Fuels-Strategie

In Anbetracht der sich verändernden Nachfrage in Europa wird der Geschäftsbereich Fuels sein Produktportfolio umgestalten, um Wachstumsmöglichkeiten in den Bereichen Flugkraftstoff, nachhaltige Kraftstoffe und chemische Rohstoffe sowie Elektromobilität zu nutzen. OMV verpflichtet sich dabei auch weiterhin zu Sicherheit, Innovation und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und treibt den Wandel unter Berücksichtigung der Marktdynamiken voran. Durch diese Transformation werden die Aktivitäten und Produkte von OMV weit weniger CO2 emittieren, was die Resilienz des Unternehmens bei anhaltender Rentabilität sicherstellt.

Strategische Prioritäten im Segment Fuels bis 2030:

  • Optimierungen entlang der Wertschöpfungskette und Intensivierung der Integration in den Chemiebereich
  • Erzielung von Kosten- und Margenvorteilen
  • Steigerung des Beitrags der Bereiche Retail und Handel
  • Nutzung von Chancen in den Bereichen erneuerbare Kraftstoffe, chemische Rohstoffe und E-Mobilität

Der Markt der europäischen Raffinerien für fossile Brennstoffe wird voraussichtlich schrumpfen, insbesondere in Westeuropa. Prognosen zufolge dürften sowohl die Mengen als auch die Raffineriemargen aufgrund der Dekarbonisierungsbestrebungen in Europa unter Druck geraten. Gleichzeitig wird eine wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor sowie nach nachhaltigen chemischen Rohstoffen erwartet. Um sich dieses Wachstum zunutze zu machen, baut OMV ein Produktionsportfolio nachhaltiger Kraftstoffe und chemischer Rohstoffe mit einer angestrebten jährlichen Kapazität von rund 900.000 t bis 2030 auf. Dieses Portfolio bietet bei der Projektausführung und in puncto Ertragsoptimierung eine hohe Flexibilität, was wiederum Margenoptimierungen ermöglicht.

Das Unternehmen rechnet damit, dass sich aus dem Geschäft mit erneuerbaren Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen bis 2030 ein Beitrag zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 200 bis 300 Mio ergeben wird. Im Hinblick auf dieses Ziel hat OMV wichtige Projekte zum Abschluss gebracht, setzt nun sein aktuelles Investitionsportfolio um und plant zusätzliche Investitionen bei gleichzeitiger Prüfung von Möglichkeiten für anorganisches Wachstum:

  • In Österreich wurden eine Co-Processing-Anlage mit einer Produktionskapazität von 135.000 t pro Jahr und eine 10-MW-Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Betrieb genommen.
  • In Rumänien sind derzeit eine SAF/HVO-Anlage mit einer Produktionskapazität von 250.000 t pro Jahr und zwei Anlagen für grünen Wasserstoff mit einer Kapazität von 20 MW bzw. 35 MW im Bau. Die entsprechenden Gesamtinvestitionen von rund EUR 750 Mio werden von OMV Petrom getätigt. Baubeginn war Anfang 2025 und die Produktion soll 2028 anlaufen.
  • In Österreich befindet sich eine 140-MW-Anlage für grünen Wasserstoff im Bau. Sie wird eine der größten Elektrolyseanlagen in Europa sein und soll Ende 2027 in Betrieb gehen. OMV und Masdar unterzeichneten im November 2025 eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures für die Finanzierung, den Bau und den Betrieb der Anlage.

Im Hinblick auf Optimierungen der Wertschöpfungskette intensiviert OMV die Integration zwischen Raffinerie- und Chemiebereich. Durch entsprechende Umstrukturierungen von Anlagen und Standorten soll eine Maximierung hochwertiger fossiler Kraftstoffressourcen bei gleichzeitiger Steigerung des Anteils nachhaltiger Kraftstoffe und Rohstoffe erreicht werden. Die drei europäischen Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien agieren als integriertes System, was eine optimale Anlagenauslastung und Margenmaximierung gewährleistet. Parallel dazu führt OMV Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Betriebseffizienz in den bestehenden Raffinerieanlagen durch, um eine führende Kostenposition in Europa aufrechtzuerhalten.

Im Tankstellengeschäft will OMV das Marktpotenzial durch ein deutliches Wachstum des Non-Fuel-Geschäfts, um 70% gegenüber 2021 bis 2030, weiter ausschöpfen. Neue Gastronomie- und Servicekonzepte sowie Partnerschaften im Bereich der Lebensmittellogistik sollen bis 2030 für deutliches Volumen- und Margenwachstum sorgen. Gleichzeitig wird OMV seinen hohen Anteil bei Premiumkraftstoffen weiterhin als wesentliches Differenzierungsmerkmal und wichtigen Margenfaktor nutzen. Im Bereich des nachhaltigen Verkehrs wird OMV seine Position im Segment E-Mobilität der Marktentwicklung Folge leistend ausbauen. Im Zuge des Aufbaus eines leistungsstarken (schnellen und ultraschnellen) Ladenetzes für Elektrofahrzeuge in der CEE-Region sollen bis 2030 rund 5.000 Ladepunkte entstehen. Im Rahmen seiner strategischen Fahrpläne hat OMV auch erste Schritte zum Aufbau eines eigenen Netzes von Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge gesetzt und will künftig wichtige Verkehrswege in Österreich entsprechend abdecken. Das Unternehmen erwartet, dass das Tankstellengeschäft bis 2030 ungefähr EUR 600 Mio zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten beitragen wird.

Im Commercial-Geschäft wird die Dieselnachfrage voraussichtlich noch länger anhalten. Durch gezielte Erweiterungen des Netzwerks und verbesserte Angebote will OMV die Verkaufsmengen im gewerblichen Straßengüterverkehr bis 2030 um 25% gegenüber 2024 steigern. Im Luftfahrtbereich ist OMV bestrebt, seine Präsenz weiter auszubauen, um die wachsende Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff zu nutzen und ein erfolgreiches Pre-Marketing bei nachhaltigem Flugkraftstoff zu ermöglichen.

Insgesamt wird OMV die Rentabilität des Fuels-Geschäfts durch intensivere Integration und eine erweiterte Kundenbasis stärken. Auf seiner starken Position in den CEE-Märkten aufbauend wird das Unternehmen den Fokus auf die profitabelsten Segmente richten und Marktanteile in einem sich konsolidierenden Markt hinzugewinnen. Gleichzeitig sollen die mit der nachhaltigen Transformation einhergehenden Chancen entsprechend genutzt werden. Der Geschäftsbereich Fuels soll durch Optimierungen zu einem soliden Cash-Generator werden, um den Cashflow aus der Betriebstätigkeit bis 2030 (gegenüber 2024) um 50% zu steigern.

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