IRO-1 Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen

[ESRS 2-IRO-1.53a] Die Wesentlichkeitsanalyse hilft uns, wichtige ESG-Aspekte und wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zu ermitteln und nach Prioritäten einzustufen. Damit stellen wir sicher, dass unsere ESG-Strategie mit den Erwartungen von Interessenträger:innen und externen Anforderungen im Einklang steht. Im Jahr 2024 wurde daher eine vollständige doppelte Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality Assessment, DMA) anhand der ESRS-Vorgaben durchgeführt. Daraus resultierten detaillierte IRO-Listen, wesentliche Themen, Unterthemen und Unter-Unterthemen sowie unternehmensspezifische Themen. Diese Bewertung wurde 2025 überprüft und verfeinert. Dabei wurden die wesentlichen IROs des vorangegangenen Zeitraums von Fachexpert:innen qualitativ hinterfragt. Dies führte dazu, dass einige dieser IROs umformuliert, zusammengeführt oder gestrichen wurden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass (Unter-)Themen umgruppiert oder gemäß der überarbeiteten Liste der IROs auf inaktiv gesetzt wurden. Ausgehend von dieser 2025 vorgenommenen Überprüfung der DMA wurde festgelegt, dass neun der zehn in den ESRS dargelegten Nachhaltigkeitsthemen für OMV wesentlich sind. Zusätzlich wurden die unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsaspekte „Cybersicherheit“ und „Prozesssicherheit“ als wesentlich beibehalten. Mehr zu den Überlegungen, die der Überprüfung im Jahr 2025 zugrunde lagen, finden Sie unter Änderungen der Wesentlichkeitsanalyse 2025 gegenüber 2024.

Im Folgenden werden die Hauptelemente des Prozesses der DMA 2024 beschrieben. Diese sind unverändert geblieben und bilden die Basis für die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 sowie für die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte von OMV für diesen Bericht. Gegebenenfalls werden auch Änderungen des Prozesses im Vergleich zu 2024 beschrieben.

[ESRS 2-IRO-1.53a] Die vollständige Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 wurde auf Konzernebene durchgeführt, wobei ähnlich wie beim Jahresabschluss des Unternehmens alle voll konsolidierten Gesellschaften einbezogen wurden. Um einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte beizubehalten, wurde die Wesentlichkeitsanalyse anhand eines strukturierten und systematischen Prozesses durchgeführt. Dies ermöglichte die Bewertung ESG-bezogener Auswirkungen, Risiken und Chancen als integralen Bestandteil des übergeordneten Rahmens für den Umgang mit Auswirkungen und Risiken im Bereich der Nachhaltigkeit. [ESRS 2-IRO-1.53b-i] Die Bewertung der Auswirkungen wurde für alle drei OMV Geschäftsbereiche – Energy, Fuels und Chemicals – durchgeführt, einschließlich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, wie unter Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette beschrieben. Die geografische Präsenz der OMV Geschäftsbereiche erstreckt sich über Europa, den Mittleren Osten, Nordamerika und Asien. OMV priorisiert Hochrisikogebiete, einschließlich Regionen mit strengen gesetzlichen Auflagen oder sensiblen Ökosystemen, und überwacht die Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung und -veredelung genau.

[ESRS 2-IRO-1.53b, 53b-iv] In Übereinstimmung mit den ESRS wurde 2024 eine „Inside-Out“-Perspektive angewandt. Dabei wurde auf die positiven oder negativen Auswirkungen der regulären Geschäftstätigkeit von OMV oder auf ungeplante Ereignisse für die Umwelt (Luft, Wasser, Boden, Ressourcen, Biodiversität) oder die Menschen (Gesundheit, Sicherheit, sozioökonomische Entwicklung und Gerechtigkeit, Arbeitnehmer:innen, Menschenrechte) Bezug genommen. Die Auswirkungen wurden für alle Tätigkeiten und Geschäftsbeziehungen des Unternehmens anhand folgender Kriterien bewertet: Ausmaß (Schwere der Auswirkung), Umfang (Tragweite), Behebbarkeit (Möglichkeit und Ausmaß dessen, wie die Umwelt oder die betroffenen Menschen in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden können) und Wahrscheinlichkeit (tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen), wobei alle auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet wurden. Negative Auswirkungen wurden nach ihrem Schweregrad (Ausmaß, Umfang, Behebbarkeit) und ihrer Wahrscheinlichkeit bewertet. Positive Auswirkungen wurden nach Ausmaß, Umfang und Wahrscheinlichkeit bewertet. Darüber hinaus wurden auch mögliche Auswirkungen auf die Menschenrechte berücksichtigt. Bei einer potenziellen negativen Auswirkung auf die Menschenrechte hatte der Schweregrad Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit. Bei der Bewertung wurden auch die Zeithorizonte der Auswirkungen berücksichtigt. Für Umweltthemen wurde aufgrund der Verfügbarkeit fundierter Daten ein von der EFRAG empfohlener Wesentlichkeitsschwellenwert für Auswirkungen von 8 angesetzt. Für die Bereiche Soziales und Governance wählte OMV einen Schwellenwert von 5, um eine umfassende Beaufsichtigung zu gewährleisten. Eine neue qualitative Bewertung der Auswirkungen wurde 2025 nicht vorgenommen.

[ESRS 2-IRO-1.53b-ii] OMV evaluierte die Auswirkungen der eigenen Tätigkeiten, wie in IRO 1.53a beschrieben (z. B. Datenerhebung: quantitative Datenberichte, qualitative Berichte, interne Vorschriften, Einschätzungen interner Fachexpert:innen), sowie die Auswirkungen, die aus Geschäftsbeziehungen resultieren. In Bezug auf Letztere prüfte OMV Partner:innen und Lieferant:innen, um die Wahrung ethischer Praktiken und die Einhaltung von Menschenrechtsstandards sicherzustellen. Regelmäßige Bewertungen und Audits helfen dabei, potenzielle Auswirkungen sowohl auf unsere eigenen Tätigkeiten als auch auf unsere Geschäftsbeziehungen zu identifizieren und in Angriff zu nehmen. [ESRS 2-IRO-1.53b-iii] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 wurden die Perspektiven der Interessenträger:innen unter Bezugnahme auf eine 2023 durchgeführte Konsultation der Interessengruppen berücksichtigt. Die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 stützte sich auf die Ergebnisse ebendieser Konsultation. Dabei wurde davon ausgegangen, dass sich die Interessengruppen, ihre Interessen und ihr Maß an Einfluss nicht verändert haben und daher für den aktuellen Berichtszeitraum weiterhin relevant und zutreffend sind. Die Überprüfung erfolgte daher nach einem Top-down-Ansatz und stützte sich hauptsächlich auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen.

[ESRS 2-IRO-1.53c, c-ii] Die OMV Definition von „Risiko“ (Outside-In-Perspektive) stellt die Unsicherheit in Bezug auf die OMV Ziele dar, gemessen an der Wahrscheinlichkeit oder Häufigkeit eines Ereignisses und dessen Folgen, was in Chancen (Upside) oder Gefährdungen (Downside) resultieren kann. Die ermittelten Risiken und Chancen beziehen sich auf mögliche zukünftige Ereignisse, die sich über verschiedene Zeithorizonte hinweg negativ oder positiv auf die Ziele von OMV auswirken könnten. Dabei wurden Abhängigkeiten von natürlichen, personellen und sozialen Ressourcen berücksichtigt, wie etwa Vorschriften in Bezug auf Emissionen, Energieeffizienz und den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix, was zu einem Rückgang der Produktion fossiler Brennstoffe und zu Verlusten bei Umsatz bzw. Ertrag führen könnte. Im Jahr 2024 wurden die Risiken und Chancen anhand der folgenden Kriterien bewertet: Ausmaß der finanziellen Auswirkungen (auf einer Skala von 0 bis 3) und Eintrittswahrscheinlichkeit (auf einer Skala von 0 bis 5). Je nach Bedarf wurden bei der Bewertung Expert:innen für Risikomanagement konsultiert. Für die finanzielle Wesentlichkeit wurde ein Schwellenwert von 1,5 festgelegt. Damit werden finanzielle Auswirkungen im hohen und oberen Bereich des Mittelwerts als wesentlich einstuft. Eine neue qualitative Bewertung der Risiken und Chancen wurde 2025 nicht vorgenommen.

Das OMV Risikouniversum („Risk Universe“) wurde angepasst, um das gesamte Spektrum der ESG-bezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen zu erfassen, die sich in unterschiedlicher Form manifestieren und von Jahr zu Jahr ändern können. Das OMV Risikouniversum wird jährlich nach Maßgabe der Konzernanforderungen überprüft. Der strategische Top-down-Risikomanagementprozess zur Bewertung und Steuerung von mit der OMV Strategie verbundenen Risiken wird jährlich durchgeführt. Dabei werden interne und externe Zusammenhänge berücksichtigt, um den Wert für Aktionär:innen und Interessenträger:innen zu erhalten. Dieser Prozess umfasst langfristige Risikobewertungen und Chancen, die als Teil des strategischen Risikoprofils von OMV anerkannt sind und mithilfe von Szenario-Modellen oder in Gesprächen mit dem Topmanagement identifiziert werden. Dieser Prozess wird durch einen Bottom-up-Ansatz zur Steuerung operationeller mittelfristiger Risiken ergänzt. Der Fokus liegt dabei auf geschäftlichen Unsicherheiten auf Ebene der Tochtergesellschaften und daraus resultierenden Unsicherheiten im Hinblick auf mittelfristige Planziele. Potenzielle Risiken werden mit den Risiken verknüpft, die gemäß dem unternehmensweiten Risikomanagement-(EWRM-)Prozess bewertet werden. Alle relevanten Risiken werden zweimal jährlich in einem zentralen Register, dem Active Risk Management System (ARMS), erfasst und dokumentiert und dem Topmanagement berichtet.

[ESRS 2-IRO-1.53c-i] [S1-AR.45] Im Zuge der Bewertung der Risiken erfolgte eine Evaluierung der potenziellen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt an den Standorten, an denen OMV tätig ist. Dies diente einem besseren Verständnis möglicher Folgen dieser Inside-Out-Auswirkungen für OMV, einschließlich finanzieller, betrieblicher oder strategischer Effekte. Darüber hinaus wurden Abhängigkeiten, die die Wahrscheinlichkeit und den Schweregrad von Risiken beeinflussen können, im Hinblick auf die finanzielle Wesentlichkeit berücksichtigt. Das Verständnis dieser Abhängigkeiten hilft bei der Ermittlung potenzieller Schwachstellen und ihrer Kaskadeneffekte durch die Risikoereignisse, wobei interne und externe Entwicklungen Berücksichtigung finden.

[ESRS 2-IRO-1.53c-iii] ESG-Risiken sind Teil des OMV Risikouniversums und werden wie jede andere Art von Risiken nach Prioritäten eingeteilt. Dazu werden die potenziellen Auswirkungen und die Wahrscheinlichkeit evaluiert, um festzustellen, welche Risiken am meisten Aufmerksamkeit erfordern. Bei der Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 wurden vorhandene Daten zu Risiken und Chancen, frühere Vorfälle, die Einbeziehung von Interessenträger:innen, Audits und nachhaltige Praktiken herangezogen, um wesentliche Themen und miteinander verknüpfte Abhängigkeiten zu ermitteln. Dieser integrierte Ansatz stellt sicher, dass nachhaltigkeitsbezogene Risiken neben anderen Risiken priorisiert werden, um eine fundierte Entscheidungsfindung und eine belastbare Strategieumsetzung zu unterstützen. Mehr dazu finden Sie unter GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen.

[ESRS 2-IRO-1.53d] Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse 2024 wurden im Sustainability Coordination Forum präsentiert, mit dem Senior Management diskutiert und schließlich genehmigt. Die endgültigen Ergebnisse wurden vom OMV Vorstand genehmigt. Die Ergebnisse der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurden nur vom Sustainability Coordination Forum genehmigt, da es im Vergleich zu 2024 keine signifikanten Änderungen gab. Der Prozess der Nachhaltigkeitsberichterstattung, der durch die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse geprägt ist, wird durch die Nachhaltigkeitsrichtlinie und den Prozess „Manage Sustainability Reporting“ geregelt. Sowohl die Richtlinie als auch der Prozess sind wesentliche Bestandteile des allgemeinen Management-Frameworks von OMV. Die Nachhaltigkeitserklärung, die im OMV Geschäftsbericht enthalten ist, wird vom OMV Vorstand und dem Aufsichtsrat genehmigt. ESG-Themen werden auch in die Entscheidungsprozesse bei Investitionen integriert, um diese mit den Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen. Die Anträge an den Vorstand für Investitionsentscheidungen enthalten Kernelemente betreffend Umwelt und Gesellschaft (Environmental and Social; E&S). Diese Elemente umfassen eine breite Palette von Faktoren, die sicherstellen, dass negative Auswirkungen und Risiken adressiert werden. Gleichzeitig bekräftigen sie das Engagement von OMV, positive Beiträge zu leisten.

[ESRS 2-IRO-1.53e] Der Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken ist in das allgemeine Risikomanagementverfahren von OMV integriert und wird zur Beurteilung des allgemeinen Risikoprofils und der Risikomanagementverfahren von OMV herangezogen. Risiken sind potenzielle Ereignisse, die im Falle ihres Eintretens die Ziele von OMV beeinträchtigen sowie Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft haben können. Mehr über den Prozess finden Sie unter ESRS 2-IRO-1.53c-i-ii. Ein eigenes System für den Umgang mit Auswirkungen befindet sich derzeit in Entwicklung. Einige potenzielle Auswirkungen sind bereits durch den bestehenden Risikomanagementprozess abgedeckt. [ESRS 2-IRO-1.53f] Das OMV Risikoprogramm beinhaltet zudem einen strukturierten Prozess für das Chancenmanagement, um Geschäftsmöglichkeiten in der gesamten Organisation aufzuzeigen und zur Reife zu bringen. OMV integriert diesen Prozess in die strategische Planung, in operative Überlegungen und Investitionsentscheidungen. Funktionsübergreifende Teams arbeiten zusammen, um potenzielle Chancen zu ermitteln und ihre Machbarkeit und Vereinbarkeit mit den Unternehmenszielen zu bewerten.

[ESRS 2-IRO-1.53g] Ergänzend zu den oben beschriebenen Daten wurden bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 auch Informationen aus internen Berichten, Rückmeldungen aus Community-Beschwerdemechanismen, operative Daten sowie Drittdaten verwendet. Diese Informationen stammten in erster Linie aus der bereits vorhandenen Berichterstattung zu ESG-Themen und aus Workshops mit Fachexpert:innen, die mit ESG-Management befasst sind. Darüber hinaus wurden Standards wie GRI und SASB geprüft, um die Bewertung der Wesentlichkeit hinsichtlich sektorspezifischer Auswirkungen zu unterstützen. Für die 2025 vorgenommene Überprüfung der DMA wurde außerdem eine Peer-Analyse auf Konzernebene durchgeführt, um von bewährten Branchenpraktiken zu lernen und die Stärken von OMV bei der Berichterstattung zu bewerten. Diese Analyse diente außerdem der Identifizierung von Bereichen mit Verbesserungspotenzial im Einklang mit den Branchenstandards. Im Rahmen des Peer-Benchmarkings prüften wir auch, wie andere Unternehmen im Jahr 2024 ihre IROs berichteten. Die Ergebnisse dieses speziellen IRO-Benchmarkings wurden dann als Input für die Überarbeitung der IROs im Jahr 2025 herangezogen, insbesondere im Hinblick auf Chancen und positive Auswirkungen.

Änderungen der Wesentlichkeitsanalyse 2025 gegenüber 2024

[ESRS 2-IRO-1.53h] Gemäß dem Prozess zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von OMV ist eine vollständige Wesentlichkeitsanalyse unter Beteiligung interner und externer Interessenträger:innen zumindest alle drei Jahre bzw. bei signifikanten Veränderungen im Geschäfts- oder Marktumfeld durchzuführen. OMV schloss die letzte vollständige Bewertung im Jahr 2024 ab. Daher wurden die Ergebnisse aus 2024 im Jahr 2025 einer kritischen Überprüfung unterzogen und die Liste der wesentlichen IROs überarbeitet und verfeinert. Dies ist unter ESRS 2-IRO-1.53a-53g beschrieben. Im Rahmen der Überarbeitung der DMA im Jahr 2025 wurden bestehende oder neu identifizierte IROs zu den definierten Nachhaltigkeitsthemen von Fachexpert:innen in eigenen Workshops überprüft. Dies erfolgte anhand objektiver Daten und bestehender Systeme, die sowohl quantitative Indikatoren als auch qualitative Aspekte erfassen.

Als Ergebnis der Überprüfung haben sich die IROs und die Wesentlichkeit einiger Unterthemen im Vergleich zu 2024 geändert. Dies ist im Abschnitt SBM-3 dargestellt. Die folgenden zentralen Überlegungen führten zu einer Änderung der IROs und folglich der Wesentlichkeiten: Positive Auswirkungen oder Chancen, die 2024 angegeben wurden, wurden 2025 als inaktiv gekennzeichnet, da sie nun als Teil laufender Minderungsmaßnahmen bzw. strategischer Umsetzungsbemühungen betrachtet werden. Um die Berichterstattung zu straffen, wurden bestimmte IROs als unwesentlich eingestuft, da die jeweiligen Informationen bereits durch andere IROs abgedeckt oder anderswo im Bericht widersprüchlich dargestellt waren. Einige IROs wurden für 2025 basierend auf den Einschätzungen der jeweiligen Fachexpert:innen, die die Relevanz anhand verfügbarer Daten und festgelegter Bewertungskriterien evaluierten, als unwesentlich eingestuft. Die folgenden Unterthemen wurden 2025 als unwesentlich betrachtet:

  • Anpassung an den Klimawandel: Nach einer Prüfung des Risikoprofils des Konzerns in Bezug auf physische Klimarisiken – sowohl im Rahmen der eigenen Tätigkeiten als auch in der Wertschöpfungskette – bestätigte die Bewertung die Resilienz unserer Organisation und ihrer global diversifizierten Lieferantenbasis. Die Schlussfolgerung lautete, dass der Konzern in nicht erheblichem Maße physischen klimabezogenen Risiken ausgesetzt ist. Obwohl das Thema entsprechend der jüngsten Risikobewertung nicht mehr als wesentlich erachtet wird, werden klimabedingte physische Risiken weiterhin überwacht und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung im Rahmen unseres laufenden Risikomanagements ergriffen.

  • Der Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblowers) ist im allgemeinen OMV Framework zur Unternehmensführung fest verankert und wird durch strikte interne Kontrollen unterstützt. Da dieses Thema gut geregelt ist und keine erheblichen Risiken oder Auswirkungen zu erwarten sind, wird es nicht als wesentlich erachtet.

  • Korruption und Bestechung: OMV verfügt über ein robustes Compliance-Programm, Antikorruptionsrichtlinien und entsprechende Schulungsprogramme. Dadurch ist ein gutes Management der Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit Korruption und Bestechung gegeben und eine Eskalation unwahrscheinlich. Es sind diesbezüglich auch keine erheblichen Auswirkungen auf Menschen, die Gesellschaft oder die Umwelt zu erwarten. Das Unterthema ist für unsere Tochtergesellschaft Borealis nach wie vor wesentlich, wird jedoch auf OMV Konzernebene aus den weiter oben erläuterten Gründen als unwesentlich erachtet. Entsprechend den Anforderungen des NaDiVeG stellt OMV dennoch relevante Informationen zu diesem Thema bereit, wobei dessen Bedeutung hervorgehoben wird und bestehende Initiativen und Maßnahmen zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht dargelegt werden.

  • Die auf wirtschaftliche Auswirkungen bezogenen IROs wurden überprüft, was zu folgenden Anpassungen führte: Einige dieser IROs fallen nun unter andere wesentliche Themen (z. B. ESRS S3 Betroffene Gemeinschaften), während andere, wie zum Beispiel IROs im Zusammenhang mit Steuern, aus Sicht der Nachhaltigkeit als nicht wesentlich oder nicht relevant bewertet wurden.

E1 Klimawandel

[E1-IRO-1.20a] [E1-IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11a] Die Bewertung der klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 erfolgte nach dem unter dem Datenpunkt ESRS 2-IRO-1.53a beschriebenen mehrstufigen Prozess. Die Folgenabschätzung wurde von der Abteilung Group Sustainability durchgeführt, die für die THG-Bilanzierung und die THG-Berichterstattung sowie die Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken zuständig ist. Unter Einbeziehung von Experteneinschätzungen und internen qualitativen und quantitativen Berichten prüften unsere Sachverständigen die Aktivitäten und Pläne (nach kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizonten), um potenzielle und künftige klimawandel- und energiebezogene Auswirkungen zu ermitteln. Die Risiken und Chancen wurden nach demselben Ansatz evaluiert. Dabei wurde die gesamte Wertschöpfungskette in die Bewertung einbezogen, um sowohl die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen als auch Risiken und Chancen zu identifizieren. [E1-IRO-1.AR 9a] Tatsächliche und potenzielle THG-Emissionsquellen wurden durch ein Screening der Aktivitäten und Pläne von OMV nur für die eigenen Tätigkeiten identifiziert, wie unter E1 beschrieben, zum Beispiel im Abschnitt Gebundene Emissionen. [E1-IRO-1.AR 9b] Die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen auf den Klimawandel wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse bewertet. Mehr dazu finden Sie unter IRO-1-53a, 53b.

Physische Risiken

[E1-IRO-1-.20b] [E1-IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11c] Die Bewertung der physischen Klimarisiken ist ein integraler und kontinuierlicher Bestandteil des unternehmensweiten Risikomanagementprozesses. Group Sustainability koordiniert eine umfassende Analyse dieser Risiken und konzentriert sich dabei auf mehrere Schlüsselaspekte. Dies beginnt mit der Auswahl einer Liste der klimabedingten Gefahren, die für die geografischen Standorte der eigenen Geschäftsaktivitäten von OMV relevant sind. Als Basis dafür dient die Delegierte Verordnung (EU) 2021/2139 der Kommission. Als Nächstes wird die Spezifität und Kritikalität der Aktivitäten von OMV bewertet, um ein besseres Verständnis davon zu bekommen, wie sich die Risiken des Klimawandels auf diese auswirken könnten. Zusätzlich wird die Lebensdauer der gefährdeten Vermögenswerte und Geschäftsbereiche evaluiert. Daraufhin wird der Ansatz für das Risikomanagement in dem Bewusstsein entwickelt, dass sich die potenziellen Auswirkungen der klimawandelbedingten Risiken über die Zeit des Bestehens eines Geschäftsbereichs oder Vermögenswerts hinweg verändern können. Mit der Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens, das über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, modellierte OMV die relevanten physischen Klimarisiken unter besonderer Berücksichtigung von Überschwemmungen durch Oberflächengewässer und Flüsse, Überflutungen in Küstenzonen, Bodenbewegungen, extremem Wind, Wald- und Flächenbränden, Frost-Tau-Wechsel und extremer Hitze. Dieses Klimawandelmodell zeigt, wie sich ausgewählte klimabedingte Gefahren im zeitlichen Verlauf entwickeln könnten, und quantifiziert die für das Anlagenportfolio möglicherweise zu erwartenden physischen Schäden. Der Schweregrad der Risiken wird mit dem Prozentsatz des Sachschadens für jede in die Analyse einbezogene Anlage abgebildet, um den potenziellen geschätzten finanziellen Verlust zu eruieren. Dabei werden die zur Darstellung der Anlagenspezifikationen von OMV herangezogenen standardisierten Grundmodelle berücksichtigt. Bei der Bewertung der physischen Risiken wird davon ausgegangen, dass sich der Wiederbeschaffungswert der gefährdeten Anlagen nicht wesentlich ändert.

[E1–IRO-1.AR 11c] Die potenzielle Exposition unserer Vermögenswerte gegenüber klimabedingten Gefahren wurde berücksichtigt. Obwohl das Thema entsprechend der jüngsten Risikobewertung nicht mehr als wesentlich erachtet wird, werden physische klimabedingte Risiken weiterhin überwacht und die erforderlichen Abhilfemaßnahmen umgesetzt. Sollte sich das Risiko jedoch erhöhen, etwa aufgrund von Anpassungen der IPCC-Szenarien oder Änderungen im OMV Portfolio, erfolgt eine Neubewertung und werden erforderlichenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen. [E1-IRO-1.20b] Für die Lieferkette werden mögliche Gefährdungen durch klimabedingte physische Risiken anhand einer Reihe klimawandelbezogener Risikoindikatoren ermittelt. Diese werden den Lieferant:innen und ihren geografischen Standorten zugeordnet, wobei auf die Art der erbrachten Dienstleistungen und gelieferten Produkte Bezug genommen wird. Angesichts des ebenso umfangreichen wie diversifizierten Portfolios von OMV und der global verteilten Lieferantenbasis des Unternehmens wurde im Rahmen der Bewertung die Schlussfolgerung gezogen, dass OMV in nicht erheblichem Maße physischen klimabedingten Risiken (akuten Risiken) ausgesetzt ist.

[E1-IRO-1.20a, 20bb] [E1-IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11a, 11b] Für 2025 deutet das Ergebnis der Bewertung der physischen Risiken darauf hin, dass die analysierten Anlagen bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend nicht von Naturgefahren betroffen sein werden. Bis zum Jahr 2030 ist es nicht erforderlich, die analysierten Anlagen von OMV an unvermeidbare Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Dies bestätigt, dass das OMV Portfolio in Bezug auf Strategie und Geschäftsmodell unter kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizonten bis 2040 klimaresilient ist. [E1‑IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11d] Häufigkeit und Schweregrad von Naturgefahren wurden anhand der folgenden repräsentativen Konzentrationspfade (Representative Concentration Pathways; RCPs) gemäß IPCC ermittelt: RCP 8.5, ein Business-as-Usual-Szenario mit sehr hohen Emissionen, und RCP 4.5, ein mittleres Emissionsszenario, bei dem die globalen Emissionen um 2040 ihren Höchststand erreichen und dann sinken, wodurch sich die Treibhausgaskonzentration bis 2100 stabilisiert. Darüber hinaus führt OMV jedes Jahr eine robuste Vulnerabilitätsbewertung der physischen Klimarisiken in Übereinstimmung mit der EU-Taxonomie durch. Die taxonomiekonformen Tätigkeiten werden auf der Basis ihrer wirtschaftlichen Spezifika und ihrer geografischen Standorte anhand einer Reihe von Indizes geprüft, die speziell darauf abzielen, ein Verständnis der Veränderungen der künftigen Umweltbedingungen für die jeweilige wirtschaftliche Aktivität zu vermitteln. Mehr dazu finden Sie unter Bewertung der Taxonomiekonformität.

Übergangsrisiken

[E1-IRO-1.20b] OMV führt auch eine strategische Risikomanagementanalyse unter Verwendung der Risikoszenarien durch, um die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Tempo der Energiewende zu verstehen, die sich auf die Strategie und das Geschäftsmodell von OMV auswirken könnten. Die wichtigsten klimabezogenen Risiken und Chancen (Übergang) werden von OMV in der strategischen Planung oder im Risikomanagementprozess berücksichtigt, um potenzielle finanzielle Folgen zu ermitteln. [E1-IRO-1.20c] [E1-IRO-1.AR 12a-12b] Die Übergangsrisiken und -chancen werden über kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte bewertet, wie in den Grundlagen für die Erstellung beschrieben [BP-2.9a], und im Kontext der Strategie und des Geschäftsmodells von OMV bewertet. OMV bewertet, inwieweit seine Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit, des Ausmaßes und des Zeithorizonts 2040 den ermittelten Übergangsereignissen ausgesetzt und anfällig für diese sein können. Die Übergangsrisiken sind bereichsübergreifend und daher bereits durch den unternehmensweiten Risikomanagementprozess hinreichend abgedeckt. Dieser Prozess umfasst eine Reihe finanzieller, operativer und strategischer Maßnahmen, die mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft vorangetrieben werden. Die folgenden Arten von Übergangsrisiken und -chancen werden bewertet:

  • Regulatorische Risiken im Zusammenhang mit Konzepten, die die Anpassung an den Klimawandel forcieren oder Maßnahmen einschränken, die zu den negativen Auswirkungen des Klimawandels beitragen (Herausforderungen bei der Anpassung der Wertschöpfungskette an regulatorische Änderungen)

  • Technologiebezogene Risiken bzw. Chancen, die potenzielle Vor- und Nachteile technologischer Verbesserungen oder Innovationen erfassen, die den Übergang zu einer CO2-ärmeren Zukunft unterstützen bzw. die Energieeffizienz steigern

  • Marktunsicherheiten unter besonderer Berücksichtigung von positiven oder negativen Marktveränderungen für bestimmte Rohstoffe, Produkte oder Dienstleistungen (z. B. CO2-Bepreisung, Nachfrage nach Öl- und Gasprodukten)

  • Reputationsrisiken, die durch verändertes Verbraucherverhalten, die Wahrnehmung des Beitrags von OMV zum Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft oder die Behinderung des Übergangs zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft entstehen

[E1-IRO-1.AR 12c-12d] Für Informationen zur Szenarioanalyse klimabedingter Übergangsrisiken verweisen wir auf Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende. Zukünftige Emissionen von Anlagen werden im Rahmen der vorausschauenden THG-Bewertungen von OMV ermittelt. Ihre Vereinbarkeit mit den Klimazielen von OMV ist insofern gewährleistet, als THG-Emissionen ein integraler Bestandteil des Planungsprozesses von OMV sind. Dieser Prozess ist entsprechend abgestimmt, um sowohl die Geschäfts- als auch die Klimaziele zu erreichen. Mehr zu den THG-Emissionen der wichtigsten Anlagen von OMV finden Sie unter Gebundene Emissionen. [E1-IRO-1.AR 13a-13d] Informationen zur Analyse von Klimaszenarien sind in Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende enthalten. [E1-IRO-1.AR 15] Für weitere Informationen zu den Basisszenario- und „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Annahmen verweisen wir auf Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.

E2 Umweltverschmutzung

[E2-IRO-1.11a] Zur ersten Ermittlung der durch Umweltverschmutzung bedingten Auswirkungen, Risiken und Chancen von OMV prüften die OMV Umweltexpert:innen (die auch für die Berichterstattung im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung zuständig sind) im Jahr 2024 die OMV Geschäftsaktivitäten auf tatsächliche und potenzielle Umweltverschmutzungsaspekte für alle Dimensionen, das heißt Luft, Wasser und Boden. Der Screening-Prozess umfasste die Bewertung früherer Ereignisse und potenzieller künftiger Szenarien, um die Auswirkungen zu ermitteln. Für eine umfassende qualitative Top-down-Bewertung der Auswirkungen, Risiken und Chancen wurde der solide Rahmen für Umwelt-Governance von OMV herangezogen. Es wurden sowohl unternehmensspezifische Inputs als auch spezifische Inputs aus unseren Community-Feedback-Mechanismen berücksichtigt. In Anbetracht der Komplexität und der Wechselwirkungen von Umweltverschmutzungsbelangen erkennt OMV die Bedeutung einer strukturierten und systematischen Identifizierungs- und Bewertungsmethode an, wie etwa des von den ESRS vorgeschriebenen LEAP-Ansatzes (Locate, Evaluate, Assess, Prepare – Lokalisieren, Evaluieren, Bewerten, Vorbereiten). Bei der ersten ESRS-konformen Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 haben wir diesen systematischen Ansatz, der sich nach einer klaren Methodik richtet, noch nicht angewendet. Allerdings wurde parallel zur Wesentlichkeitsanalyse und zur Vorbereitung auf die kommenden Jahre in einem eigenen Workstream mit der Entwicklung eines methodischen Ansatzes begonnen, der für Belange im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung, Wasser und biologischer Vielfalt herangezogen werden soll. Diese Entwicklung ist im hier betrachteten Berichtszeitraum noch im Gange.

[E2-IRO-1.11b] Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 bestand einer der Schritte in der Konsultation interner und externer Interessenträger:innen mittels einer Onlineumfrage. Insbesondere von den betroffenen Gemeinschaften wurden durch regelmäßige Interaktionen, die Onlineumfrage und die über den Community-Beschwerdemechanismus gesammelten Daten Inputs eingeholt. Ziel war es, die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften zu Umweltverschmutzungsaspekten vollständig in unsere Bewertung zu integrieren. Die Ergebnisse flossen in die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 ein. [E2-IRO-1.AR 9a-9b] [E2-IRO-1.AR 3] Diese Überprüfung erfolgte in erster Linie nach einer Top-down-Methode basierend auf der Einbeziehung der internen und externen Interessenträger:innen im Jahr 2024. Die Überprüfung enthielt zwar keine detaillierten Informationen über bestimmte Standorte, stützte sich aber in hohem Maße auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen. Die identifizierten umweltrelevanten wesentlichen IROs sind mit den drei Geschäftsbereichen von OMV verbunden. [E2-IRO-1.AR 3] Beim Prozess zur Bewertung der Wesentlichkeit der IROs im Jahr 2024 berücksichtigte OMV die in ESRS 2 IRO-1 und IRO-2 dargelegten Bestimmungen. [E2-IRO-1.AR 4a] Alle E2-Unterthemen gemäß ESRS 1 Anhang A AR16 wurden bei der Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigt; jene, die schließlich als wesentlich identifiziert wurden, betrafen die Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung. [E2-IRO-1.AR4b] Bei der Bewertung wurden keine Abhängigkeiten von Ökosystemen festgestellt, die möglicherweise dazu beitragen könnten, die mit der Umweltverschmutzung zusammenhängenden Auswirkungen zu mindern.

E3 Wasser- und Meeresressourcen

[E3-IRO-1.8a] Im Rahmen des Prozesses zur ersten Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 prüften die Umweltexpert:innen von OMV die Geschäftsaktivitäten auf tatsächliche und potenzielle Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen. Die Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden anhand eines soliden Rahmens für Umwelt-Governance bewertet. Dabei wurden Informationen aus den Geschäftsbereichen für die qualitative Bewertung nach dem Top-down-Ansatz berücksichtigt. Auch die Wertschöpfungskette wurde in die Evaluierung einbezogen. Zur Ermittlung von Aktivitäten, die für die Natur belastend sein können (z. B. Aktivitäten in Gebieten, die von Wasserknappheit oder Wasserstress bedroht sind), wurde der Water Risk Filter des World Wide Fund For Nature (WWF) herangezogen, um den Zustand der Natur einschließlich der Wasserressourcen zu prüfen. Die bislang durchgeführten Risikobewertungen deuten für die meisten eigenen Tätigkeiten von OMV auf einen niedrigen bis mittleren Wasserrisikograd hin. Die Bewertung zur wissenschaftlichen Abgrenzung von Gebieten auf Grundlage des Wasserrisikos ist noch im Gange. Für weitere Analysen basierend auf dem LEAP-Ansatz (Locate, Evaluate, Assess, Prepare – Lokalisieren, Evaluieren, Bewerten, Vorbereiten) sollen auch noch andere Tools wie der Water Stress Index von Verisk Maplecroft und der Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute (WRI) herangezogen werden. Bei der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurden die Resultate dieser Analysen einer kritischen Beurteilung unterzogen und die Ergebnisse aus 2024 bestätigt. An den wesentlichen Unterthemen für E3 wurden keine Änderungen vorgenommen.

[E3-IRO-1.8b] Interne und externe Interessenträger:innen, einschließlich Vertreter:innen betroffener Gemeinschaften, wurden durch die Onlineumfrage in die Wesentlichkeitsanalyse 2024 einbezogen. Die Überprüfung im Jahr 2025 baute auf diesen Erkenntnissen auf und stützte sich darüber hinaus auf Inputs von Fachexpert:innen. [E3-IRO-1.AR 3] Bei der Bewertung der Wesentlichkeit von Auswirkungen, Risiken und Chancen im Jahr 2024 berücksichtigte OMV die in ESRS 2 IRO-1 und IRO-2 dargelegten Bestimmungen. [E3-IRO-1.AR 4a-AR 4b] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 wurden alle Wasserunterthemen, Wasser- und Meeresressourcen berücksichtigt und Wasser als wesentlich eingestuft.

[E3-IRO-1.AR 6] Die Wesentlichkeitsanalyse 2024 und die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 konzentrierten sich auf umfassendere Bewertungen auf einer breiteren Basis, weshalb spezifische Flusseinzugsgebiete für den angewendeten Top-down-Ansatz nicht berücksichtigt wurden. In den standortspezifischen Wassermanagementplänen für unsere Betriebe werden jedoch spezifische Informationen über Flusseinzugsgebiete berücksichtigt. [E3-IRO-1.AR7] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 und der Überprüfung im Jahr 2025 wurden die Kriterien für die Bestimmung des Zustands von Gewässern gemäß den einschlägigen Anhängen der Richtlinie 2000/60/EG (Wasserrahmenrichtlinie) bzw. den Leitlinien für deren Umsetzung von OMV nicht berücksichtigt. Wir werden diese Kriterien prüfen und in Erwägung ziehen, sie in künftige Bewertungen einzubeziehen.

[E3-IRO-1.AR 15a] [E3-IRO-1.AR 15d] Die wichtigsten Geschäftsbereiche innerhalb unserer Aktivitäten, die mit diesem wesentlichen Thema in Zusammenhang stehen, sind Energy (Exploration und Produktion), Fuels (Raffination) und Chemicals. Die Wesentlichkeitsanalyse und ihre Neubewertung erfolgten nach einem Top-down-Ansatz, wobei der Schwerpunkt auf übergreifenden Evaluierungen auf einer breiteren Basis lag und keine detaillierten Informationen über bestimmte Standorte einbezogen wurden. [E3-IRO-1.AR 10] [E3-IRO-1.15b] Aufgrund der Natur unserer Aktivitäten ist unsere Geschäftstätigkeit nicht auf Rohstoffe im Zusammenhang mit Meeresressourcen angewiesen.

E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme

[E4-IRO-1.17a] Zur Ermittlung der Auswirkungen, Risiken und Chancen untersuchten Umweltexpert:innen von OMV im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse 2024 in einer qualitativen Top-down-Bewertung die Geschäftsaktivitäten von OMV auf tatsächliche und potenzielle Aspekte im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt und den Ökosystemen. Auch die Wertschöpfungskette wurde in die Analyse einbezogen. Parallel zu unserer Wesentlichkeitsanalyse begannen wir damit, die OMV Standorte mit Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität abzugleichen und eine interne formale Bewertung der Biodiversitätsrisiken gemäß den Environmental Management Standards und dem LEAP-Ansatz (Locate, Evaluate, Assess, Prepare) durchzuführen. [E4-IRO-1.17a, 17b] In der ersten Phase (Q3 2023 bis Q3 2024) wurden sechs Pilotstandorte analysiert. Im Jahr 2025 verfeinerten wir die Methode, schlossen die „Locate“-Phase ab und führten ein konzernweites Standortscreening durch. Unser Ziel ist es, die Bewertung unserer Betriebsstandorte (mit Ausnahme der Tankstellen) zeitnah abzuschließen. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse werden in den nächsten Jahren mit einem spezifischeren Ansatz konsolidiert, der auch weiterhin entsprechend den Empfehlungen der TNFD auf den Leitlinien und Phasen des LEAP-Ansatzes basieren wird. Im Jahr 2023 begann OMV eine konzernweite Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz der TNFD, um naturrelevante Auswirkungen und Risiken zu ermitteln und zu bewerten. In der Phase „Locate“ wurden alle OMV Standorte einer Geodatenanalyse unterzogen, um eine Priorisierung der Standorte nach ihrer geografischen Lage unter Berücksichtigung der Dimensionen Ökosystemintegrität und Biodiversitätsbedeutung vorzunehmen. Dabei wurden verschiedene aus dem Integrated Biodiversity Assessment Tool (IBAT) übernommene Datenlayer zur biologischen Vielfalt (z. B. Layer zu Schutzgebieten, zu Schlüsselgebieten der biologischen Vielfalt (Key Biodiversity Areas; KBAs) und zu auf der Roten Liste der IUCN stehenden Arten) sowie frei verfügbare Layer zu Landbedeckung (von Esri), mittlerer Artenhäufigkeit (Mean Species Abundance) und Wasserstress verwendet. Die Ergebnisse der „Locate“-Phase wurden auch zur Auswahl von sechs Pilotstandorten aus allen Geschäftsbereichen herangezogen.

Im Schritt „Evaluate“ erfolgt ein Screening auf Konzernebene, um Standorte mit hoher Priorität zu ermitteln. Dieses Screening basiert auf der Bedeutung für die biologische Vielfalt, wobei die Ergebnisse aus der „Locate“-Phase berücksichtigt werden, sowie auf potenziellen Belastungen für die biologische Vielfalt. Standorte mit hoher Priorität werden Screenings der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (Biodiversity and Ecosystem Services; BES) auf Standortebene unterzogen. Die Folgenabschätzung basiert auf den direkten Ursachen des Biodiversitätsverlusts. Schwerpunktbereiche sind dabei die direkte Nutzung von Süßwasser, Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung, invasive gebietsfremde Arten und andere Beeinträchtigungen. Die Bewertung zielt darauf ab, die Auswirkungen dieser Faktoren auf den Zustand der Arten sowie Auswirkungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen zu evaluieren. Zur Beurteilung der Auswirkungen auf Standortebene ist es erforderlich, den Grad der Folgen und die Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten. Auf ähnliche Weise werden auch die Abhängigkeiten bewertet. Die Ergebnisse der „Evaluate“-Phase dienen als Input für den Schritt „Assess“, in dem die Risiken und Chancen analysiert werden. Zur Bewertung von Biodiversitätsrisiken verwendet OMV ein biodiversitätsspezifisches Risikoregister, das in das bestehende HSSE-Risikomanagement-Framework von OMV integriert ist. In den „Prepare“-Schritten konzentrierten wir uns auf Arbeiten zur Definition von Kennzahlen und Zielen, auf die Aktualisierung der Biodiversitätsrichtlinie und die Festlegung eines Fahrplans für den weiteren Rollout. Da unsere LEAP-Bewertung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht abgeschlossen ist, können wir noch keine Liste der wesentlichen Standorte offenlegen und sind auch nicht zu dem Schluss gekommen, dass OMV unmittelbar zu den Einflussfaktoren im Hinblick auf Landnutzungsänderungen, Süßwasser- und/oder Meeresnutzungsänderungen beiträgt.

[E4-IRO-1.17c] Basierend auf dem Szenario, das auch für die Klimawandelanalyse verwendet wurde, zeigte der IPCC auf, wie der Klimawandel die Ökosysteme verändern und zum Verlust der biologischen Vielfalt führen könnte, was durch Umweltverschmutzung oder Landnutzungsänderungen verschärft wird. Durch die Reduzierung seines CO2-Fußabdrucks will OMV jede zusätzliche Belastung der Natur minimieren. Darüber hinaus sollen die Biodiversitätsinitiativen, zu denen sich OMV verpflichtet, den Schutz oder die Wiederherstellung von Ökosystemen sicherstellen. Die Analyse der physischen Risiken in Bezug auf die biologische Vielfalt berücksichtigt derzeit die folgenden Dimensionen:

  • Die Analyse in Bezug auf den Klimawandel ist in E1 abgedeckt;

  • Wasserentnahme ist ein relevanter Einflussfaktor, um die Widerstandsfähigkeit von OMV anhand der IPCC-Klimawandelszenarien und des OMV Managementansatzes, wie im Abschnitt E3 beschrieben, nachvollziehen zu können;

  • Potenzielle Veränderungen natürlicher Lebensräume und Ökosysteme zusätzlich zu den oben genannten Faktoren werden in Anbetracht der Art der Geschäftstätigkeit voraussichtlich nur begrenzte Implikationen für die Aktivitäten von OMV haben. Diese Überprüfung bezieht sich lediglich auf die langfristigen potenziellen Implikationen für die Geschäftstätigkeit von OMV. Eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Widerstandsfähigkeit vor dem Hintergrund der verschiedenen verwendeten Szenarien erfolgte dabei nicht.

Bei der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurde ein neues Übergangsrisiko im Zusammenhang mit den steigenden Erwartungen von Interessengruppen und zunehmenden regulatorischen Anforderungen betreffend biologische Vielfalt und Ökosysteme ermittelt. Diese Schlussfolgerung wurde nach Anwendung von Bewertungskriterien auf der Grundlage der Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und der Abhängigkeiten gezogen.

[E4-IRO-1.17d] Sowohl die erste Bewertung im Jahr 2024 als auch die Überprüfung im Jahr 2025 ergaben, dass keine systemischen Risiken im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt bestehen. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass die systemischen Risiken gründlich evaluiert und in die Analyse des physischen Klimawandels einbezogen wurden. Dies gewährleistet ein umfassendes Verständnis potenzieller Bedrohungen und ihrer weitreichenden Folgen. [E4-IRO-1.17e-i, 17e-ii] Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 bestand einer der Schritte in der Konsultation interner und externer Interessenträger:innen mittels einer Onlineumfrage. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden für die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 herangezogen. Der Prozess zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 und die Überprüfung 2025 folgten einem Top-down-Ansatz, bei dem vor allem die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen genutzt wurden. Folglich wurden nicht alle relevanten Kriterien berücksichtigt, wie zum Beispiel bestimmte Standorte, die Rohstoffproduktion oder die Beschaffung. [E4‑IRO-1.19, 19a] Die erste Bewertung und die Neubewertung durch die Expert:innen erfolgten durch eine Kartierung zur Verknüpfung von OMV Standorten mit Gebieten schutzbedürftiger Biodiversität. Wir arbeiten in oder in der Nähe von verschiedenen Arten von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität, wie zum Beispiel nationalen Schutzgebieten (Nationally Protected Areas; NPAs), Natura-2000-Gebieten und Schlüsselgebieten der biologischen Vielfalt (Key Biodiversity Areas; KBAs). Die meisten dieser sensiblen Gebiete sind Natura-2000-Gebiete. Nach unserer Einschätzung macht die Gesamtfläche der Standorte in oder in der Nähe von sensiblen Gebieten eine Gesamtfläche aus, die in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst ist. Es ist wichtig zu betonen, dass die in der nachstehenden Tabelle enthaltenen Informationen keine Aussage über negative Auswirkungen auf sensible Gebiete darstellen. Vielmehr zeigen sie lediglich die Nähe des OMV Betriebs zu solchen Gebieten auf. Da unsere LEAP-Bewertung noch nicht abgeschlossen ist, können wir derzeit nicht sagen, ob die Aktivitäten an unseren Standorten negative Auswirkungen auf Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität haben.

Verknüpfung von OMV Standorten mit Gebieten schutzbedürftiger Biodiversität

In ha

 

 

 

 

Geschäftsbereich

Land

Fläche der Standorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität 2025

Fläche der Standorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität 2024

Arten von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität

Chemicals

AT

75

75

NPA, Natura 2000, KBA

BE

168

168

NPA, Natura 2000, KBA

BR

0

0

n.a.

DE

7

7

NPA, Natura 2000

FI

79

79

NPA, Natura 2000

IT

0

0

n.a.

NL

0

0

n.a.

SE

0

52

NPA

US

0

0

n.a.

Fuels

AT

318

318

NPA, Natura 2000, KBA

DE

160

160

NPA, Natura 2000, KBA

HU

9

9

Natura 2000

RO

0

25

NPA, Natura 2000, KBA

Energy

AT

27

25

NPA, Natura 2000, KBA

NO

0

0

n.a.

NZ

2

2

KBA

RO

286

222

NPA, Natura 2000, KBA

TN

0

0

n.a.

Gesamt

 

1.131

1.141

n.a.

[Freiwillig] Die Fläche der Standorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität, aggregiert (nach Geschäftsbereich und Land), ist definiert als die Gesamtfläche der OMV Standorte (in ha), die sich in einem Umkreis von 1 km um Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden. Die Analyse berücksichtigt dabei nicht den Überschneidungsbereich zwischen OMV Standorten und dem biodiversitätssensiblen Gebiet, das durch eine 1-km-Pufferzone vergrößert wird. Stattdessen wird die gesamte Standortfläche berücksichtigt, sobald ein Teil des Standorts innerhalb der 1-km-Pufferzone liegt. Die Geodatenanalyse der Industriestandorte unserer Geschäftsbereiche Fuels und Chemicals wurde jeweils für das gesamte Gelände innerhalb der Einfriedung durchgeführt. Dieser Ansatz lässt sich nicht auf die Standorte unseres Geschäftsbereichs Energy anwenden, da diese eine Vielzahl kleinerer Anlagen umfassen, die über ein großes Areal verteilt sind. In diesem Fall wurde daher eine differenzierte Analyse basierend auf einzelnen Bohrungen und Anlagen durchgeführt. Da alle Bohrungen und die meisten unserer Anlagen in unseren GIS-Systemen als Punktdaten (d. h. ohne Flächenangabe) eingegeben werden, mussten Proxy-Polygone mit durchschnittlichen Flächen erstellt und in der Geodatenanalyse verwendet werden. Für Bohrungen wurde eine durchschnittliche Proxy-Fläche von 900 m2 und für Anlagen eine durchschnittliche Proxy-Fläche von 5.000 m2 für die Analyse verwendet. Die Annahmen und Einschränkungen für diese Analyse ergaben sich in erster Linie durch die Verwendung von Proxy-Flächen für OMV Anlagen und Bohrungen im Geschäftsbereich Energy. Darüber hinaus wurde von der Annahme ausgegangen, dass Tankstellen, Pipelines und gewisse Arten von Einrichtungen (z. B. Bürogebäude außerhalb von Industriestandorten) keine Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme haben. Diese wurden daher von der Analyse ausgeschlossen. Die Analyse wird einmal pro Jahr durchgeführt. Das Jahr 2024 war das erste, für das OMV dazu Bericht erstattete. Für die Bewertung werden Primärdaten (OMV Standorte) und öffentlich verfügbare Daten über Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität verwendet.

[E4-IRO-1.19b] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 und der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 berücksichtigten wir keine Abhilfemaßnahmen in Bezug auf die biologische Vielfalt, wie sie in verschiedenen Richtlinien und Standards beschrieben sind, darunter die Richtlinie 2009/147/EG, die Richtlinie 92/43/EWG des Rates, die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gemäß der Richtlinie 2011/92/EU oder gleichwertige nationale Bestimmungen und internationale Standards wie der IFC Performance Standard 6. Die Richtlinien werden evaluiert und möglicherweise in Zukunft integriert. Die Auswirkungen und Abhilfemaßnahmen bei OMV werden unter Berücksichtigung der für jeden unserer Standorte erteilten Genehmigungen definiert. Zur Minderung erheblicher Auswirkungen, die im Rahmen behördlicher Prüfverfahren in Abstimmung mit den Umweltbehörden identifiziert wurden, werden entsprechende Maßnahmen ergriffen. Die Genehmigungs- und Bewertungsverfahren gelten in allen Ländern, in denen OMV tätig ist. Werden erhebliche Auswirkungen beobachtet oder erwartet, wird nach der Abhilfemaßnahmenhierarchie vorgegangen, und bei der Maßnahmenplanung haben die Vermeidung und Minimierung von Auswirkungen Vorrang.

E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

[E5-IRO-1.11, 11a] Die erste Bewertung der Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft im Jahr 2024 erfolgte nach einer Top-down-Methode. Die Bewertung enthielt zwar keine detaillierten Informationen über bestimmte Standorte, stützte sich aber in hohem Maße auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen. [E5-IRO-1.11b] Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 bestand einer der Schritte in der Konsultation interner und externer Interessenträger:innen mittels einer Onlineumfrage. Die Ansichten der betroffenen Gemeinschaften, die von ihren Stellvertretenden erläutert wurden, fanden in der Wesentlichkeitsanalyse mittels Fragebögen Berücksichtigung. Wir stützten uns dabei auf die Schlussfolgerungen aus den OMV Community-Beschwerdemechanismen und die regelmäßigen Konsultationen mit den betroffenen Gemeinschaften, um ein besseres Verständnis für deren Anliegen, Bedürfnisse und Prioritäten zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden für die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 herangezogen, ohne dass aufgrund der Überarbeitung Änderungen erforderlich waren. Sowohl bei der Wesentlichkeitsanalyse als auch bei der Überprüfung berücksichtigte OMV die in ESRS 2 IRO-1 und IRO-2 dargelegten Bestimmungen.

[E5-IRO-1.AR 7a] Es wurden alle drei OMV Geschäftsbereiche (Energy, Fuels und Chemicals) betrachtet, mit besonderem Fokus auf die Bereiche Chemicals und Fuels, da diese laut den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse eng mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft verbunden sind. [E5-IRO-1-AR 7b] Wir priorisierten Materialien, die für OMV im Kontext der Kreislaufwirtschaft relevant sind, wie zum Beispiel Polymere und Chemikalien. Was Abfälle anbelangt, orientierten wir uns an der Liste der bestehenden Abfallkategorien in unseren Betrieben. [E5-IRO-1.AR 7c-d] Risiken und Chancen wurden im Rahmen des internen EWRM-Prozesses berücksichtigt. Die Auswirkungen der Beibehaltung eines „Business-as-Usual“-Ansatzes in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft wurden nicht berücksichtigt, da sich OMV zu einer Netto-Null-Transformation verpflichtet hat. [E5-IRO-1.AR 7e] Im Zuge der Bewertung und Neubewertung der Wesentlichkeit wurden lediglich wesentliche Auswirkungen für die Kreislaufwirtschaft ermittelt; wesentliche Risiken wurden dabei nicht identifiziert. [E5-IRO-1.AR 7f] Die negativen wesentlichen Auswirkungen und Chancen zeigen sich in der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich Rohstoffen und Dienstleistungen, Verarbeitung und Fertigungstätigkeiten.

G1 Unternehmensführung

[G1-IRO-1.6] Sowohl die Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 als auch die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurden nach einem Top-down-Ansatz durchgeführt und stützten sich in erster Linie auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen. Daher wurden nicht alle relevanten Kriterien in den Prozess einbezogen, einschließlich Standort, Tätigkeit, Sektor und Struktur der Transaktionen.

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