33. Anteilsbasierte Vergütungen

Bilanzierungsgrundsätze

Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütungen aus dem Long-Term-Incentive (LTI) Plan – dem wesentlichen aktienbasierten OMV Vergütungsplan – wird mit Hilfe eines Modells ermittelt, das auf erwarteten Zielerreichungen und Aktienkursen beruht. Bei Vergütungen mit Barausgleich wird eine Rückstellung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte des zu zahlenden Betrags über den Erdienungszeitraum verteilt gebildet. Die Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag sowie zum Fälligkeitszeitpunkt neu bewertet, wobei Änderungen im beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden. Bei Vergütungen mit Ausgleich in Aktien wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand (inklusive Einkommensteuer) mit einer Gegenbuchung im Eigenkapital über den Erdienungszeitraum der Vergütung erfasst. Der als Aufwand berücksichtigte Betrag wird um nachträgliche Änderungen in den Leistungsbedingungen, die nicht Marktbedingungen darstellen, angepasst.

Zusätzlich erfolgt die Vergütung für den Equity Deferral Teil der jährlichen Bonifikation in Aktien. Dementsprechend werden die damit verbundenen Aufwendungen mit Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Die Erfüllung von Vergütungen mit Ausgleich in Aktien erfolgt an die Teilnehmer nach Abzug der Einkommensteuer.

Long-Term-Incentive (LTI) Pläne

Im Konzern werden jährlich LTI-Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für die Vorstandsmitglieder sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten seit 2022 wie folgt: Relative Total Shareholder Return (30%), Clean CCS (Current Cost of Supply) ROACE (40%), ESG-Ziele (30%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z. B. Todesfälle, Total Recordable Injury Rate (TRIR), Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung der Vorstandsmitglieder ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf Null reduzieren. Für Führungskräfte sind folgende Leistungskriterien seit 2022 anwendbar: Relative Total Shareholder Return (30%), Free Cash Flow (35%) und ESG-Ziele/Transformations-Ziele (35%). Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des Zeitraums des LTI-Plans nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat das zuständige Verwaltungsorgan jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise für Führungskräfte anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich.

Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Seit 2022 erfolgt die Auszahlung des OMV Petrom LTI Plans ausschließlich in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI-Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet das Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI-Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.

Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI-Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet.

Long-Term-Incentive Pläne

 

Plan 2025

Plan 2024

Plan 2023

Plan 2022

Planbeginn

01.01.2025

01.01.2024

01.01.2023

01.01.2022

Ende Leistungszeitraum

31.12.2027

31.12.2026

31.12.2025

31.12.2024

Anspruchstag

31.03.2028

31.03.2027

31.03.2026

31.03.2025

Aktienbesitzerfordernis

 

 

 

 

Vorstandsvorsitzender

200% vom Bruttojahresgrundgehalt

200% vom Bruttojahresgrundgehalt

200% vom Bruttojahresgrundgehalt

200% vom Bruttojahresgrundgehalt

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

175% vom Bruttojahresgrundgehalt

175% vom Bruttojahresgrundgehalt

175% vom Bruttojahresgrundgehalt

175% vom Bruttojahresgrundgehalt

Andere Vorstandsmitglieder

150% vom Bruttojahresgrundgehalt

150% vom Bruttojahresgrundgehalt

150% vom Bruttojahresgrundgehalt

150% vom Bruttojahresgrundgehalt

Führungskräfte

75% vom Ziel Long Term Incentive

75% vom Ziel Long Term Incentive

75% vom Ziel Long Term Incentive

75% vom Ziel Long Term Incentive

Details per Plan1

 

 

 

 

Aktienkurs (beizulegender Zeitwert) am Zuteilungsdatum

44,54

47,5

42,17

Eigenkapitalrücklage (in EUR Mio) zum 31. Dezember 2025

3

7

8

Maximale Aktien zum 31. Dezember 2025

873.502

820.964

646.340

Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2025

576.036

566.220

502.923

davon Ausgleich in Aktien

215.071

229.481

179.735

davon Ausgleich in bar

360.965

336.739

323.188

Beizulegender Zeitwert des Plans – Durchschnittsaktienkurs

45,94

46,49

47,45

Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR Mio) zum 31. Dezember 20252

26

26

24

Rückstellungen (in EUR Mio) zum 31. Dezember 20252

5

10

15

1

Inkludiert den Borealis Konzern, welcher auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurde – für mehr Informationen siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.

2

Exklusive Lohnnebenkosten

Equity Deferral

Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen.

Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für den Vorstand sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten wie folgt: Jahresüberschuss (40%), Free Cash Flow (30%), operatives Ziel (15%) und ESG-Ziel (15%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z. B. Todesfälle, TRIR, Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf Null reduzieren.

Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus begrenzt. Mindestens ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden (letzterer auf Basis von Marktnotierungen).

Aufgrund der branchenspezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen bieten die variablen Vergütungspläne dem Vergütungsausschuss gemäß der in der Öl- und Gasindustrie üblichen Praxis die Möglichkeit, für die finanziellen Ziele die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte auf der Grundlage des Öl- bzw. Gaspreises sowie des tatsächlichen EUR/USD-Wechselkurses gegenüber den Annahmen, die zum Zeitpunkt der Zielvorgabe zugrunde gelegt wurden, anzupassen. Die Anpassung kann in beide Richtungen angewendet werden, wird vom Vergütungsausschuss festgelegt und im Vergütungsbericht veröffentlicht. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.

2025 wurden Aufwendungen von EUR 3 Mio erfasst, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals (2024: EUR 2 Mio).

Mitarbeiter-Aktienkaufprogramm

2025 initiierte OMV ein Mitarbeiter-Aktienkaufprogramm, eine aktienbasierte Vergütungsvereinbarung gemäß IFRS 2, das berechtigten Mitarbeitern den Kauf von Aktien zu einem vergünstigten Preis ermöglichte. Der Rabatt wurde von OMV übernommen und wird daher gemäß IFRS 2 als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich ausgewiesen. OMV selbst erwarb oder stellte keine Aktien zur Verfügung und hielt für diesen Zweck auch keine eigenen Aktienbestände. Die Aktienkäufe und die anschließende Verwahrung erfolgten ausschließlich über ein externes Drittunternehmen. Die Transaktion hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung von OMV.

Gesamte Aufwendungen

Die Aufwendungen in Bezug auf alle anteilsbasierten Vergütungen sind in untenstehender Tabelle zusammengefasst.

ROACE
Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital
TRIR
Total Recordable Injury Rate; Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit pro 1 Mio Arbeitsstunden

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