day fördern den Wissensaustausch mit aktiver Beteiligung des Senior Managements.

Lebensrettende Regeln und Sicherheitszentren

[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68a-68c] Auf Grundlage der in unserem Umweltmanagementstandard dargelegten Präventionsrichtlinien und der im Prozesssicherheitsstandard beschriebenen Leitlinien zur Integration der Prozesssicherheit in das Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement haben wir auch im Jahr 2025 weiter daran gearbeitet, die Sicherheitskultur an den von uns betriebenen Standorten (einschließlich Borealis) zu verbessern. Dazu zählten auch 30 Bewertungen zur Einhaltung der konzernweit geltenden lebensrettenden Regeln (Life-Saving Rules). Diese sollen zu einer Verhinderung der negativen Auswirkung von Vorkommnissen wie Prozesssicherheitsereignissen beitragen, die die Boden-, Luft- und Wasserqualität beeinträchtigen können. Auf Basis dieser Bewertungen wurden für festgestellte Mängel Aktionspläne erstellt, und bewährte Verfahren wurden kommuniziert. Darüber hinaus wurden an mehreren Standorten Sicherheitszentren eingerichtet, sodass es nun insgesamt 20 Zentren im gesamten Konzern gibt. Diese Sicherheitszentren spielen eine wichtige Rolle bei der Implementierung und praktischen Anwendung unserer lebensrettenden Regeln. Die Schulungen in den Sicherheitszentren richten sich an die Arbeitskräfte des Unternehmens und die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an den Standorten des OMV Konzerns tätig sind. Im Jahr 2025 nahmen insgesamt mehr als 11.000 Arbeitskräfte des Unternehmens und mehr als 6.000 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette an Schulungen in den Sicherheitszentren teil.

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