6. Segment­berichterstattung

Bilanzierungsgrundsätze

Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in drei operative Geschäftsbereiche sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Geschäftsbereich stellt eine strategische Einheit dar und ist in unterschiedlichen Märkten tätig. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen. Mit Ausnahme von Kb&S entsprechen die berichtspflichtigen OMV Segmente den operativen Geschäftssegmenten.

In die Ermittlung des Segmentvermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort herangezogen, an dem das Risiko auf den Kunden übergeht. Die Nettoumsatzerlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, und das Hedging-Ergebnis werden dem jeweiligen Land zugeordnet, in welchem die berichtende Tochtergesellschaft ihren Sitz hat. Die für die operativen Segmente geltenden Bilanzierungsgrundsätze stimmen mit jenen des Konzernabschlusses überein. Ausnahmen gelten lediglich für konzerninterne Umsätze und Kostenumlagen des Mutterunternehmens, welche nach internen OMV Grundsätzen ermittelt werden. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Geschäftsbereichen nicht zuordenbar sind, werden im Ergebnis von Kb&S ausgewiesen.

Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte

Der Geschäftsbereich Energy umfasst drei Aktivitäten in drei Kernregionen: Nord, CEE und Süd. Das Geschäft Exploration & Produktion konzentriert sich auf die Exploration, Entwicklung und Produktion von Rohöl, Flüssigerdgas und Erdgas. Das Gasgeschäft verwaltet ein umfassendes Verkaufs- und Logistiknetzwerk für Erdgas vom Bohrloch bis zum Endkunden, einschließlich Speicher-, Multi-Commodity-Trading- und Stromgeschäft des Konzerns. Das Low Carbon-Geschäft des Segments Energy entwickelt nachhaltige Energiequellen wie Geothermieprojekte und erneuerbare Energielösungen, wie Solar- und Windkraft.

Der Geschäftsbereich Fuels raffiniert und vermarktet Rohöl sowie andere Rohstoffe und betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) mit einer jährlichen Kapazität von 17,8 Mio t. In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden.

OMV besitzt eine starke Marktposition innerhalb der Bereiche Versorgung, Betreuung gewerblicher Kunden und Betrieb eines Retail-Geschäfts mit 1.708 Tankstellen.

OMV hält Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bewerteten Beteiligungen. Die wesentlichste ist die 15% Beteiligung an ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate) mit einer jährlichen Raffineriekapazität von 7,1 Mio t (OMV Anteil).

Der Geschäftsbereich Chemicals ist einer der weltweit führenden Anbieter fortschrittlicher und kreislauffähiger Polyolefin-Lösungen und ein europäischer Marktführer bei Basischemikalien und Kunststoff-Recycling.

Der OMV Konzern, inklusive Joint Ventures, verfügt über Produktionskapazitäten von 7,0 Mio t Basischemikalien, 6,4 Mio t Polyolefine und 0,8 Mio t Compounding-Kapazitäten. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa. Zusätzlich gibt es zwei Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, eine in Brasilien und eine weitere in Südkorea. Darüber hinaus hält OMV Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bewerteten Beteiligungen. Die wesentlichsten sind: Borouge (Vereinigte Arabische Emirate), das Joint Venture von Borealis mit ADNOC, das den größten petrochemischen Komplex der Welt betreibt, und das Joint Venture Baystar (Pasadena, Vereinigte Staaten), das seit 2022 einen Ethan-Cracker betreibt und 2023 eine zusätzliche Polyethylen-Anlage mit der einzigartigen Borstar® -Technologie in Betrieb nahm.

Der OMV Konzern verfolgt verschiedene Initiativen im Bereich des mechanischen und chemischen Recyclings sowie der Herstellung von erneuerbaren Polyolefinen. Am Standort in Belgien errichtet Borealis eine Propan-Dehydrierungsanlage, um das erwartete Wachstum der Propylennachfrage in Europa zu nutzen. Die neue Anlage wird eine Produktionskapazität von 0,7 Mio t Propylen haben. Weiters befindet sich Borouge 4 (Ruwais, Vereinigte Arabische Emirate) im Bau, ein Steamcracker auf Ethanbasis mit einer Gesamtkapazität von 1,5 Mio t und Polyolefin-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,4 Mio t, die die einzigartige Borstar®-Technologie nutzen werden.

Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Konzernbereich & Sonstiges (Kb&S) zusammengefasst.

Eine zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße für den Konzern ist das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten.

Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge in einem neuen Unternehmen, Borouge Group International, unterzeichnet. Folglich wurde der Borealis Konzern, mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen, am 3. März 2025 in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert und zusätzlich als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture. Der Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ist weiterhin im CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten enthalten.

Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird der Ausweis von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte das Ergebnis beeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.

Des Weiteren wird der CCS Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie die Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern zu ermöglichen. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und -verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. OMV veröffentlicht daher diese Ergebniskennzahl zusätzlich zum gemäß IFRS ermittelten operativen Ergebnis.

Segmentberichterstattung

In EUR Mio

 

 

 

 

 

 

 

 

2025

 

Energy

Fuels

Chemicals

Kb&S

Gesamt

Konsoli­dierung

OMV Konzern

 

 

 

 

 

 

 

 

Umsatzerlöse1, 2

10.813

17.347

841

520

29.520

–5.212

24.308

Umsätze mit anderen Segmenten2

–3.128

–1.302

–270

–513

–5.212

5.212

Umsatzerlöse mit Dritten

7.685

16.045

571

7

24.308

24.308

Sonstige betriebliche Erträge

196

126

17

69

408

408

Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

34

88

279

401

401

Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)

4.172

14.096

317

0

18.585

–4.610

13.975

Planmäßige Abschreibungen

1.158

524

86

45

1.814

1.814

Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung)

793

11

0

804

804

Wertaufholungen

195

6

201

201

Sonstige betriebliche Aufwendungen

501

114

28

68

711

–0

711

Operatives Ergebnis

1.877

866

374

–87

3.030

80

3.110

Operatives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen

335

335

335

Sondereffekte für Personallösungen

37

2

32

5

75

75

Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen

454

–5

15

465

465

Sondereffekte für Anlagenverkäufe

–19

–19

–19

Sonstige Sondereffekte

339

10

47

7

402

402

Sondereffekte

830

7

75

12

924

924

Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3

2.707

873

784

–75

4.288

80

4.368

CCS Effekte

243

243

–5

239

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3

2.707

1.116

784

–75

4.532

75

4.607

Segmentvermögen4

10.142

5.333

1.048

246

16.769

16.769

Zugänge SAV/IV5

2.081

878

246

35

3.239

3.239

At-equity bewertete Beteiligungen6

341

1.362

3.552

5.255

5.255

1

Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten

2

Produktströme mit anderen Segmenten wurden 2025 neu definiert, die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

3

Inklusive Operatives Ergebnis vor Sondereffekten aus aufgegebenen Geschäftsbereichen

4

Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.

5

Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden, und Zugänge zu Rekultivierungsvermögen sind nicht inkludiert.

6

Exklusive Vermögenswerte, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden

Segmentberichterstattung

In EUR Mio

 

 

 

 

 

 

 

 

2024

 

Energy

Fuels

Chemicals

Kb&S

Gesamt

Konsoli­dierung

OMV Konzern

 

 

 

 

 

 

 

 

Umsatzerlöse1, 2

12.587

18.100

913

503

32.102

–5.908

26.194

Umsätze mit anderen Segmenten2

–3.603

–1.545

–275

–485

–5.908

5.908

Umsatzerlöse mit Dritten

8.984

16.554

637

18

26.194

26.194

Sonstige betriebliche Erträge

433

90

23

63

609

609

Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen

43

79

326

447

447

Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)

4.843

15.040

445

20.329

–5.304

15.025

Planmäßige Abschreibungen

1.307

489

77

41

1.913

1.913

Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung)

620

18

1

638

638

Wertaufholungen

–0

16

15

15

Sonstige betriebliche Aufwendungen

166

108

18

62

354

354

Operatives Ergebnis

3.205

709

352

–80

4.187

16

4.202

Operatives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen

52

52

52

Sondereffekte für Personallösungen

6

0

8

15

15

Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen

472

16

16

504

504

Sondereffekte für Anlagenverkäufe

–23

–23

–23

Sonstige Sondereffekte

149

82

31

6

268

268

Sondereffekte

605

98

55

6

764

764

Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3

3.810

808

459

–73

5.003

16

5.018

CCS Effekte

119

119

4

123

CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3

3.810

927

459

–73

5.122

19

5.141

Segmentvermögen4

10.031

5.023

7.134

261

22.449

22.449

Zugänge SAV/IV5

1.679

871

1.087

59

3.697

3.697

At-equity bewertete Beteiligungen6

355

1.530

4.777

6.661

6.661

1

Inklusive Umsätze mit anderen Segmenten

2

Produktströme mit anderen Segmenten wurden 2025 neu definiert, die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

3

Inklusive Operatives Ergebnis vor Sondereffekten aus aufgegebenen Geschäftsbereichen

4

Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.

5

Zugänge zu Vermögenswerten, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden, und Zugänge zu Rekultivierungsvermögen sind nicht inkludiert.

6

Exklusive Vermögenswerte, welche in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden

2025 waren die Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen hauptsächlich auf Wertminderungen von E&P-Vermögenswerten im Geschäftsbereich Energy zurückzuführen. Nähere Details über Wertminderungen und Zuschreibungen können der Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – entnommen werden.

Die Position Sonstige Sondereffekte wurde hauptsächlich durch eine Wertminderung sonstiger finanzieller Vermögenswerte im Geschäftsbereich Energy im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen, die voraussichtlich von OMV Petrom auf eigene Kosten gemäß den vereinbarten Grundsätzen zwischen OMV Petrom und dem rumänischen Staat übernommen werden müssen, sowie durch temporäre Bewertungseffekte, beeinflusst. Weitere Details können der Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte.

Informationen über geografische Bereiche

In EUR Mio

 

 

 

 

 

 

 

2025

2024

 

Umsätze mit Dritten

Segment­vermögen1

At-equity bewertete Beteiligungen2

Umsätze mit Dritten

Segment­vermögen1

At-equity bewertete Beteiligungen2

Österreich

7.186

4.066

11

6.868

5.109

12

Belgien

72

49

65

2.840

25

Deutschland

3.154

1.304

20

4.322

1.391

25

Ungarn

1.501

122

1.447

107

Libyen

591

778

628

866

Norwegen

484

911

757

941

Rumänien

5.977

7.357

65

5.888

6.480

70

Vereinigte Arabische Emirate

1.205

1.360

4.769

1.366

1.547

5.644

Übriges MOE3

2.451

526

17

2.472

569

Übriges Europa

1.367

12

19

1.685

1.841

23

Übrige Welt4

320

284

354

696

759

862

Gesamt

24.308

16.769

5.255

26.194

22.449

6.661

1

Sachanlagen (SAV) und immaterielle Vermögenswerte (IV); zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.

2

Die Zuordnung der at-equity bewerteten Beteiligungen erfolgt auf Basis des eingetragenen Sitzes der Muttergesellschaft; zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte sind nicht inkludiert.

3

Inkludiert Türkei

4

Übrige Welt: Inkludiert 2025 im Wesentlichen Neuseeland und Tunesien. 2024 sind im Wesentlichen Australien, Brasilien, Malaysia, Neuseeland, Singapur, Südkorea, Tunesien und die Vereinigten Staaten von Amerika inkludiert.

CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste
Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten
Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme berechnet.

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