S2-4 Maßnahmen hinsichtlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette

[S2-4.31] Es wurden spezielle Maßnahmen festgelegt, um die wesentlichen negativen Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette zu adressieren, wie zum Beispiel die unzureichende Anwendung von Menschenrechtsgrundsätzen, einschließlich des Versäumnisses, Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten oder die Menschenrechte zu achten, der Verlust von Fachkräften entlang der Wertschöpfungskette und die Rufschädigung aufgrund von ungleicher Behandlung und ungleichen Chancen. Diese Maßnahmen unterstützen zudem die positiven wesentlichen Auswirkungen in Bezug auf die Förderung starker Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette. Dazu gehören die Durchführung von Bewertungen von Auswirkungen und Risiken, Menschenrechtsüberprüfungen, Audits, Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen. Außerdem betrachten wir die aktive Zusammenarbeit mit Auftragnehmer:innen zu Sicherheitsthemen nicht nur als Mittel zur Kommunikation und zum Austausch, sondern ebenso als praktische Maßnahme zum Management unserer Auswirkungen und Risiken. [S2-4.33c] Verfahren zur Ermöglichung oder Bereitstellung von Abhilfemaßnahmen im Falle wesentlicher negativer Auswirkungen werden über unseren SpeakUp-Kanal eingerichtet, gemäß Beschreibung unter S2-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Bedenken äußern können.

[S2-4.38] OMV setzt erhebliche Ressourcen zur Umsetzung dieser Maßnahmen ein, wobei besondere Berücksichtigung der Schulung und Bewusstseinsbildung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zukommt. Die für nachhaltige Beschaffung, Innovationen bei Lieferant:innen und HSSE zuständigen Abteilungen organisieren auch Webinare und Schulungen, um sie für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und die Sicherheit an den Auftragnehmerstandorten zu erhöhen. Das Menschenrechtsmanagement ist in der gesamten Organisation integriert, wie beispielsweise in Beschaffung, Sicherheit, HSSE und Community Relations. Wir nutzen auch externe Ressourcen für Bewertungen, Audits und andere damit verbundene Aktivitäten.

Angesichts der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, einschließlich militärischer Aktionen im Iran, in den VAE und anderen Regionen, hat OMV alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen – und ergreift diese weiterhin –, um sicherzustellen, dass mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte in der Wertschöpfungskette unter unserer Managementkontrolle so weit wie möglich minimiert werden. Derzeit bleiben potenzielle Folgen ungewiss und hängen von zukünftigen Entwicklungen ab; die Situation wird entsprechend weiterhin beobachtet.

Bewertungen der menschenrechtlichen Auswirkungen und Risiken sowie Menschenrechtsüberprüfungen

[MDR-A-68a] [S2-4.32a] [S2-4.33a] [S2-4.34a] [S2-4.35] Die Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen und Risiken dient als fortlaufende Präventivmaßnahme, um sicherzustellen, dass unsere aktuellen und künftigen Geschäftstätigkeiten keine negativen Auswirkungen auf die betroffenen Rechteinhaber:innen, einschließlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, verursachen oder zu ihnen beitragen. Außerdem gilt es, negative Auswirkungen auf Menschenrechte zu adressieren. OMV hat Instrumente und Techniken zur Sorgfaltspflicht entwickelt, damit wir unsere Menschenrechtsverpflichtungen gemäß unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung und unserem Code of Conduct einhalten. Hierzu gehören übergeordnete Bewertungen wie Prüfungen zum Markteintritt in ein Land, Menschenrechtsüberprüfungen von potenziellen Geschäftspartner:innen und die Erfassung von Auswirkungen und Risiken in Bezug auf Menschenrechte sowie eingehende Bewertungen wie Folgenabschätzungen, Selbstbewertungen und Audits, die in der Regel durchgeführt werden, wenn die übergeordneten Bewertungen mögliche Probleme aufzeigen. Wir konzentrieren uns insbesondere auf die Prävention der identifizierten wesentlichen negativen Auswirkungen und Risiken. Dazu gehören die unzureichende Anwendung von Menschenrechtsgrundsätzen und die mangelnde Gewährleistung angemessener Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen sowie die daraus resultierenden Risiken der Rufschädigung durch ungleiche Behandlung und ungleiche Chancen für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und des Rückgangs der Fachkompetenz der Belegschaft entlang der Wertschöpfungskette. [S2-4.32c] Zugleich unterstützen uns diese Instrumente zur Sorgfaltspflicht auch dabei, die positiven Auswirkungen strenger Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette zu fördern. [MDR-A 68e] Im Jahr 2025 wurden insgesamt 55Diese Zahl schließt die unten erwähnte konzernweite Erfassung von Auswirkungen und Risiken in Bezug auf Menschenrechte nicht mit ein. Menschenrechtsüberprüfungen und -bewertungen im OMV Konzern durchgeführt (2024: 20). Die positiven und negativen Erkenntnisse daraus werden in Berichten zusammengefasst, die den zuständigen Manager:innen vorgelegt werden, und es werden Aktionspläne zur Bewältigung der identifizierten Auswirkungen oder Risiken definiert. [MDR-A68b, 68c] Dieser Prozess zur Ermittlung und Beurteilung von Auswirkungen und Risiken ist für unsere derzeitigen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten und -beziehungen weltweit relevant. Er konzentriert sich auf die Arbeitskräfte unseres Unternehmens und die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, vor allem auf jene, die als Auftragnehmer:innen vor Ort oder in der vorgelagerten Wertschöpfungskette arbeiten. Dies ist ein fortlaufender Prozess.

[MDR-A-68a, 68b] [S2-4.33a] Auf höherer Ebene führten wir im Jahr 2025 eine konzernweite Erfassung der Auswirkungen und Risiken in Bezug auf Menschenrechte durch, die von nun an jährlich überprüft und aktualisiert wird. Dieses neu eingerichtete Werkzeug ermöglicht eine umfassende Identifizierung der Auswirkungen und Risiken, die mit den von uns betriebenen und nicht von uns betriebenen Betriebsstandorten verbunden sind, basierend auf dem jeweiligen Länderkontext sowie der Art der Geschäftsaktivitäten. Die identifizierten Auswirkungs- und Risikoniveaus bestimmen Umfang und Intensität der weiteren Sorgfaltspflichtmaßnahmen in Bezug auf Menschenrechte, einschließlich verstärkt tiefgehender Menschenrechtsbewertungen. Dies betrachten wir als fortlaufenden Prozess, der mit dem Einstieg in neue Geschäftsaktivitäten beginnt und während unserer laufenden Geschäftstätigkeit sowie bei Stilllegung oder Veräußerung fortgesetzt wird.

Ein weiteres Beispiel sind unsere Menschenrechtsüberprüfungen, anhand derer wir die Kompetenz unserer Geschäftspartner:innen zur Einhaltung der Menschenrechtsverpflichtungen von OMV prüfen. [MDR-A 68e] Im Jahr 2025 wurden insgesamt 49 Menschenrechtsüberprüfungen im OMV Konzern durchgeführt. Diese Überprüfungen unterstützen uns dabei, eventuelle Lücken zu ermitteln und das Risiko für OMV bei der Zusammenarbeit mit dem:der jeweiligen Geschäftspartner:in zu definieren.

[MDR-A-68a, 68b] [S2-4.33a] Im Anschluss an die übergeordneten Bewertungen führten wir im Jahr 2025 eine tiefgreifende Exit-Prüfung für den Jemen durch, bei der die mit dem Rückzug von OMV verbundenen Menschenrechtsrisiken untersucht wurden. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den aktuellen und potenziellen Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften und die Belegschaft, einschließlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Zudem wurden die mit dem Rückzug verbundenen Risiken bewertet, die Verantwortung von OMV für negative Auswirkungen analysiert und Maßnahmen zur Risikominderung und -behebung empfohlen, um diese Risiken während und nach dem Rückzug zu steuern. Diese tiefgehenden Prüfungen stehen im Zusammenhang mit unserem Ziel, bis 2030 Menschenrechtsbewertungen einschließlich Aktionsplänen in allen Hochrisikoländern alle fünf Jahre durchzuführen. (siehe Abschnitt S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

[S2-4.32d] Zur Verfolgung der Wirksamkeit unserer Bewertungen der menschenrechtlichen Auswirkungen und Risiken sowie Menschenrechtsüberprüfungen setzen wir das Human Rights Self-Assessment Tool ein. Der Selbstbewertungsfragebogen, der auf unserer Menschenrechtsverantwortungsmatrix basiert, behandelt Themen wie die Einbeziehung von Rechteinhaber:innen, Arbeitsbedingungen sowie Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Dieser wird vom lokalen Management ausgefüllt, bevor er von unabhängigen externen Menschenrechtsexpert:innen analysiert und ausgewertet wird. Auf der Grundlage der Ergebnisse erarbeiten wir einen Aktionsplan, um die aufgeworfenen Bedenken auszuräumen und die bei der Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtungen identifizierten Lücken zu schließen.

Audits

[MDR-A 68a, 68b, 68c] [S2-4.32a] [S2-4.33a, 33b] [S2-4.35] Audits sind sowohl eine präventive als auch eine Überwachungsmaßnahme, die in der konzernweiten Beschaffungsrichtlinie festgelegt ist. Sie dienen der Überprüfung, ob unsere strengen Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette eingehalten werden. Damit soll den negativen Auswirkungen und Risiken, die mit einer unzureichenden Anwendung der Menschenrechtsgrundsätze verbunden sind, sowie dem Risiko einer möglichen Rufschädigung aufgrund von ungleicher Behandlung und ungleichen Chancen entgegengewirkt werden. Seit 2021 ist OMV Mitglied von Together for Sustainability (TfS), einem globalen Netzwerk von 53 Unternehmen, das den Standard für die Umwelt-, Sozial- und Governance-Performance in den Lieferketten der chemischen Industrie festlegt. Das TfS-Programm basiert auf den Grundsätzen des UN Global Compact und von Responsible Care. Die TfS-Mitgliedschaft hilft OMV dabei, Nachhaltigkeit noch fester im Tagesgeschäft zu verankern und Nachhaltigkeitsanforderungen in unsere Lieferkette zu integrieren. OMV führt jedes Jahr zwei Arten von Audits ausgewählter Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen durch: TfS-Audits vor Ort, die sich auf die Nachhaltigkeitsperformance konzentrieren, und Remote Audits, die von externen Prüfungsunternehmen vorgenommen und sich auf finanzielle Stabilität, Strategie, Organisation, Lieferkette, Nachhaltigkeit und Cybersicherheitsperformance konzentrieren. Beiderlei Audits werden fortlaufend während der Präqualifikation bzw. der Vertragsausführung durchgeführt und zielen darauf ab, die Performance unserer Lieferant:innen zu messen und zu verbessern. Damit sind sie direkt mit unserem Ziel für 2030 verbunden, sicherzustellen, dass 100% der Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufvolumens entfallen, über eine gültige TfS-Nachhaltigkeitsbewertung und/oder ein entsprechendes Audit verfügen (siehe Abschnitt S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). [S2-4.32d] Die Wirksamkeit der Audits wird auf der Grundlage von Verbesserungsplänen bewertet. Mit einem Warnhinweis versehene Auditergebnisse werden vom Einkaufsteam in Zusammenarbeit mit Vertreter:innen des Business und anderen relevanten Funktionen (z. B. HSSE, Rechtsabteilung, Interne Revision und Compliance) weiterverfolgt und analysiert. Die Lieferant:innen werden über das Ergebnis des Audits informiert und aufgefordert, einen Korrekturplan mit konkreten Maßnahmen und einen Zeitplan für deren Umsetzung vorzulegen.

Schulungen und Bewusstseinsbildung

[MDR-A68a] [S2-4.32a, 32c] Verbesserungsmaßnahmen wie Schulungen, Webinare und andere Informationsveranstaltungen sind dazu bestimmt, Kapazitäten und Wissen über Menschenrechte und HSSE-Grundsätze entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, unsere negativen Auswirkungen zu mindern, die durch eine unzureichende Anwendung der Menschenrechte aufgrund mangelnden Wissens entstehen könnten, und verringern damit auch das daraus resultierende Risiko einer Rufschädigung. Die Schulungen behandeln zudem das Risiko einer Verschlechterung der Arbeitsqualität aufgrund des Verlusts von Fachwissen und Kompetenzen in der Wertschöpfungskette. Schließlich ermöglichen Schulungen die positive Auswirkung starker Menschenrechtsprinzipien, die entlang der Wertschöpfungskette angewendet werden. Vor diesem Hintergrund unterstützen diese Maßnahmen die Ziele unseres Code of Conduct, unserer HSSE-Direktive, unseres Kontraktoren-HSSE-Managementstandards und unserer konzernweiten Beschaffungsrichtlinie. Schulungen werden auch durch unser Ziel in Bezug auf das Onboarding von Auftragnehmer:innen unterstützt (siehe Abschnitt S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

Im Berichtszeitraum setzte OMV seine Maßnahmen zum Schutz der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette fort, indem das Unternehmen Schulungen bereitstellte. Werden beispielsweise Lieferant:innen dazu aufgefordert, eine EcoVadis-Bewertung zu absolvieren, erhalten sie auch Zugang zu einer E-Learning-Plattform mit Kursen zu nachhaltigen Geschäftspraktiken (einschließlich Arbeitspraktiken und Menschenrechten). Darüber hinaus können sich unsere Lieferant:innen auch auf der Plattform der TfS Academy registrieren, auf der eine Vielzahl von Kursen zu Themen wie Diskriminierung und Belästigung, Menschenhandel, moderne Sklaverei, Kinderarbeit, Erkennung und Prävention von Zwangsarbeit usw. angeboten wird. Außerdem sorgt die Schulung unserer eigenen Arbeitskräfte im Bereich der Menschenrechte dafür, dass sie in der Lage sind, diese Standards in der gesamten Wertschöpfungskette einzuhalten und für sie einzutreten und so zu besseren Arbeitsbedingungen und einer fairen Behandlung aller Arbeitskräfte beizutragen. [MDR-A-68e] Im Jahr 2025 wurden 86 (2024: 26) Lieferant:innen in Sozialbelangen geschult. Menschenrechtsschulungen tragen zu unserem Ziel im Zusammenhang mit Menschenrechtsüberprüfungen und der Entwicklung von Aktionsplänen bei, da sie unsere Arbeitnehmer:innen in die Lage versetzen, solche Aktionspläne besser zu entwickeln, umzusetzen und deren Wirksamkeit zu verfolgen (siehe S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).

[MDR-A68b, 68c] [S2-4.32d] OMV arbeitet auch gemeinsam mit seinen Lieferant:innen an bewusstseinsbildenden Maßnahmen zur Verbesserung der gesamten Nachhaltigkeitsperformance. Die Schulung und Sensibilisierung von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette ist von entscheidender Bedeutung für unsere globalen Geschäftsaktivitäten. Diese Bemühung konzentriert sich in erster Linie auf Geschäftspartner:innen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, insbesondere auf jene, die als Auftragnehmer:innen vor Ort arbeiten. Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen sind fortlaufende Prozesse. Um deren Wirksamkeit zu verfolgen, überwacht OMV den Fortschritt der Lieferant:innen über verbesserte EcoVadis-Ergebnisse, die die Verbesserungen ihrer Nachhaltigkeitsperformance widerspiegeln.

Sicherheit von Auftragnehmer:innen

[MDR-A 68a-68c] [S2-4.32a, 32c, 32d] [S2-4.34a] Zusätzlich zu allen oben beschriebenen Maßnahmen ergreifen wir weitere Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit unserer Auftragnehmer:innen, um mögliche negative Auswirkungen aufgrund unzureichender Gesundheits- und Sicherheitsstandards an den Standorten unserer Auftragnehmer:innen und das daraus resultierende Risiko einer Rufschädigung zu mindern. Die aktive Verbesserung der Sicherheit von Auftragnehmer:innen hat auch positive Auswirkungen, da sie einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz für die Arbeitnehmer:innen in der Wertschöpfungskette schafft. Sicherheitsmaßnahmen für Auftragnehmer:innen sind für unsere derzeitigen Geschäftsaktivitäten weltweit relevant. Sie konzentrieren sich auf unsere Geschäftspartner:innen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, vor allem auf jene, die als Auftragnehmer:innen vor Ort arbeiten. Dabei handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der durch unseren Kontraktoren-HSSE-Managementstandard geregelt wird. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird anhand der Performance im Vergleich zu unserem Ziel in Bezug auf das Onboarding von Auftragnehmer:innen verfolgt (siehe Abschnitt S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Unser Kontraktoren-HSSE-Managementprozess beginnt, sobald wir die Leistungsbeschreibung mitsamt den dazugehörigen Risiken, Informationen über HSSE-Anforderungen und den HSSE-Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators; KPIs) ausgeben. Der Prozess setzt sich mit der HSSE-Evaluierung und gegebenenfalls einem HSSE-Audit durch die gesamte Ausschreibungsphase fort. Sobald die Vertragsbedingungen vereinbart sind und der Auftrag vergeben ist und noch bevor mit der Ausführung der Arbeiten vor Ort begonnen wird, bekräftigen wir unsere Erwartungen und Anforderungen bei Kick-off-Meetings, während der Unterweisung in HSSE-Belangen sowie im Rahmen von standortspezifischen Schulungen und anderen gemeinsamen Treffen.

Alle Auftragnehmer:innen nehmen an einer eigens für sie entwickelten Sicherheitsschulung teil. Außerdem bieten wir in unserem Sicherheitsschulungszentrum für lebensrettende Regeln (Life-Saving Rules; LSR) ein umfassendes Programm zur Schulung anderer Arbeitskräfte an OMV Standorten an. Die Anwesenheit von Auftragnehmer:innen an unseren Standorten wird mithilfe von Registrierungssystemen entweder elektronisch (z. B. in den Raffinerien) oder in Papierform (z. B. Anwesenheitsblatt, Arbeitserlaubnis und Einweisungsblatt) rund um die Uhr überwacht. Während der Vertragslaufzeit überwachen wir unsere Auftragnehmer:innen mittels Supervision, Audits, Inspektionen, gemeinsamer HSSE- oder Sicherheitsbegehungen, Besprechungen zur Servicequalität, Foren und Workshops. Die Ergebnisse dienen dem Informationsaustausch und bilden die Grundlage für Verbesserungsvorschläge für unsere HSSE-Performance als Team. Zur Schärfung des Bewusstseins und Vertiefung des Know-hows von Bedarfsträger:innen (d. h. Personen, die Bedarf an externen Dienstleistungen haben), Arbeitnehmer:innen aus dem Einkauf sowie HSSE-Expert:innen für unseren Kontraktoren-HSSE-Managementprozess führten wir weiterhin spezielle Schulungen durch, in denen erläutert wird, wie die HSSE-Anforderungen und -Tools in den Source-to-Contract-Prozess integriert sind. Bei OMV wurden zudem die HSSE Contractor Awards eingeführt, um jene Auftragnehmer:innen zu würdigen und zu belohnen, die außergewöhnliche Sicherheitspraktiken demonstrieren. OMV beteiligt sich auch aktiv an Branchennetzwerken, um bewährte Verfahren im Bereich Gesundheitsschutz und Sicherheit auszutauschen und regelmäßig von Branchenführer:innen zu lernen, beispielsweise im Rahmen der International Association of Oil & Gas Producers (IOGP).

[S2-4 AR 43] Um ein ordnungsgemäßes Management unserer wesentlichen Risiken in der Wertschöpfungskette, insbesondere bei Auftragnehmer:innen/Lieferant:innen, zu gewährleisten, werden diese in unser bestehendes Risikomanagementsystem für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) integriert. Mithilfe dieses etablierten Rahmenwerks identifiziert, bewertet und mindert OMV systematisch unsere potenziellen negativen Auswirkungen und damit verbundenen Risiken. Zu den wichtigsten Bestandteilen dieses Verfahrens gehören regelmäßige Audits, strenge Präqualifikationsverfahren und die kontinuierliche Einbeziehung von Interessenträger:innen. [MDR-A-69a, 69b] Trotz der für die angeführten Maßnahmen und Initiativen bereitgestellten Ressourcen hat keine davon im Berichtsjahr unseren Schwellenwert[MDR-A-69b] Als wichtigste Maßnahmen gelten jene, deren Umsetzung Investitionsausgaben (CAPEX) von mindestens EUR 5 Mio bis zum Ende des Planungszeitraums erfordern. Im Jahr 2025 wurde der Planungshorizont von fünf auf drei Jahre verkürzt, was zu niedrigeren zukunftsorientierten CAPEX im Vergleich zur Nachhaltigkeitserklärung 2024 führt. Die CAPEX umfassen Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inkl. IFRS 16 Nutzungsrechte) und Ausgaben für Akquisitionen sowie at-equity bewertete Beteiligungen und andere Beteiligungen für vordefinierte CAPEX-Kategorien, die mit nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Nicht in den CAPEX-Zahlen enthalten sind Rekultivierungsvermögen, staatliche Zuschüsse, Fremdkapitalkosten, Zugänge zu veräußerten Vermögenswerten (unter bestimmten Bedingungen) und andere Zugänge, die per Definition nicht als Investitionsausgaben gelten. Im Rahmen der geltenden Rechnungslegungsvorschriften werden Ausgaben, die während der Projektdurchführung anfallen, in der Regel aktiviert und sind daher in den CAPEX-Zahlen enthalten. OPEX-Zahlen im Zusammenhang mit den wichtigsten Maßnahmen werden aufgrund der derzeit begrenzten Datenverfügbarkeit nicht ausgewiesen und können in künftige Berichte aufgrund neuer Berichterstattungsverfahren aufgenommen werden. von EUR 5 Mio CAPEX für die wichtigsten Maßnahmen überschritten. Vor diesem Hintergrund wurden die Datenanforderungen in Bezug auf CAPEX nicht berücksichtigt.

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