[MDR-T-80a] [S2-5.39a, 39c] Um die Wirksamkeit und den Fortschritt unserer Konzepte und Maßnahmen zur Eindämmung wesentlicher Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zu verfolgen, haben wir messbare, ergebnisorientierte und zeitgebundene Ziele festgelegt. Zunächst sind wir kontinuierlich bestrebt, unsere potenziellen negativen Auswirkungen auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette aufgrund einer unzureichenden Anwendung der Menschenrechte zu minimieren und unsere positiven Auswirkungen durch die Einhaltung strenger Menschenrechtsgrundsätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verstärken. Zur Unterstützung dieser Ziele arbeiten wir darauf hin, bis 2030 in 100% der Hochrisikoländer Menschenrechtsprüfungen durchzuführen. Im Zusammenhang mit diesen potenziellen negativen und potenziellen sowie tatsächlichen positiven Auswirkungen steht auch das Ziel in Bezug auf Lieferantenbewertungen. Ferner trägt dieses Ziel dazu bei, das Risiko einer Rufschädigung aufgrund von Menschenrechtsdefiziten zu mindern, da es eine kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance unserer Lieferant:innen erfordert. Schließlich haben wir ein Ziel für das Onboarding von Auftragnehmer:innen festgelegt, das kontinuierliches Lernen und die Kapazitätsentwicklung in der Wertschöpfungskette unterstützt und speziell mit HSSE verknüpft ist. Daher bezieht sich dieses Ziel sowohl auf unsere positiven als auch auf unsere negativen Auswirkungen und behandelt das Risiko eines Rückgangs der Fachkompetenz unserer Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Weitere Einzelheiten zu diesen Zielen sind im nachstehenden Abschnitt aufgeführt.

Durchführung von Menschenrechtsprüfungen

[S2-5.39a, 39c ] [S2-5.41 ] [MDR-T-80a-80j]

[MDR-T-80a] Der Code of Conduct und die Menschenrechts-Grundsatzerklärung von OMV unterstreichen unser uneingeschränktes Bekenntnis zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Unser Ziel, bis 2030 Menschenrechtsbewertungen einschließlich Aktionsplänen in allen Hochrisikoländern alle fünf Jahre durchzuführen, bekräftigt unser Commitment, die Auswirkungen auf die Menschenrechte der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette zu identifizieren und zu beseitigen. Mithilfe dieser Bewertungen können wir potenzielle negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten und Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Menschenrechten identifizieren, vermeiden und mildern. Dies gilt insbesondere für Hochrisikoländer und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Auf diese Weise können wir unsere Aktionspläne effektiver festlegen und umsetzen.

S2-5 – Absolutes Ziel: Durchführung von Menschenrechtsprüfungen

Absolutes Ziel

 

Aktivitäten der Wertschöpfungskette

Eigene Tätigkeiten (einschließlich ggf. kontrahierter Dienstleistungen)

Im Umfang enthalten

JVs, eigene Tätigkeiten, operative Partner:innen mit einem OMV Anteil von mehr als 10%

Nicht im Umfang enthalten

Minderheitsbeteiligungen von 10% oder weniger

Geografische Abdeckung

Konzernweit

Basisjahr

2022

Bezugswert in %

4/15 Ländern: 26,6%

[MDR-T-80f] Zur Identifizierung und Adressierung von Menschenrechtsauswirkungen und -risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette hält sich OMV an die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) und an die Anforderungen des UN Global Compact (UNGC) in Bezug auf die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht, die nun auch in den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) enthalten sind. In unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette sind die Verfahren für lokale Lieferant:innen in die Due-Diligence-Aktivitäten auf Länder- oder Anlagenebene integriert. Wir dokumentieren jährlich alle Aktivitäten zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, einschließlich Aktionsplänen für unsere Geschäftsaktivitäten. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde nach Konsultationen mit Vorstandsmitgliedern, SVPs und HSSE festgelegt und vom Vorstand genehmigt. Es wurden keine Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in die Zielsetzung involviert. [MDR-T-80i] An den Zielen wurden im Berichtsjahr keine Änderungen vorgenommen. Die Messmethoden werden regelmäßig dahingehend überprüft, ob sie den neuesten Standards und Praktiken entsprechen.

Stand 2025

[MDR-T-80j] In den letzten fünf Jahren wurden für 66,7% (6 von 9; 2024: 70%) unserer Geschäftstätigkeiten in Hochrisikoländern eine Menschenrechtsbewertung durchgeführt und Aktionspläne entwickelt. Dieses Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.

[S2-5.42a] Der Zielsetzungsprozess umfasst eine Bewertung unserer aktuellen Performance, die Identifizierung der wichtigsten Bereiche mit Verbesserungsbedarf sowie ausführliche Konsultationen mit den Geschäftsbereichen, Fachexpert:innen und dem Senior Management. Obwohl wir uns nicht direkt mit den Arbeitskräften in unserer Wertschöpfungskette oder ihren Vertreter:innen ausgetauscht haben, wurde das Ziel in dem Bewusstsein festgelegt, dass Menschenrechtsprüfungen unerlässlich sind, um tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen auf die Rechte der Betroffenen, einschließlich jener der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, sowie damit verbundene Geschäftsrisiken zu ermitteln und entsprechend zu behandeln. [S2-5.42b] Um realistische Ziele zu setzen, wurde ein Benchmarking mit Branchenstandards durchgeführt. Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sind nicht in die Überwachung unserer Performance hinsichtlich dieses gesetzten Ziels involviert. [S2-5.42c] Die Zahlen im Jahresvergleich geben Aufschluss über die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, die zur Erreichung ergriffen werden. Wird ein negativer Trend festgestellt, analysieren wir die Ursachen und ermitteln Maßnahmen zur Verbesserung der Performance. So können wir beispielsweise Workshops veranstalten, um das interne Bewusstsein für unsere Verantwortung im Bereich der Menschenrechte und die Bedeutung ausführlicher Bewertungen zu schärfen.

TfS-Bewertungen und Nachhaltigkeitsbewertungen von Lieferant:innen

[S2-5.39b ] [S2-5.41 ] [MDR-T-80a-80j]

[MDR-T-80a] Wie in unserer konzernweiten Beschaffungsrichtlinie festgelegt, verpflichtet sich OMV, das Management und die Performance im Bereich der Nachhaltigkeit bei unseren eigenen Tätigkeiten und in unserer Wertschöpfungskette kontinuierlich zu verbessern. Zu diesem Zweck ist es unser Ziel, ein aktives Mitglied von TfS zu sein und bis 2025 Nachhaltigkeitsbewertungen für alle Lieferant:innen durchzuführen, auf die mehr als 80% des Einkaufsvolumens entfallen. Wir möchten dieses Ziel bis 2030 jährlich aufrechterhalten. Mit diesem Commitment wollen wir die Nachhaltigkeit bei den täglichen Beschaffungsaktivitäten verbessern, einen besseren Überblick über die ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der gekauften Waren und Dienstleistungen bieten und ehrgeizigere Nachhaltigkeitsziele in der Lieferkette verankern.

2025

Aktive Tätigkeit im Rahmen der „Together for Sustainability“-(TfS-)Initiative und Durchführung von Nachhaltigkeitsbewertungen aller Lieferant:innen, auf die >80% des Einkaufsvolumens entfallen

2030

Sicherstellen, dass 100% der Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, über eine gültige TfS-Nachhaltigkeitsbewertung und/oder ein entsprechendes Audit verfügen

S2-5 – Absolutes Ziel: TfS-Bewertungen und Nachhaltigkeitsbewertungen von Lieferant:innen

Absolutes Ziel

 

Aktivitäten der Wertschöpfungskette

Vorgelagerte Wertschöpfungskette – Tier-1-Lieferant:innen

Im Umfang enthalten

Lieferant:innen, die gemäß konzernweiter Beschaffungsrichtlinie in den Aufgabenbereich der Einkaufsabteilung fallen

Nicht im Umfang enthalten

Alle Lieferant:innen, die gemäß konzernweiter Beschaffungsrichtlinie nicht in den Aufgabenbereich der Einkaufsabteilung fallen

Geografische Abdeckung

Konzernweit

Basisjahr

2022

Bezugswert in %

36

[MDR-T-80f] Dieses Ziel wurde im Rahmen des Commitments von OMV zu TfS und in Übereinstimmung mit anderen TfS-Mitgliedern festgelegt. Ziel ist es, sich auf EcoVadis-Bewertungen für Lieferant:innen mit dem höchsten Einkaufsvolumen und auf TfS-Audits für jene aus Ländern mit hohem Risiko in Bezug auf Menschenrechte oder Arbeitsrechte (z. B. Südostasien) zu konzentrieren. Zusätzlich zu den Lieferant:innen, die 80% des Einkaufsvolumens ausmachen, werden jedes Jahr Lieferant:innen mit einem EcoVadis-Score unter 45 Punkten aufgefordert, sich einer neuen EcoVadis-Bewertung zu unterziehen, um ihre Performance zu verbessern. [MDR-T-80h] Interne Interessenträger:innen, wie Vorstandsmitglieder und die Abteilung Group Sustainability, sowie externe Interessenträger:innen, einschließlich der TfS-Organisation, wurden durch Konsultationen in den Zielsetzungsprozess einbezogen. Das Ziel wurde vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] In Übereinstimmung mit unserer Überprüfung der Geschäftsstrategie und den aktuellen regulatorischen Entwicklungen in der EU, darunter das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive; CSDDD), wurde unser Ziel für 2030 nach der Genehmigung durch das Sustainability Coordination Forum von OMV im Oktober 2025 überarbeitet. Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen an den Methoden, die regelmäßig überprüft werden, um zu gewährleisten, dass sie den neuesten Standards und Praktiken für nachhaltige Beschaffung entsprechen.

Stand 2025

[MDR-T-80j] Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, wurden bewertet (2024: 65%). Dieses Ziel wird monatlich überwacht und jährlich überprüft.

[S2-5.42a] Der Zielsetzungsprozess umfasst eine gründliche Bewertung unserer aktuellen Performance, die Identifizierung der wichtigsten Bereiche mit Verbesserungsbedarf und Konsultationen mit internen Interessenträger:innen wie Vorstandsmitgliedern und der Abteilung Group Sustainability sowie mit externen Interessenträger:innen wie der TfS-Organisation. Wir haben uns nicht direkt mit Arbeitskräften in unserer Wertschöpfungskette oder ihren Vertreter:innen ausgetauscht. Als TfS-Mitglied fordern wir unsere Lieferant:innen auf, Nachhaltigkeitsbewertungen (über EcoVadis) und Audits durchzuführen, um ihre ESG-Performance zu bewerten. [S2-5.42b] Der Austausch von Ergebnissen innerhalb des TfS-Netzwerks verringert Doppelungen und kommt der gesamten Lieferkette zugute. Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette involvieren wir nicht in die Überwachung unserer Performance hinsichtlich der Ziele. [S2-5.42c] Die monatliche Überprüfung der Fortschritte bei der Verwirklichung dieses Ziels sowie die Zahl im Vergleich zum Vorjahr geben Aufschluss über die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, die zur Erreichung ergriffen werden. Wenn die Performance einen negativen Trend anzeigt, analysieren wir die Gründe und ermitteln mögliche Maßnahmen, um unsere Performance in Bezug auf dieses Ziel zu verbessern. So können beispielsweise zusätzliche Schulungen mit unseren Auftragnehmer:innen durchgeführt werden, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Durchführung der TfS-Nachhaltigkeitsbewertungen (über EcoVadis) zu schärfen.

Onboarding von Auftragnehmer:innen

[S2-5.41 ] [MDR-T-80a-80j]

[MDR-T-80a] Unterstützt durch die HSSE-Direktive und in Übereinstimmung mit den Bestimmungen unseres Code of Conduct definiert die HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns mehrere strategische Ziele. Das Ziel im Zusammenhang mit dem Onboarding von Auftragnehmer:innen unterstützt das Ziel der „Entwicklung von Managementfähigkeiten von Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen auf allen Ebenen, sowohl intern als auch extern“. Dazu gehören das ordnungsgemäße Onboarding wichtiger Auftragnehmer:innen und die Bereitstellung spezieller HSSE-Unterstützung während der Anfangsphase, wie auch im Standard für das Kontraktoren-HSSE-Management dargelegt. [MDR-T-80c] Dieses Ziel umfasst alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette an OMV Standorten, wie etwa jene Arbeitskräfte, die ausgelagerte Dienstleistungen erbringen (z. B. Sicherheit), sowie Lieferant:innen von Ausrüstung, die vertraglich vereinbarte regelmäßige Wartungsarbeiten an von OMV kontrollierten Standorten durchführen.

2025

Abschlussrate der Schulungen zu lebensrettenden Regeln in Sicherheitszentren für externe Arbeitskräfte (phasenweise Einführung)
Ziel: 85% der Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen In diesem Kapitel werden „andere Arbeitskräfte an OMV Standorten“ als gleichwertig mit „Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen“ erachtet, und die Begriffe werden synonym verwendet. gemäß Abteilungsplänen geschult.

S2-5 – Relatives Ziel: Onboarding von Auftragnehmer:innen

Relatives Ziel

 

Aktivitäten der Wertschöpfungskette

Eigene Tätigkeiten (einschließlich ggf. kontrahierter Dienstleistungen)

Im Umfang enthalten

100% für Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, für Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie für Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist

Nicht im Umfang enthalten

Joint Ventures, bei denen OMV weder die Kontrolle noch die Betriebsführerschaft innehat, bzw. die über kein Sicherheitszentrum verfügen

Geografische Abdeckung

Konzernweit

Basisjahr

2025

Bezugswert

n.a.

[MDR-T-80f] Die Methode zur Ermittlung der Abschlussrate von Auftragnehmer:innen (Completion Rate; CR) basiert auf der folgenden Berechnung: Anzahl der im Sicherheitszentrum für lebensrettende Regeln (Life-Saving Rules; LSR) geschulten Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen geteilt durch die Anzahl der Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen, die im LSR-Sicherheitszentrum geschult werden sollen, multipliziert mit 100. Das Ergebnis sollte bei 85% oder höher liegen. [MDR-T-80h] Die Kennzahl und das Ziel wurden im Leading KPI Framework während interner Workshops vorgeschlagen, an denen interne Interessenträger:innen aus HSSE und Group Sustainability sowie aus spezifischen Geschäftsfunktionen teilnahmen, die eng mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten (z. B. in der Raffinerie). Die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette oder ihre Vertreter:innen waren nicht direkt an diesem Prozess beteiligt. Das Leading KPI Framework wurde anschließend vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Im Berichtsjahr wurden keine Änderungen vorgenommen.

Stand 2025

[MDR-T-80j] Bis Ende 2025 wurde das Ziel einer Abschlussrate von 85% erreicht: CR = 135%, da mehr Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen geschult wurden als geplant.

[S2-5.42a] Das Verfahren zur Festlegung des Ziels für das Onboarding von Auftragnehmer:innen umfasste eine Auswertung der Ergebnisse von Auftragnehmerbewertungen und -audits, um Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu ermitteln. Es folgten Konsultationen mit internen Interessenträger:innen wie Vorstandsmitgliedern und der Abteilung Group Sustainability sowie ein Benchmarking mit bewährten Verfahren und Richtlinien von IOGP und Concawe. [S2-5.42b] Wir überwachen unsere Performance in Bezug auf dieses Ziel jährlich. [S2-5.42c] Die vierteljährliche Überprüfung der Fortschritte bei der Erreichung dieses Ziels sowie die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr geben Aufschluss über die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, die zur Erreichung ergriffen werden. Wird ein negativer Trend festgestellt, kommunizieren wir die gewonnenen Erkenntnisse gegenüber Auftragnehmer:innen, implementieren Verbesserungen an den Standorten und tauschen bewährte Sicherheitsverfahren aus.

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