36. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag haben sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten infolge militärischer Aktionen der Vereinigten Staaten und Israels sowie Vergeltungsmaßnahmen durch den Iran, die sich gegen Israel, Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Saudi-Arabien, Zypern und Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, richten, weiter verschärft.

Seeversicherer haben die Kriegsrisikodeckung im Golf gekündigt und damit die Straße von Hormus faktisch geschlossen. Normalerweise werden etwa 20% des weltweiten Öl- und Erdgasaufkommens durch diese enge Schiffspassage im Golf transportiert. Aufgrund der Unsicherheit und der Störungen im internationalen Handel sind die globalen Öl- und Erdgaspreise infolge der militärischen Aktionen erheblich gestiegen und es wird mit weiterer Volatilität gerechnet. Die Finanzergebnisse der OMV könnten durch die Unfähigkeit, Lieferverträge zu erfüllen, sowie durch die Volatilität von derivativen Finanzinstrumenten beeinträchtigt werden. Das Ausmaß und die Dauer solcher Effekte bleiben jedoch ungewiss und hängen von zukünftigen Entwicklungen ab.

Die Aktivitäten des OMV Konzerns in der Region sind teilweise betroffen. Die Produktion von 15 kboe/d Erdgas und NGL in der Region Kurdistan wird eingestellt (dies entspricht der Beteiligung von OMV an der Pearl Petroleum Company Limited). OMV produziert darüber hinaus 51 kbbl/d Rohöl in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hält weiters einen Anteil von 15% an ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate). Über die Tochtergesellschaft Borealis ist OMV ein Hauptgesellschafter von Borouge, das Polymerlösungen von seinem Standort in den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreibt. Die Straße von Hormus stellt die wichtigste Exportroute für Ausfuhren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dar.

Angesichts der sich rasch entwickelnden Situation ist es derzeit nicht möglich, die finanziellen Gesamtauswirkungen – ob negativ oder positiv – auf den Konzernabschluss der OMV verlässlich zu quantifizieren. Dementsprechend wurden zum Bilanzstichtag keine Anpassungen am Konzernabschluss vorgenommen, da diese Ereignisse als nach dem Stichtag eingetretene, nicht zu berücksichtigende Ereignisse eingestuft werden. Das Management wird die Entwicklung weiterhin beobachten und potenzielle Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage und Leistung regelmäßig neu bewerten.

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