OMV verpflichtet sich zur proaktiven Einbeziehung seiner Interessenträger:innen. Das übergeordnete Ziel der Einbeziehung der Interessenträger:innen von OMV besteht darin, gegenseitigen Respekt, Transparenz und einen offenen Dialog mit unseren elf identifizierten Interessengruppen zu fördern. Dies hilft OMV bei der Identifizierung und Pflege von Beziehungen zu Personen, Gruppen oder Organisationen, die von unseren Aktivitäten betroffen sein oder einen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben könnten. Durch die Einbeziehung der Interessenträger:innen kann OMV auf Bedenken eingehen, Informationen austauschen und starke, kollaborative Beziehungen aufbauen. Die wichtigsten Interessenträger:innen von OMV, Informationen darüber, wie die Einbeziehung für welche Kategorie von Interessenträger:innen erfolgt, sowie die spezifischen Themen der Einbeziehung der Interessenträger:innen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.
Interessengruppen |
Beispiele für die Einbeziehung durch OMV |
Beispiele für wichtige von den Interessenträger:innen vorgebrachte Themen und Belange |
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Kapitalmarktteilnehmer:innen |
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Kund:innen |
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Arbeitnehmer:innen |
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Staatliche Stellen |
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Branchenverbände |
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Betroffene Gemeinschaften |
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Medien |
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NGOs/NPOs |
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Geschäftspartner:innen |
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Wissenschaftliche und Forschungseinrichtungen |
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Lieferant:innen und Vertragsunternehmen |
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Die Einbeziehung der Interessenträger:innen baut bei OMV auf der Identifizierung und Pflege von Beziehungen zu verschiedenen Interessengruppen auf, die von unseren Aktivitäten betroffen sein oder einen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben könnten. Die wichtigsten Aspekte unseres Ansatzes sind:
Identifizierung der Interessenträger:innen: OMV identifiziert relevante Interessenträger:innen wie Kapitalmarktteilnehmer:innen, Kund:innen, Arbeitnehmer:innen, staatliche Stellen, Branchenverbände, betroffene Gemeinschaften, Medien, NGOs/NPOs, Geschäftspartner:innen, wissenschaftliche Einrichtungen und Lieferant:innen.
Formate der Einbeziehung von Interessenträger:innen: Für den Dialog mit den Interessenträger:innen nutzt OMV verschiedene Kanäle, darunter regelmäßige Berichte, Präsentationen, Roadshows, Betriebsversammlungen, interne Newsletter, Pressemitteilungen, Konferenzen, persönliche Treffen, Beschwerdekanäle und soziale Projekte. Eine gezielte Einbeziehung von Interessenträger:innen erfolgt zudem im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit.
Wichtige Themen und Belange: OMV befasst sich mit Themen und Belangen, die von den Interessenträger:innen vorgebracht werden. Beispiele hierfür sind die Unternehmensleistungen, regulatorische Rahmenbedingungen, soziale und ökologische Auswirkungen, Branchenstandards und wesentliche Themen für OMV.
Transparenz und Dialog: OMV setzt auf gegenseitigen Respekt, transparentes Verhalten und einen offenen Dialog als Grundlage für gute Beziehungen zu den Interessenträger:innen.
Das OMV Managementteam ist sich seiner Verantwortung für die Leistung und das Handeln des Unternehmens bewusst. Dazu gehört auch die Verantwortung, die Interessen der Aktionär:innen zu vertreten und zu fördern. Dieser Rechenschaftspflicht kommen wir durch den Dialog mit Aktionär:innen und potenziellen Investor:innen nach. So nahmen das Topmanagement und das Team der Abteilung Investor Relations im Jahr 2025 an Konferenzen sowie Analysten- und Investorengesprächen teil, um die aktive Präsenz von OMV auf lokalen und internationalen Kapitalmärkten aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus nahm das Topmanagement an Konferenzen und Meetings mit Investmentfondsvertreter:innen teil, um Investor:innen und Analyst:innen regelmäßig über die vierteljährliche operative und finanzielle Performance, die Umsetzung der Strategie und geplante Vorhaben zu informieren. Der Dialog mit den Gewerkschaften ist für ein harmonisches Miteinander in unserem Unternehmen sehr wichtig. Der OMV Vorstand und das Senior Management arbeiten daher weiterhin konstruktiv mit den Arbeitnehmervertreter:innen zusammen. Der Austausch von OMV mit den Gewerkschaften zur Entwicklung gemeinsam getragener Ansätze wird auch in Zukunft ein Schlüsselelement für die Entscheidungsprozesse von OMV sein. Wir nehmen auch aktiv an Meetings und Diskussionen mit NGOs teil, um sicherzustellen, dass wir uns mit gesellschaftlichen Anliegen auf einer breiteren Basis befassen.
Darüber hinaus führt OMV mindestens alle drei Jahre einen Konsultationsprozess mit externen und internen Interessenträger:innen für die Wesentlichkeitsanalyse durch. Dieser Prozess, der von Group Sustainability gesteuert wird, dient dazu, Feedback zu unseren wesentlichen Themen einzuholen und erforderlichenfalls neue Nachhaltigkeitsprioritäten festzulegen. Mehr dazu finden Sie unter IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
Die Ergebnisse der Einbeziehung der Interessenträger:innen werden durch ihre Integration in die Entscheidungsprozesse von OMV auf verschiedene Weise fortlaufend berücksichtigt – entweder nach einem festgelegten Prozess oder je nach Fall bzw. Bedarf. So gehen wir zum Beispiel auf die Bedenken von Investor:innen zu ESG-Themen in Einzelgesprächen und Gruppenmeetings ein, nehmen an externen Veranstaltungen teil und engagieren uns aktiv in wichtigen Interessengruppen, Arbeitskreisen und Partnerschaften. Das Feedback der Interessenträger:innen fließt auch in die Bewertung der Wesentlichkeit ein, um die relevantesten Themen auf Grundlage des Inputs der Interessenträger:innen zu ermitteln und zu priorisieren. Das Feedback der Interessenträger:innen wird auch bei der Entwicklung oder Aktualisierung der Strategien und Konzepte von OMV berücksichtigt. Das Feedback der Interessenträger:innen wird darüber hinaus zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Performance genutzt, insbesondere in Bereichen wie Umweltauswirkungen, soziale Verantwortung und Governance. Dies geschieht beispielsweise durch regelmäßige Treffen mit Umwelt-NGOs, die Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen für neue Projekte sowie die Einbeziehung betroffener Gemeinschaften über unsere Sozialinvestitionsprojekte oder durch die Erörterung von Anliegen, die über Community-Beschwerdemechanismen vorgebracht werden.
Im Zuge des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 wurden unsere wichtigsten Interessenträger:innen identifiziert, um ein besseres Verständnis für ihre Interessen und Ansichten zu entwickeln. Die in der obigen Tabelle aufgeführten wichtigsten Interessengruppen wurden mittels Online-Fragebögen konsultiert. Mit dieser Einbeziehung sollte sichergestellt werden, dass die für OMV und seine Interessenträger:innen wichtigsten Themen identifiziert und nach Prioritäten geordnet werden. Die Ansichten und Interessen der Interessenträger:innen, die in Form von Bewertungen der wesentlichen Themen zum Ausdruck kamen, wurden herangezogen, um die Ansichten von OMV zu den wesentlichen Fragen und Themen zu validieren bzw. gegebenenfalls anzupassen. Insgesamt bestätigte das Feedback der wichtigsten Interessenträger:innen im Prozess zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 die internen Ansichten von OMV zu wesentlichen Themen. Im Jahr 2025 wurde eine Überprüfung der 2024 ermittelten IROs durchgeführt, bei der auch die Ergebnisse der Befragung der Interessenträger:innen aus dem Jahr 2024 berücksichtigt und integriert wurden. Mehr zu unserer Wesentlichkeitsanalyse finden Sie unter IRO-1 Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
Der OMV Vorstand wird über die Standpunkte und Interessen der betroffenen Interessenträger:innen auf unterschiedliche Weise unterrichtet. Einerseits ist er eng in den Genehmigungsprozess der Wesentlichkeitsanalyse eingebunden und erfährt dadurch mehr über die Anliegen der Interessenträger:innen zu wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten. Andererseits wird er über ihre Sichtweisen in regelmäßigen Meetings mit Expert:innen des Unternehmens, die direkt mit allen in der oben stehenden Tabelle aufgeführten Interessengruppen interagieren, auf dem Laufenden gehalten. Dazu gehören die Ergebnisse von Initiativen zur direkten Einbindung der Arbeitnehmer:innen, aber auch Erkenntnisse aus Meetings mit Vertreter:innen von Investor:innen, Medien, Geschäftspartner:innen oder aus der Wissenschaft.
Insbesondere im Hinblick auf unsere drei wichtigsten Gruppen betroffener Interessenträger:innen stellen wir sicher, dass ihre Interessen, Ansichten und Rechte in unsere Strategie und unser Geschäftsmodell einfließen. Diese Herangehensweise wird im Folgenden beschrieben.
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
Bei OMV haben die Ansichten, Interessen und Rechte unserer Arbeitnehmer:innen, einschließlich der Achtung ihrer Menschenrechte, maßgeblichen Einfluss auf unsere Strategie und unser Geschäftsmodell. Dieser Einfluss spiegelt sich in unserem Code of Conduct, unserem umfassenden Ansatz in Bezug auf die Menschenrechte, der in unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung dargelegt ist, und in unserer „People & Culture“-Strategie wider. Damit sind unsere wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit den Arbeitskräften unseres Unternehmens bereits in unserer Strategie und unserem Geschäftsmodell verankert. Darüber hinaus berücksichtigt unsere „People & Culture“-Strategie die Interessen der Arbeitnehmer:innen und trägt zur Anpassung unseres Geschäftsmodells an veränderte Bedürfnisse zur Umsetzung der OMV Strategie 2030 bei. Wir legen großen Wert auf die Achtung der Menschenrechte und stellen sicher, dass die Standpunkte der Arbeitnehmer:innen gehört und wertgeschätzt werden. Dies geschieht durch verschiedene Aktivitäten zur Einbeziehung und über unsere Beschwerdekanäle. Direkte Interaktionen zwischen dem Vorstand und Expert:innen des Unternehmens sowie regelmäßige Meetings mit den Arbeitnehmervertreter:innen stellen sicher, dass wir kontinuierlich über Anliegen und Vorschläge der Arbeitnehmer:innen informiert sind. Indem wir diese Erkenntnisse in unsere strategische Planung einbeziehen, wollen wir die Werte und Erwartungen unserer Arbeitnehmer:innen berücksichtigen. Wir sind uns bewusst, dass unsere Strategie und unser Geschäftsmodell Auswirkungen auf unsere Belegschaft haben. Dazu gehören die angemessene Anwendung von Menschenrechtsstandards, das Management von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie die erhöhte Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen durch ein gesteigertes Bewusstsein für die Menschenrechte. Darüber hinaus ist unsere Strategie wichtig, um das Risiko ineffizienter Schulungen und Umschulungen unserer Belegschaft zu mindern. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt S1 Arbeitskräfte des Unternehmens.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Bei OMV sind wir uns bewusst, dass die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette wichtige Interessenträger:innen sind, deren Interessen, Ansichten und Rechte Einfluss auf unsere Strategie und unser Geschäftsmodell haben. Um sicherzustellen, dass ihre Stimmen gehört und respektiert werden, haben wir neue Meldekategorien in unsere bestehende Integrity Platform integriert. Diese Plattform ist für die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zugänglich und deckt verschiedene Themenbereiche ab, wie zum Beispiel Fehlverhalten am Arbeitsplatz oder geschäftsethische Aspekte. Der Code of Conduct wurde 2024 aktualisiert, um im Einklang mit den geltenden internationalen Standards ausdrücklich auf die Ansichten, Interessen und Rechte der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette sowie die Themenbereiche Gesundheit und Arbeitsschutz, Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit und andere Menschenrechtsgrundsätze einzugehen. Darüber hinaus führen wir regelmäßig Audits und Überprüfungen (z. B. HSSE, Menschenrechte) unserer Partner:innen in der Wertschöpfungskette durch, um tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen auf die Menschenrechte zu identifizieren und zu adressieren. Dazu tauschen wir uns direkt mit den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette und ihren Vertreter:innen aus, um ein besseres Verständnis für ihre Anliegen und Sichtweisen zu entwickeln. Wir arbeiten mit unseren Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen zusammen, um faire Arbeitspraktiken zu fördern und die Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards sicherzustellen. Die aus diesen Interaktionen gewonnenen Erkenntnisse fließen in unsere strategische Planung und unser Geschäftsmodell ein. Ziel ist es, unsere Tätigkeiten mit den Werten und Bedürfnissen der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette in Einklang zu bringen, ihre Rechte und ihr Wohlergehen zu unterstützen und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Wir sind uns bewusst, dass unsere Strategie und unser Geschäftsmodell zu wesentlichen Auswirkungen für die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette beitragen können, insbesondere durch aktives Engagement für Sicherheit und Menschenrechtsgrundsätze. Die Strategie und das Geschäftsmodell können auch zur Minderung negativer Auswirkungen und Risiken beitragen, die mit dem Verlust von qualifiziertem Personal entlang der Wertschöpfungskette einhergehen. Wir sind uns unserer Auswirkungen und Risiken bewusst und verpflichten uns, ihnen mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Aus heutiger Sicht werden diese Maßnahmen unsere Gesamtstrategie und unser Geschäftsmodell jedoch nicht verändern. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
S3 Betroffene Gemeinschaften
Bei OMV berücksichtigen wir die Ansichten, Interessen und Rechte betroffener Gemeinschaften, einschließlich indigener Bevölkerungsgruppen. Dazu führen wir Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfungen (Social and Human Rights Impact Assessments; SHRIA) und Risikoanalysen durch und wenden gegebenenfalls den Grundsatz der freiwilligen und in Kenntnis der Sachlage erteilten vorherigen Zustimmung an. Diese Prüfungen werden in einigen Fällen mit Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen (Environmental and Social Impact Assessments; ESIA) kombiniert. Damit stellen wir sicher, dass die Sichtweisen betroffener Gemeinschaften und indigener Bevölkerungsgruppen in allen Projektphasen berücksichtigt werden. Wir beziehen die Gemeinschaften, einschließlich der indigenen Gemeinschaften, durch Aktivitäten zur Einbindung der Interessenträger:innen, öffentliche Konsultationen, Treffen, Projekte und Partnerschaften sowie Community-Beschwerdemechanismen (Community Grievance Mechanisms; CGMs) ein und pflegen eine offene und transparente Kommunikation. Dieses Commitment, ihr Feedback zu respektieren und in unsere strategische Planung und unser Geschäftsmodell einfließen zu lassen, hilft uns, unsere Tätigkeiten mit den Werten und Bedürfnissen dieser Gemeinschaften in Einklang zu bringen, eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen und unsere gesellschaftliche Akzeptanz zu verbessern. Wir sind uns bewusst, dass unsere Strategie und unser Geschäftsmodell Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften, einschließlich indigener Bevölkerungsgruppen, haben können. Durch die Wahrung ihrer Bürgerrechte sowie ihrer politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und die Schaffung von Geschäftschancen für die lokale Bevölkerung wollen wir positive Beziehungen pflegen. Unser Ansatz zielt auch darauf ab, potenzielle negative Auswirkungen zu mindern, wie zum Beispiel die Nichtbeachtung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Rechte von Gemeinschaften, die Nichtgewährleistung von Konsultationen, Entschädigungen und Wiedergutmachungen, Folgen von Prozesssicherheitsereignissen, Staub- und Lärmbelästigung oder eingeschränkte Beschäftigungsmöglichkeiten. Wir sind uns unserer positiven und negativen Auswirkungen voll und ganz bewusst und verpflichten uns, ihnen durch positive Beziehungen zur lokalen Bevölkerung, Investitionen in unsere Standortgemeinden und die Stärkung des Vertrauens der Gemeinschaften zu begegnen. Aus heutiger Sicht werden diese Maßnahmen unsere Gesamtstrategie und unser Geschäftsmodell jedoch nicht verändern. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt S3 Betroffene Gemeinschaften.