Der folgende Abschnitt bietet einen Überblick und eine Beschreibung der wichtigsten Maßnahmen, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, sowie der geplanten künftigen Maßnahmen zur Bewältigung unserer Auswirkungen und Ergreifung unserer Chance im Zusammenhang mit E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.
Wichtigste Maßnahmen
Um unsere positiven Auswirkungen auf die Natur und die Gesellschaft zu verstärken, indem wir fossile Rohstoffe durch nachhaltige (recycelte und erneuerbare) Alternativen ersetzen, haben wir wichtige Maßnahmen zur Förderung der Verwendung von nachhaltigen Einsatzstoffen definiert. Diese tragen dazu bei, die negative Umweltauswirkung zu verringern, die sich aus der Beschaffung und Nutzung fossiler Primärrohstoffe ergibt. Darüber hinaus konnten wir Geschäftschancen im Zusammenhang mit Kosteneinsparungen, höheren Produktpreisen und einem größeren Vertrauen der Interessenträger:innen ermitteln, die mit dieser Initiative genutzt werden können. Die wichtigsten Maßnahmen[MDR-A 69b] Als wichtigste Maßnahmen gelten jene, deren Umsetzung CAPEX von mindestens EUR 5 Mio erfordern. Im Jahr 2025 wurde der Planungshorizont von fünf auf drei Jahre verkürzt, was zu niedrigeren zukunftsorientierten CAPEX im Vergleich zur Nachhaltigkeitserklärung 2024 führt. Die CAPEX umfassen Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inkl. IFRS 16 Nutzungsrechte) und Ausgaben für Akquisitionen sowie at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen für vordefinierte CAPEX-Kategorien, die mit nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Nicht in den CAPEX-Zahlen enthalten sind Rekultivierungsvermögen, staatliche Zuschüsse, Fremdkapitalkosten, Zugänge zu veräußerten Vermögenswerten (unter bestimmten Bedingungen) und andere Zugänge, die per Definition nicht als Investitionsausgaben gelten. Im Rahmen der geltenden Rechnungslegungsvorschriften werden Ausgaben, die während der Projektdurchführung anfallen, in der Regel aktiviert, weshalb sie in den CAPEX-Zahlen enthalten sind. OPEX-Zahlen im Zusammenhang mit den wichtigsten Maßnahmen werden aufgrund der derzeit begrenzten Datenverfügbarkeit nicht ausgewiesen und können in künftige Berichte aufgrund neuer Berichterstattungsverfahren aufgenommen werden. Für das wesentliche Thema E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft beziehen sich die wichtigsten Maßnahmen hauptsächlich auf Aktivitäten in Europa, wobei der Großteil davon in Österreich, Belgien und Deutschland stattfindet., die zur Erreichung unserer Ziele und Vorgaben ergriffen und geplant wurden, sind in der untenstehenden Tabelle aufgeführt. Zusätzliche Maßnahmen, die den erforderlichen Schwellenwert für die Umsetzungskosten nicht erreichen, aber für unsere Auswirkungen und die Chance im Zusammenhang mit E5 von strategischer Bedeutung sind, werden nach der Tabelle angeführt.
OMV ist bestrebt, seine langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund prüft OMV die Möglichkeiten nachhaltiger Finanzierungen und nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele gekoppelt sind. Ein erster Schritt in Richtung nachhaltige Finanzierung wurde 2021 mit einem grünen Darlehen für die ReOil® 2000-Anlage für chemisches Recycling in Schwechat (Österreich) gemacht. Dieses Darlehen wurde in Einklang mit den Green Loan Principles gewährt und basiert auf einem projektspezifischen Rahmen für grüne Finanzierungen und einer Second Party Opinion. Für die Durchführung anderer (in der untenstehenden Tabelle) aufgeführten wichtigsten Maßnahmen steht derzeit kein nachhaltiges Finanzinstrument zur Verfügung.
Wichtigste Maßnahmen |
Status |
Erwartetes Ergebnis |
Beitrag zu Vorgaben/ |
Umfang |
Zeithorizont |
Abhilfe |
Fortschritt |
CAPEX 2025 |
CAPEX 2026–2028 |
Relevante IROs |
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EUR Mrd |
EUR Mrd1 |
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Erhöhung nachhaltiger (recycelter und erneuerbarer) Einsatzstoffe |
Herstellung organischer Basischemikalien |
Tatsächlich und geplant |
Erhöhung der Recyclingkapazitäten zur Steigerung des Absatzes von nachhaltigen Basischemikalien. Kreislauffähige Produkte, die aus erneuerbaren Einsatzstoffen oder recycelten Kunststoffabfällen hergestellt werden, verursachen weniger Emissionen als Produkte, die aus fossilen Primärrohstoffen hergestellt werden. |
Beitrag zum strategischen Ziel von OMV, das Wachstum im Chemiebereich zu beschleunigen und innovative Kreislaufwirtschaftsprojekte zu fördern |
Eigene Tätigkeiten |
Kurz- bis mittelfristig |
n.a. |
Bewertung, Ausführung |
0,4 |
0,1 |
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Herstellung von Kunststoffen in Primärformen/Chemisches Recycling |
Tatsächlich und geplant |
Kurz- bis mittelfristig |
Bewertung, Ausführung |
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Mechanisches Recycling und Kunststoffabfallverarbeitung |
Tatsächlich |
Kurzfristig |
Fertigstellung |
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Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation |
Tatsächlich und geplant |
Kurz- bis mittelfristig |
Bewertung, Fertigstellung |
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Ergänzend zu den wichtigsten Maßnahmen hat OMV mehrere zusätzliche Maßnahmen ergriffen und geplant, deren Umsetzungskosten den festgelegten finanziellen Schwellenwert von mindestens EUR 5 Mio jedoch nicht überschreiten.
Lebenszyklusanalysen
Die zunehmende Erstellung von Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessments; LCAs) für die Anlagen und vermarkteten Produkte von OMV ermöglicht die Erlangung konkreter Daten nach akzeptierten internationalen Standards. Diese Daten können Nachhaltigkeitsbehauptungen belegen, wie zum Beispiel reduzierte Emissionen von nachhaltigen Produkten, die aus erneuerbaren Einsatzstoffen oder recycelten Kunststoffabfällen hergestellt werden. Die LCAs unterstützen die strategische Säule von OMV, die Menge an nachhaltigen Produkten zu erhöhen, unser Bestreben, eine führende Position im Bereich von erneuerbaren und kreislauffähigen Lösungen einzunehmen, sowie unsere Bestrebung, die Verkaufsmengen von nachhaltigen Basischemikalien und Polyolefinen, die aus erneuerbaren und recycelten Einsatzstoffen hergestellt wurden, zu steigern. Im Jahr 2024 wurde die erste Lebenszyklusanalyse für die Raffinerie Burghausen nach ISO 14040/14044 mit Schwerpunkt auf Basischemikalien wie Ethylen, Propylen, Benzol, Butadien und Isobuten durchgeführt. Diese LCA wurde von einem externen Beratungsunternehmen in enger Zusammenarbeit mit OMV Expert:innen erstellt. Dabei wurden mehrere Kategorien der Umweltauswirkungen untersucht, darunter Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung, Strahlung, Landnutzung, Ozonabbau, Feinstaub, photochemische Ozonbildung, Ressourcennutzung und Wassernutzung. Die LCA für die Raffinerie Burghausen wurde im Jahr 2025 mit dem Ziel aktualisiert, LCA-Werte für alle Raffinerieprodukte bereitzustellen. Darüber hinaus wurden LCAs für die Integration nachhaltiger erneuerbarer Produkte in den Cracker in Burghausen vorgenommen, die eine breite Palette an nachhaltigen Einsatzstoffen umfassten. Derzeit führt OMV LCAs in Übereinstimmung mit den Empfehlungen von Together for Sustainability (TfS) durch, wobei verfügbare Primärdaten einbezogen werden. Die Ergebnisse dieser neuesten LCAs werden nun von Dritten geprüft. Nach Abschluss der Prüfungen werden ähnliche LCAs für die anderen Raffineriestandorte von OMV durchgeführt. Darüber hinaus findet derzeit eine Aktualisierung der OMV LCAs für die chemische Recyclingtechnologie ReOil® statt.
Bei Borealis wird nach den 2021/22 für das Portfolio durchgeführten LCAs weiter daran gearbeitet, das Verständnis für die Umweltauswirkungen der Produkte zu verbessern. In den Jahren 2024 und 2025 hat Borealis intern detaillierte Lebenszyklusinventarmodelle der Anlagen und folglich auch der Produkte entwickelt. Diese Bemühungen zielen darauf ab, die Datenqualität zu verbessern, multikriterielle Umweltverträglichkeitsanalysen zu unterstützen und zu einem kontinuierlichen Fortschritt zur Unterstützung der Kund:innen beizutragen. Die Zielgruppe für die LCA-Ergebnisse sind in erster Linie petrochemische Kund:innen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette. Für Daten zu den Aktivitäten wurden Primärdatensätze von OMV herangezogen. Für die Einsatzstoffe (Rohöl, Zwischenprodukte, hydriertes Pflanzenöl) wurden aktuelle länderspezifische Datensätze aus kommerziellen validierten Datenbanken verwendet. Die Einführung von Umweltbilanzen für Primärrohstoffe wird derzeit geprüft. Die Durchführung von LCAs ist ein laufender Prozess.
Audits
Um ISCC-Zertifizierungen (siehe oben) zu erhalten, werden unsere Betriebe jährlich von unabhängigen, akkreditierten Zertifizierungsstellen geprüft. Dabei wird die Einhaltung der Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Treibhausgasemissionen verifiziert. Diese Audits gewährleisten eine transparente Dokumentation, die Integrität der Massenbilanz und die Einhaltung der weltweit anerkannten ISCC-Standards für verantwortungsvolle Beschaffung und Produktion. Sie tragen zu unserem in den Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement von erneuerbaren Ressourcen festgelegten Ziel bei, die potenziellen negativen wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit der steigenden Nachfrage nach und dem wachsenden Wettbewerb um alternative Einsatzstoffe wie Landnutzungsänderungen, Natur- und Waldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in den Griff zu bekommen. Daher ist es wichtig, die Korrektheit und Rückverfolgbarkeit der Nachhaltigkeitszertifizierungen der Lieferant:innen von erneuerbaren biobasierten Einsatzstoffen sicherzustellen. Im Jahr 2025 unterzog sich OMV den geplanten jährlichen Zertifizierungsaudits für die chemischen Produktionsanlagen in den Raffinerien Burghausen und Schwechat, die Kraftstoffproduktionsanlagen in der Raffinerie Schwechat, die Bio-LNG-Anlage in der Raffinerie Burghausen und mehrere Handelsunternehmen, unter anderem in Österreich, Deutschland, Großbritannien und Italien. Zusätzlich zu diesen Zertifizierungen organisierte OMV im Jahr 2025 eine freiwillige Überprüfung des internen Nachhaltigkeitsmanagementprozesses durch ein externes Unternehmen. Diese Überprüfung umfasste die Berichtspflichten gemäß den einschlägigen österreichischen Rechtsvorschriften, die monatlichen/quartalsweisen Abgleiche, die Verwaltung der eingehenden Zertifikate für erneuerbare Einsatzstoffe, die Bilanzierung erneuerbarer Einsatzstoffe und die Verwaltung der ausgehenden Zertifikate. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Prozesse und das interne Kontrollsystem bestätigt werden können und keine wesentlichen Mängel gefunden wurden. Ausgesprochene Empfehlungen sollen zu gegebener Zeit umgesetzt werden.