Code of Conduct
In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für G1 Unternehmensführung, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
People & Culture (P&C) Ethics Policy (Anhang zur HR-Direktive)
Die P&C Ethics Policy zur Nichtdiskriminierung befasst sich mit der Bedeutung der wertorientierten Entscheidungsfindung von OMV und unserem Commitment, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Personen mit Respekt und Würde behandelt werden. Jede:r Einzelne hat das Recht, in einer professionellen Atmosphäre zu arbeiten, die die Chancengleichheit bei der Beschäftigung fördert und rechtswidrige diskriminierende Praktiken, einschließlich Belästigung, verbietet. Die P&C Ethics Policy zur Nichtdiskriminierung sensibilisiert für und schützt Menschenrechte und fordert ausdrücklich Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle. Dieser Ansatz stärkt die Unternehmenskultur, was wiederum die wesentlichen Auswirkungen eines positiven Arbeitsumfelds und Beschäftigungschancen fördert und so die Bindung sowie das Engagement der Beschäftigten erhöht. Ohne eine starke Unternehmenskultur besteht ein höheres Risiko für unethisches Verhalten, geringes Engagement und geringere Produktivität, was die Lebensqualität der Beschäftigten beeinträchtigen kann. Die Überwachung dessen erfolgt anhand der gegenüber unmittelbaren Vorgesetzten oder Mitgliedern der Abteilung P&C geäußerten Bedenken, der über den SpeakUp-Kanal eingegangenen Beschwerden sowie der an eine Ombudsstelle oder eigens eingerichtete lokale Ausschüsse herangetragenen Anliegen. Dieses Konzept ist Teil der weiter gefassten Personalrichtlinie. Sofern nicht anders angegeben, werden die wesentlichen Inhalte, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt S1-1 Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens behandelt.
Code of Business Ethics
Der Code of Business Ethics gibt Richtlinien vor, wie Integrität, ethische Praktiken und Transparenz im Geschäftsumfeld gefördert werden können, damit alle Arbeitnehmer:innen in Bezug auf verantwortungsvolles Verhalten die höchsten Standards wahren. Er beschreibt, wie OMV seinen geschäftsethischen und rechtlichen Pflichten intern nachkommt, und definiert die Regeln und Prozesse im Zusammenhang mit Interessenkonflikten, Geschenken und Einladungen, Spenden- und Sponsoringaktivitäten, dem Umgang mit Vermittler:innen und Lobbyist:innen sowie anderen Rechtsbereichen wie Handelssanktionen, Geldwäsche oder fairen Wettbewerb. OMV hat auch Vorschriften zur Einhaltung des Kapitalmarktrechts, einschließlich der Verhinderung von Insiderhandel, eingeführt. Diese Vorschriften sind in einer separaten Richtlinie, dem Issuer Compliance Standard, enthalten. Der Überwachungsprozess ist im Abschnitt Compliance-Management-System näher beschrieben. Der Code of Business Ethics ergänzt die Whistleblowing-Richtlinie.
Wir fordern von allen Parteien, mit denen wir Partnerschaftsvereinbarungen, wie beispielsweise Joint Ventures eingehen, die Einhaltung internationaler Geschäftsgrundsätze. Unternehmen, die Dienstleistungen für OMV erbringen (z. B. Lieferant:innen), müssen die Grundsätze des OMV Code of Business Ethics und die OMV Geschäftsethikstandards gemäß dem Code of Conduct befolgen. Die im Code of Business Ethics dargelegten Richtlinien werden durch eine Reihe organisatorischer Maßnahmen ergänzt. So müssen zum Beispiel Führungskräfte jedes Jahr allfällige Interessenkonflikte offenlegen oder bestätigen, dass es keine derartigen Konflikte gibt. Darüber hinaus müssen Führungskräfte und Arbeitnehmer:innen in besonders exponierten Positionen die Einhaltung der Regeln des Code of Business Ethics durch Unterzeichnung der Compliance-Erklärung bestätigen. Auch neue Arbeitnehmer:innen müssen die Regeln des Code of Business Ethics zur Kenntnis nehmen, sich ausdrücklich diesen Regeln verpflichten und bei ihrem Eintritt in OMV das E-Learning zu Geschäftsethik absolvieren. Dahingehend wird der Code of Business Ethics durch die Grundsätze der Ethics & Integrity Policy ergänzt. Im Zusammenspiel untermauern all diese Vorgaben die wesentlichen positiven Auswirkungen in Bezug auf unsere Förderung einer rechtskonformen und ethischen Unternehmenskultur, die ihrerseits ein positives Arbeitsumfeld schafft.
Die höchste Ebene, die den Code of Business Ethics, die Ethics & Integrity Policy und die Whistleblowing-Richtlinie unterzeichnet, ist der Vorstand von OMV, der auch die rechtliche Verantwortung trägt. Die Verantwortung für die Umsetzung und Verwaltung der entsprechenden Prozesse und Richtlinien liegt beim:bei der SVP Internal Audit & Compliance. Diese Richtlinien gelten für alle Arbeitnehmer:innen in allen Ländern, in denen OMV tätig ist. Die in diesen Dokumenten festgelegten Vorgehensweisen und Prozesse werden bei jeder voll konsolidierten OMV Tochtergesellschaft umgesetzt und gelten für jede Person, die für OMV arbeitet.
Im OMV Code of Business Ethics sind unsere Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Bestechung, Veruntreuung, Schmiergeldzahlungen, Betrug, Diebstahl und andere Formen der Korruption sowie Geldwäsche und das Verbot jeglicher Unterstützung politischer Parteien einschließlich Spenden festgeschrieben. Dieser Code entspricht den Standards der österreichischen und internationalen Antikorruptionsvorschriften, insbesondere dem Antikorruptionsübereinkommen der OECD und dem UK Bribery Act. OMV ist Unterzeichner des UN Global Compact und bekennt sich zu den Werten der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Diese Leitsätze bringen die Erwartungen der Regierungen an verantwortungsvolles Verhalten von Unternehmen zum Ausdruck und decken sämtliche Schlüsselbereiche unternehmerischer Verantwortung ab, einschließlich der Verhinderung von Bestechung, anderer Arten der Korruption und Wettbewerbsverzerrung.
OMV holt mit seinem standardisierten „Know Your Customer“-(KYC-)Fragebogen Informationen von seinen Geschäftspartner:innen ein, um das Risiko von Korruption, Geldwäsche, Sanktionen und anderen illegalen Verhaltensweisen bewerten zu können. Derartige Nachfragen sind für OMV wichtig, um bei der Gestaltung und Weiterentwicklung des OMV Compliance-Management-Systems und der zugrunde liegenden Richtlinien und Verfahren – wie beispielsweise den hier aufgeführten – die Erwartungen seiner Geschäftspartner:innen und Interessenträger:innen berücksichtigen zu können. Der OMV Code of Business Ethics und die Ethics & Integrity Policy sind auf unserer Website öffentlich zugänglich. Innerhalb des Unternehmens werden diese Richtlinien im Intranet über interne Blogs, in Schulungen und über unsere Compliance-App kommuniziert. So stellen wir sicher, dass sich alle Arbeitnehmer:innen mit den Inhalten vertraut machen und diese auch richtig verstehen. Nach außen hin werden der Inhalt dieser Richtlinien und ihre Bedeutung für die Geschäftstätigkeit von OMV in regelmäßigen Meetings und bei Vertragsverhandlungen mit lokalen Gemeinschaften und anderen externen Interessenträger:innen (z. B. Auftragnehmer:innen und Lieferant:innen) kommuniziert.
Es ist für uns wichtig sicherzustellen, dass alle unsere Arbeitnehmer:innen unsere ethischen Werte und Grundsätze in vollem Umfang kennen. Schulungen sind ein wesentliches Element, um unsere Arbeitnehmer:innen sowie alle Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands über unsere Vorschriften zur Korruptions- und Bestechungsbekämpfung zu informieren und das Bewusstsein für ethische Fragen zu schärfen. Alle Arbeitnehmer:innen, denen eine Compliance-Schulung zugewiesen wird (d. h. die Schulungszielgruppen), werden zu Beginn des Schulungszyklus auf Basis der bestehenden Struktur und des jeweiligen Risikopotenzials definiert. Dazu gehören Vorstandsmitglieder, Senior Vice Presidents, Vice Presidents und Abteilungsleiter:innen. Die Zielgruppen umfassen außerdem alle Arbeitnehmer:innen, die direkt an Mitglieder der oben genannten Managementfunktionen berichten. Darüber hinaus müssen alle Arbeitnehmer:innen der Einkaufsabteilung an verpflichtenden Schulungen zum Thema Geschäftsethik teilnehmen. Organisatorische und personelle Veränderungen während eines Schulungszyklus werden fortlaufend berücksichtigt. Im Jahr 2025 setzte die Compliance-Abteilung die Verankerung ethischer Grundsätze im Konzern durch zusätzliche Schulungsmaßnahmen fort. Insgesamt wurden 22 Präsenz-Workshops und -Schulungen für Führungsteams zur Vermittlung der Grundsätze unserer Ethics & Integrity Policy abgehalten. Weitere Informationen zu den Schulungen finden Sie im Abschnitt Schulungen. Darüber hinaus integrierte OMV 2025 seine Erwartungen im Zusammenhang mit Ethik- und Integritätsstandards in laufende Gespräche mit wichtigen strategischen Lieferant:innen.
Ethics & Integrity Policy
In der Ethics & Integrity Policy, die den Code of Business Ethics ergänzt und weltweit für alle Arbeitnehmer:innen von OMV gilt, sind die Grundsätze für ethisches und integres Handeln dargelegt. Diese Richtlinie soll als Leitfaden dafür dienen, wie die Geschäfte in OMV geführt werden und was über die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften hinaus als akzeptables oder wünschenswertes Verhalten angesehen wird. Sie ist zudem Teil der OMV Werte. Unterstützend zur Ethics & Integrity Policy wurde ein Ethics & Integrity Committee eingerichtet, das sicherstellt, dass das Unternehmen seinen ethischen Werten und Verpflichtungen gerecht wird. Die in dieser Richtlinie enthaltenen Leitlinien zeigen auf, wie Integrität, ethische Praktiken und Transparenz im Geschäftsumfeld gefördert werden können, damit alle Arbeitnehmer:innen in Bezug auf verantwortungsvolles Verhalten die Standards von OMV wahren. Dadurch trägt die Richtlinie zur Förderung positiver Auswirkungen in Form einer starken und ethischen Unternehmenskultur bei. Weitere Angaben zum Überwachungsprozess finden Sie im Abschnitt G1-3 Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung.
Durch die Umsetzung der Ethics & Integrity Policy bekräftigt OMV als Unterzeichner des United Nations Global Compact (UNGC) sein Engagement. In Bezug auf dieses Konzept werden, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt Code of Business Ethics behandelt.
Whistleblowing-Richtlinie
Unsere interne Whistleblowing-Richtlinie, die ebenfalls den Code of Business Ethics ergänzt, legt dar, wie unsere Arbeitnehmer:innen und externe Interessenträger:innen vertraulich und anonym Meldungen insbesondere im Zusammenhang mit Korruption, Bestechungsgeldern, Interessenkonflikten und dem Wettbewerbs- oder Kapitalmarktrecht vornehmen können. Die Richtlinie hält auch fest, wie derartige Fälle zu handhaben sind, und definiert einen besonderen Schutz für Hinweisgeber:innen gegen jegliche Form von Vergeltungsmaßnahmen bei OMV. Dies umfasst sämtliche Handlungen oder Unterlassungen in einem arbeitsbezogenen Kontext, wie beispielsweise Entlassung, Herabstufung, Verweigerung der Beförderung, negative Leistungsbeurteilung oder Disziplinarmaßnahmen. Diese Richtlinie und unser Whistleblowing-Kanal sind speziell auf die Umsetzung der EU-Whistleblowing-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2019/1937) zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, ausgerichtet. Der Überwachungsprozess und die entsprechenden externen Audits zur Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems sind im Abschnitt Compliance-Management-System beschrieben. In Bezug auf diese Richtlinie werden, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt Code of Business Ethics behandelt.
Integrity Platform: Schutz von Hinweisgeber:innen
Wir haben Kanäle zur möglichst frühzeitigen Feststellung ethischen Fehlverhaltens eingerichtet. Um vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung großer finanzieller Verluste oder von Reputationsschäden zu ergreifen, sind rechtzeitige Mitteilungen von entscheidender Bedeutung. Beobachten Arbeitnehmer:innen potenzielles oder tatsächliches Fehlverhalten bzw. Verstöße gegen interne Regeln oder gesetzliche Vorschriften oder erhalten sie davon Kenntnis, sind sie ermutigt, dies zu melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob derartige Verstöße von Arbeitnehmer:innen oder von Geschäftspartner:innen begangen werden. Neben Arbeitnehmer:innen sind andere Interessenträger:innen ebenfalls eine wertvolle Informationsquelle. Auch sie können uns bei der Feststellung von Verstößen gegen Ethikstandards unterstützen. Zu diesem Zweck hat OMV einen Whistleblower-Mechanismus eingeführt – die sogenannte „Integrity Platform“. Sie ist für alle Personen online zugänglich (https://omv-group.integrityline.app). Alle Personen können dort vertraulich Meldungen übermitteln, sei es insbesondere im Zusammenhang mit Korruption, Bestechungsgeldern, Interessenkonflikten und dem Wettbewerbs- oder Kapitalmarktrecht. Die Meldung kann auf Wunsch anonym erfolgen.
Werden die Informationen in gutem Glauben gegeben, wird den jeweiligen Arbeitnehmer:innen in ihrer Eigenschaft als Hinweisgeber:innen besonderer Schutz gewährt. Dies fördert wiederum die „Speak-up“-Kultur im Unternehmen. Meldungen ziehen zu keinem Zeitpunkt Nachteile für die Hinweisgeber:innen innerhalb von OMV nach sich. Hinweisgeber:innen werden gegen jegliche Form von Vergeltung geschützt. Dies umfasst sämtliche Handlungen oder Unterlassungen in einem arbeitsbezogenen Kontext, wie beispielsweise Entlassung, Herabstufung, Verweigerung der Beförderung, negative Leistungsbeurteilung oder Disziplinarmaßnahmen. Der Schutz für Hinweisgeber:innen ist gemäß den geltenden nationalen Rechtsvorschriften und Definitionen auch für Personen anwendbar, die nicht unmittelbar selbst Hinweisgeber:innen sind. Whistleblowing und der Schutz von Hinweisgeber:innen sind immer wieder Gegenstand interner Kommunikationskampagnen und Teil der Schulungen zum Thema Geschäftsethik, die entweder in Form von E-Learnings oder als Präsenzschulungen angeboten werden.