Wir haben spezielle Maßnahmen definiert, um unsere wesentlichen negativen Auswirkungen auf Gemeinschaften zu adressieren, die sich aus der Nichtbeachtung, dem mangelnden Schutz und der Nichterfüllung wirtschaftlicher, sozialer, bürgerlicher und kultureller Rechte oder aus der fehlenden Sicherstellung einer angemessenen Konsultation, Entschädigung und Wiedergutmachung oder aus der fehlenden Bereitstellung und Ermöglichung von Abhilfemaßnahmen ergeben. Gleichzeitig möchten wir unsere wesentlichen positiven Auswirkungen durch den Aufbau respektvoller und vertrauensvoller Beziehungen stärken und so zur nachhaltigen Verbesserung des Lebensstandards und zur langfristigen Widerstandsfähigkeit der lokalen Gemeinschaften beitragen. Die Maßnahmen sind fortlaufend und adressieren die Auswirkungen sowohl unserer eigenen Geschäftstätigkeit als auch unserer Lieferkette. Dazu gehören Aktivitäten im Zusammenhang mit der Planung, dem Landerwerb und der Landnutzung, der Öl- und Gasförderung, der Nutzung natürlicher Ressourcen und anderen Umwelt- und Sozialfaktoren. Somit tragen diese Maßnahmen zur Erfüllung unserer Commitments bei, die im Code of Conduct und in der Menschenrechts-Grundsatzerklärung von OMV dargelegt sind. Sie entsprechen zudem den Leitlinien unserer Nachhaltigkeitsrichtlinie.
Unser Handbuch zu Community Relations und Sozialinvestitionen enthält weitere Leitlinien für lokale Beauftragte zur Umsetzung dieser Maßnahmen. Unsere Maßnahmen werden im folgenden Abschnitt näher erläutert. Sie umfassen die Einbeziehung lokaler Gemeinschaften in Bezug auf potenzielle und tatsächliche Auswirkungen von Projekten, die Etablierung, Bewertung und Verbesserung von Community-Beschwerdemechanismen, die Bewältigung und Minderung von Konflikten oder Beschwerden durch Abhilfemaßnahmen, die Durchführung von Bedarfsanalysen in Gemeinschaften, um zu ermitteln, welche Arten von Community-Investitionen erforderlich sind, und die Umsetzung von Sozialinvestitionen. OMV setzt erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen ein, um soziale Risiken zu mindern und einen Beitrag zum sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fortschritt in den Gebieten zu leisten, in denen wir tätig sind. Dazu gehört ein jährliches Budget für die Umsetzung der in den Plänen für Community Relations und Sozialinvestitionen definierten Maßnahmen. Wir haben das Ziel, mindestens 1% des den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnenden Jahresüberschusses des Vorjahres für soziale Ziele zu verwenden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften.
Trotz der für die angeführten Maßnahmen und Initiativen bereitgestellten Ressourcen hat keine davon im Berichtsjahr unseren Schwellenwert[MDR-A-69b] Als wichtigste Maßnahmen gelten jene, deren Umsetzung Investitionsausgaben (CAPEX) von mindestens EUR 5 Mio bis zum Ende des Planungszeitraums erfordern. Im Jahr 2025 wurde der Planungshorizont von fünf auf drei Jahre verkürzt, was zu niedrigeren zukunftsorientierten CAPEX im Vergleich zur Nachhaltigkeitserklärung 2024 führt. Die CAPEX umfassen Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inkl. IFRS 16 Nutzungsrechte) und Ausgaben für Akquisitionen sowie at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen für vordefinierte CAPEX-Kategorien, die mit nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Nicht in den CAPEX-Zahlen enthalten sind Rekultivierungsvermögen, staatliche Zuschüsse, Fremdkapitalkosten, Zugänge zu veräußerten Vermögenswerten (unter bestimmten Bedingungen) und andere Zugänge, die per Definition nicht als Investitionsausgaben gelten. Im Rahmen der geltenden Rechnungslegungsvorschriften werden Ausgaben, die während der Projektdurchführung anfallen, in der Regel aktiviert und sind daher in den CAPEX-Zahlen enthalten. OPEX-Zahlen im Zusammenhang mit den wichtigsten Maßnahmen werden aufgrund der derzeit begrenzten Datenverfügbarkeit nicht ausgewiesen und können in künftige Berichte aufgrund neuer Berichterstattungsverfahren aufgenommen werden. für wichtigste Maßnahmen überschritten. Vor diesem Hintergrund wurden die Datenanforderungen in Bezug auf CAPEX nicht berücksichtigt.
Einbeziehung von Gemeinschaften
Im Rahmen des Managements unserer Beziehungen zu den Gemeinschaften ist die Einbeziehung der betroffenen Gemeinschaften nicht nur ein Mittel zur Kommunikation und zur Schaffung von gegenseitigem Verständnis, sondern auch eine Maßnahme, die wir ergreifen, um unsere wesentlichen Auswirkungen zu steuern und unsere strategischen Ziele zu erreichen. Erläuterungen zu unserem diesbezüglichen allgemeinen Ansatz finden Sie im Abschnitt S3-2 Verfahren zur Einbeziehung betroffener Gemeinschaften in Bezug auf Auswirkungen. Im Folgenden beschreiben wir konkrete Einbeziehungsaktivitäten, die im Berichtsjahr stattgefunden haben.
Im Jahr 2025 haben wir unsere Bemühungen fortgesetzt, mit den Gemeinschaften in der Umgebung unserer Betriebe über die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen unserer Tätigkeiten zu sprechen, insbesondere über Auswirkungen im Zusammenhang mit Landnutzung, Planung und Bauvorhaben. Zum Beispiel ist OMV seit mehr als 60 Jahren im niederösterreichischen Weinviertel in Kooperationspartnerschaften eingebunden. Im Juli 2023 bestätigte OMV den neuen Gasfund Wittau Tief-2a. Die Förderung beginnt 2026. OMV entwickelte einen Plan zur Einbeziehung von Interessenträger:innen und die lokale Geschäftsleitung hielt Treffen mit Vertreter:innen der betroffenen Gemeinschaften ab, um diese über das laufende Projekt zu informieren. Wir haben außerdem Informationen zu unserem CGM an Anschlagtafeln bei allen relevanten Gemeinschaften ausgehängt. In der Steiermark in Österreich führen wir aktuell eine Analyse der Interessenträger:innen durch und entwickeln einen praktischen Plan zur Einbeziehung dieser Gruppen bei einem Projekt im Rahmen unseres Low-Carbon-Geschäfts. Durch die frühzeitige Identifizierung und Einbeziehung unserer Interessenträger:innen können wir tatsächliche negative Auswirkungen vermeiden oder abmildern.
Die Einbeziehung der Interessenträger:innen ist auch für das Projekt UpHy Large von OMV von zentraler Bedeutung. Das Projekt UpHy Large von OMV ist eine strategische Initiative zur Versorgung der Raffinerie Schwechat mit grünem Wasserstoff. Die Elektrolyseanlage wird in Bruck an der Leitha gebaut und wird die fünftgrößte in Europa sein. Als Schlüsselanlage wird sie einen erheblichen Teil des jährlichen Wasserstoffbedarfs der Raffinerie decken und somit Auswirkungen auf verschiedene Interessenträger:innen haben. Hier bezieht OMV Gemeinden, Behörden, Industriepartner:innen, NGOs und Umweltschutzgruppen aktiv mit ein. Im Jahr 2025 wurden verschiedene Interessenträger:innen anhand ihres Einflusses und Interesses identifiziert und nach Prioritäten geordnet. Dabei wurden Auftragnehmer:innen und Grundbesitzer:innen im Hinblick auf die Verlegung der Pipeline besonders berücksichtigt. Der Plan zur Einbeziehung von Interessenträger:innen umfasst regelmäßige Berichterstattung und vierteljährliche Workshops, um Belange anzusprechen, Projektaktualisierungen auszutauschen und ökologische und soziale Auswirkungen zu diskutieren.
Community-Beschwerdemechanismen (CGMs) und Bereitstellung von Abhilfemaßnahmen
Als Abhilfemaßnahme für lokale Gemeinschaften in der Nähe unserer Betriebe stehen Community-Beschwerdemechanismen zur Verfügung, über die Gemeinschaften ihre Bedenken äußern können. Diese Mechanismen sind für uns gleichzeitig das wichtigste Instrument, um zu ermitteln, welche Maßnahmen als Reaktion auf negative Auswirkungen erforderlich sind. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können. OMV hat sich das Ziel gesteckt, die CGMs an allen Standorten bis 2025 anhand der UN-Wirksamkeitskriterien für außergerichtliche Beschwerdemechanismen zu bewerten. Nachdem das Ziel erreicht wurde, wurden im Jahr 2025 keine neuen Bewertungen durchgeführt (siehe Abschnitt S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften). Die CGM-Bewertungen dienen dazu, die Wirksamkeit der bestehenden Prozesse und Praktiken zu überprüfen und praktische Verbesserungsmaßnahmen zu ermitteln. Im Rahmen dieser Bewertungen werden interne und externe Interessenträger:innen zur aktuellen Funktionsweise der CGMs und zu eventuell erforderlichen Verbesserungen befragt. Wir setzen derzeit die auf den Ergebnissen basierenden Folgemaßnahmen um, um die CGMs zu verbessern. Außerdem prüfen wir derzeit, wie wir am besten gewährleisten können, dass auch bei nicht selbst betriebenen Anlagen Beschwerdekanäle zur Verfügung stehen. Dies wird in den kommenden Jahren ein Thema von zunehmender Bedeutung sein. Im Jahr 2025 sorgten wir weiterhin für Abhilfe bei vorgebrachten Beschwerden, beispielsweise durch die Reparatur von Produktionsinfrastruktur, die Lärm verursachte, oder durch Entschädigungen für verschmutzte Flächen.
Sozialinvestitionen
OMV hat für seine Aktivitäten, die monetäre oder nicht monetäre Unterstützung und über das Kerngeschäft hinausgehende Maßnahmen umfassen und einen Beitrag zum Wohlergehen und zum Fortschritt der Gesellschaft im Allgemeinen leisten sollen, den Oberbegriff „Sozialinvestitionen“ definiert. Unsere Sozialinvestitionen (einschließlich Projekten zu Investitionen in Gemeinschaften), die sich an unserer Nachhaltigkeitsrichtlinie orientieren, zielen darauf ab, einen langfristigen gesellschaftlichen Wert für die lokalen Gemeinschaften zu schaffen, die von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sind. Auf diese Weise werden unsere potenziellen und tatsächlichen negativen Auswirkungen, die sich aus der Nichtbeachtung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Gemeinschaften ergeben, abgeschwächt und unsere tatsächlichen und potenziellen positiven Auswirkungen in Form von verbesserten Lebensstandards und langfristiger Widerstandsfähigkeit der lokalen Gemeinschaften gefördert. Zur Gewährleistung der Kontinuität bei Sozialinvestitionen haben wir ein Ziel hinsichtlich der dafür bereitgestellten Ressourcen festgelegt. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften.
Community-Investitionen werden auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt und nach Absprache mit den lokalen Interessenträger:innen sowie unter Berücksichtigung länderspezifischer Prioritäten in Bezug auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals; SDGs) getätigt. Wir konzentrieren uns auf Projekte, die das Potenzial haben, langfristigen gesellschaftlichen Wert zu generieren und das Leben der Begünstigten nachhaltig zu verändern. Community- und Sozialinvestitionen erfolgen in Übereinstimmung mit den im Zuge der Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfungen identifizierten Bedürfnissen der betroffenen Gemeinschaften oder mit breiter gefassten gesellschaftlichen Prioritäten (z. B. durch Konsultation des Social Progress Index).
Im Jahr 2025 beispielsweise weitete OMV Petrom seine Unterstützung von Initiativen zur Gesundheitsförderung für Kleinkinder aus und führte seine Baumpflanzaktionen in Rumänien fort. OMV Tunesien unterstützte das erste Start-up-Förderprogramm für Absolvent:innen der MINT-Fächer im ENIG Innovation Hub – dem ersten universitären Gründerzentrum der Region – in Zusammenarbeit mit der Universität Gabes und der Ingenieursschule Gabes. Diese nachhaltige Initiative soll technologiebasierte, innovative Geschäftslösungen fördern und die Selbstständigkeit unterstützen. Da die Digitalisierung auch für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft immer wichtiger wird, bieten wir in österreichischen Volksschulen ein virtuelles Unterrichtsprogramm an. Außerdem haben wir drei hochmoderne Feuerwehrfahrzeuge nach Libyen geliefert, um die lokalen Behörden dabei zu unterstützen, die Dienstleistungen für die Gemeinschaften in der Umgebung der lokalen OMV Betriebsstätten zu verbessern.
Unser Ziel ist die Implementierung unserer Projekte in Partnerschaft mit lokal aktiven Interessenträger:innen oder NGOs, um eine maximale soziale Rendite unserer Investitionen sicherzustellen. Wir erachten unsere Community-Projekte als Investitionen und erwarten daher, dass jedes Projekt für lokale Gemeinschaften oder die Gesellschaft im weiteren Sinne gewinnbringend ist. Dazu gehört häufig auch der Wissenstransfer, bei dem es darum geht, die fachlichen Kompetenzen von potenziellen neuen Arbeitnehmer:innen bzw. Geschäftspartner:innen auf lokaler Ebene zu erweitern. Wir verfolgen die Wirksamkeit der Ergebnisse mithilfe der „Input, Output, Outcome, Impact“- (IOOI-)Methode, die für festgelegte Sozialinvestitionsprojekte entwickelt wurde. Dank maßgeschneiderter Fragebögen, die von Projektteilnehmer:innen ausgefüllt werden, gewinnen wir Erkenntnisse und können die Qualität sozialer Projekte bewerten. Das hilft uns, den Erfolg unserer Bemühungen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen zu messen. Durch unsere Sozialinvestitionsprojekte erreichten wir im Jahr 2025 1,2 Mio Begünstigte (2024: 1,1 Mio) und investierten EUR 23,7 Mio (2024: EUR 36,1 Mio).
Sozialinvestitionen im Jahr 2025 nach den wichtigsten SDGs und nach Begünstigten
Eine konsistente Kommunikation gewährleistet einen einheitlichen strategischen Ansatz und unterstützt die Ziele, die sich OMV hinsichtlich seiner sozialen Verantwortung gesetzt hat. OMV hat drei strategische Sozialmaßnahmen für seine Community- und Sozialinvestitionen definiert:
Zugang zu Grundversorgungsleistungen:
Bildung, Unternehmertum und Beschäftigung:
Klimaschutz und kreislauforientiertes Ressourcenmanagement:
Zusätzlich zu den vom Konzern definierten Prioritäten legen einzelne Länder oder Tochtergesellschaften auch für sie spezifische Prioritäten fest. So wurden etwa vom Borealis Social Fund drei Bereiche sozialen Engagements definiert, die zu den SDGs 14, 6, 7 und 4 beitragen. Beim ehrenamtlichen Engagement von Unternehmen geht es um eine weitere Reihe unterschiedlicher Aktivitäten, die unternommen werden, um positive Auswirkungen für betroffene Gemeinschaften zu erzielen. Die Arbeitnehmer:innen von OMV werden dazu ermutigt, persönlich an Nachhaltigkeitsinitiativen teilzunehmen, auch durch ehrenamtliches Engagement. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, sich aktiv für verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln einzusetzen, und unterstützen das Engagement unserer Arbeitnehmer:innen bei gemeinnützigen Partnerorganisationen oder in Verbindung mit durch das Unternehmen gesponserten Sozialprojekten. Konzernweite ehrenamtliche Tätigkeiten, die mit spezifischen Zielen in Einklang stehen, sind Teil unserer Community- und Sozialinvestitionen.