OMV hat die folgenden Konzepte eingeführt, um unsere wesentliche Auswirkung und das Risiko im Zusammenhang mit E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme zu steuern.
Code of Conduct
In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Umweltmanagementstandard
In Bezug auf den Umweltmanagementstandard werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. Im Rahmen des Umweltmanagementstandards von OMV wurden Prozesse und Mechanismen definiert, um identifizierte potenzielle negative Auswirkungen zu verhindern, zu mindern und zu beheben. Die konkreten Prozesse im Zusammenhang mit dem Biodiversitätsmanagement, die im Umweltmanagementstandard beschrieben sind, umfassen:
Bewertungen der Biodiversität auf Standortebene
Screenings der biologischen Vielfalt und der Ökosystemdienstleistungen (Biodiversity and Ecosystem Services; BES) sind im Umweltmanagementstandard vorgeschrieben. Diese Screenings sind fester Bestandteil der TNFD LEAP-Bewertung. Im letzten Quartal des Jahres 2023 haben wir mit der Arbeit an BES-Screenings an sechs Pilotstandorten im Rahmen der laufenden Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz der TNFD begonnen.
Im Jahr 2025 haben wir auf Konzernebene ein Screening aller Betriebsstandorte des OMV Konzerns durchgeführt, um Standorte mit hoher Priorität für die für 2026 geplanten standortspezifischen Bewertungen der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu ermitteln. Unser Ziel ist es, die Bewertungen im Laufe des Jahrs 2026 an 13 Standorten mit hoher Priorität zu beenden und damit die Evaluierungs- und Bewertungsphase des LEAP-Rahmens abzuschließen. Diese Bewertungen entsprechen unserem Umweltmanagementstandard und tragen zur Erreichung der dort festgeschriebenen Ziele bei, indem sie dabei helfen, wirkungsvolle Minderungs- und Erhaltungsmaßnahmen zu ermitteln.
Aktionspläne für die Biodiversität
OMV ist Mitglied der Biodiversity Task Force der Internationalen Umweltschutzorganisation der Erdölindustrie (International Petroleum Industry Environmental Conservation Association; Ipieca). Diese gab einen Leitfaden zur Entwicklung von Aktionsplänen für die Biodiversität (Biodiversity Action Plans; BAPs) heraus. Im Jahr 2024 entwickelte OMV eine BAP-Vorlage, die sich am Ipieca-Leitfaden orientiert und auch die Anforderungen der TNFD und der CSRD erfüllt. Wie im Umweltmanagementstandard von OMV festgelegt, beabsichtigt OMV die Entwicklung von BAPs für alle Standorte und Projekte, bei denen anhand von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen (Environmental and Social Impact Assessments; ESIAs) erhebliche Restauswirkungen identifiziert werden. Erhebliche Restauswirkungen sind diejenigen, die nach der Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Wiederherstellung weiterhin vorhanden sind.
Abhilfemaßnahmenhierarchie
Die Abhilfemaßnahmenhierarchie ist das übergreifende Prinzip, das den Schutz und die Erhaltung der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen gewährleistet. Priorität haben dabei die Vermeidung und Minimierung. Eine Wiederherstellung erfolgt nach Bedarf. Kompensationen hingegen sollten erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Abhilfemaßnahmen ausgeschöpft sind. Beispiele für Abhilfemaßnahmen sind die Umplanung der Streckenführung von Pipelines oder die Planung von Projekten in Jahreszeiten, in denen die Auswirkungen auf Brutpopulationen vermieden werden können. Ein Beispiel für gutes Biodiversitätsmanagement ist das Entwicklungsprojekt Berling vor der norwegischen Küste. Ziel war es, eine Schädigung der empfindlichen Kaltwasserkorallen zu vermeiden. Auf der Grundlage des vorhandenen Know-hows und der verfügbaren Technologie wurden im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung ein Screening der Artenvielfalt und Bestandsaufnahmen durchgeführt. Unter Anwendung der Abhilfemaßnahmenhierarchie wurden die Bohrstelle, die Position der Unterwasserinstallationen und der Verlauf der Pipeline möglichst weit von Korallenkolonien entfernt geplant. Wir setzten die besten verfügbaren Techniken ein, um die Auswirkungen auf die Umwelt auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Unser Umweltmanagementstandard fordert die Bewertung der Umweltaspekte sowie ihrer Auswirkungen, Risiken und Chancen und die Einhaltung von Umweltanforderungen. Die Bewertung der Auswirkungen, Abhängigkeiten, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt erfolgt anhand eines LEAP-Ansatzes der TNFD, der eine standortspezifische Überprüfung der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen an ausgewählten Standorten mit hoher Priorität umfasst. Die Bewertung basiert dabei auf den direkten Ursachen des Biodiversitätsverlusts. Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) von Großprojekten beschreiben und analysieren die beobachteten oder voraussichtlichen direkten und indirekten Auswirkungen auf die Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen.
Die wichtigsten Produkte – Energie, Kraftstoffe und Chemikalien – und Rohstoffe von OMV werden nicht aus Ökosystemdienstleistungen abgeleitet. Folglich hängen deren Produktion und Beschaffung nicht von Ökosystemen ab, und es besteht keine unmittelbare Notwendigkeit für Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit oder zur regelmäßigen Überwachung sowie zur Berichterstattung über den Zustand der biologischen Vielfalt und den Gewinn oder Verlust an biologischer Vielfalt. Da jedoch einige Materialien, die aus Ökosystemen stammen, in unserer langfristigen Strategie immer wichtiger werden könnten, planen wir, unsere Konzepte zu erweitern bzw. anzupassen, um eine transparente Rückverfolgbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette sowie eine regelmäßige Überwachung und Berichterstattung über den Zustand der biologischen Vielfalt in den kommenden Jahren sicherzustellen. Alle erneuerbaren biobasierten Einsatzstoffe sind nach ISCC PLUS oder ISCC EU zertifiziert, was Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Transparenz gewährleistet. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.
Wir sind uns darüber im Klaren, dass unsere potenziellen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt auch die Fähigkeit der Ökosysteme beeinträchtigen können, wichtige Dienstleistungen zu erbringen, was wiederum soziale Folgen haben kann. Die derzeitigen Konzepte enthalten keine detaillierten Leitlinien zur Bewertung sozialer Folgen von Auswirkungen im Zusammenhang mit einer Verschlechterung der biologischen Vielfalt. Sobald die Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz abgeschlossen ist und das Ausmaß unserer Auswirkungen besser bekannt ist, können wir die Aufnahme solcher Leitlinien in unsere Konzepte in Betracht ziehen. Unser Umweltmanagementstandard gilt für unsere Betriebsstandorte und schließt auch jene ein, die sich in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden. OMV hat keine spezifischen Konzepte in Bezug auf nachhaltige Verfahren oder Strategien im Bereich Landnutzung und Landwirtschaft, nachhaltige Verfahren oder Strategien im Bereich Meere und Ozeane oder in Bezug auf Entwaldung eingeführt, da bei unserer letzten Wesentlichkeitsanalyse keine diesbezüglichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen identifiziert wurden.