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Energy

Strategische Prioritäten bis 2030

  • Portfoliomanagement als robuster Cash-Generator zur Unterstützung der Transformation des Konzerns
  • Entwicklung CO2-armer Geschäftslösungen mit rund 10  erneuerbaren Energien (z. B. Geothermie) und einer CCS-Menge von etwa  CO2 pro Jahr, um die absoluten und relativen THG-Emissionen erheblich zu reduzieren
  • Voraussichtliche Produktion von rund 350 /d bis 2030, ohne Berücksichtigung möglicher Veräußerungen
  • Im Zuge der Evaluierung des Portfolios leitete die OMV den Verkaufsprozess für ihre -Assets in der Region Asien-Pazifik ein (Malaysia und Neuseeland).

Vor dem Hintergrund der laufenden Energiewende und zur Unterstützung der Transformation des OMV Konzerns wird der Geschäftsbereich Energy als solider Cash-Generator geführt werden und sich auf die weitere Aufwertung seines wettbewerbsfähigen Asset-Portfolios konzentrieren, wobei der Schwerpunkt auf den drei Kernregionen liegt: Mittel- und Osteuropa, Nordsee sowie Mittlerer Osten und Afrika. Die Umstellung des Kohlenwasserstoffportfolios auf Gas wird fortgesetzt, wobei zur Steigerung der Effizienz weitere Positionen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, veräußert werden, während das Geschäft mit CO2-armen Produkten so weit ausgebaut wird, dass es bis zum Ende des Jahrzehnts einen wesentlichen Beitrag leistet. Die OMV ist dabei, ihre E&P-Assets in der Region Asien-Pazifik – eine 50%-Beteiligung an der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. und 100% der Anteile an der OMV New Zealand Limited – zu veräußern. Am 31. Jänner 2024 unterzeichnete die OMV eine Vereinbarung über die Veräußerung ihrer 50%-Beteiligung an der malaysischen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. an TotalEnergies. Das Closing der Transaktion wird gegen Ende ersten Halbjahres 2024 erwartet.

Die Steigerung der Wertschöpfung und des Cashflows sind die wichtigsten Ziele und Kriterien für das Management und die Entwicklung des Portfolios von Öl- und Gas-Assets, wobei der Fokus auf Gas liegt. Die mittelfristige Realisierung von Schlüsselprojekten des Portfolios, wie die Entwicklung von Neptun in Rumänien und die Verlängerung der Plateauförderung von Umm Lulu SARB Phase 2 in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wird bis 2025 und darüber hinaus eine starke Cash-Generierung unterstützen. Ohne Berücksichtigung möglicher Veräußerungen erwartet die OMV bis 2025 ein Produktionsniveau von rund 370  und bis 2030 von rund 350 kboe/d, wobei der Anteil von Erdgas bei etwa 60% liegen soll. Um die oben genannten Produktionsniveaus aufrechtzuerhalten, das CO2-arme Geschäft voranzutreiben und einen starken Cashflow zu erzielen, rechnet der Geschäftsbereich Energy für den Zeitraum 2022–2030 mit durchschnittlichen jährlichen Investitionen von insgesamt rund EUR 1,6 , wovon EUR 0,6 Mrd für CO2-arme Aktivitäten vorgesehen sind. Die Explorations- und Evaluierungsaktivitäten der OMV werden weiter gestrafft, und das durchschnittliche jährliche Gesamtbudget wird innerhalb der nächsten zehn Jahre voraussichtlich rund EUR 0,2 Mrd betragen. Gegen Ende des Jahrzehnts werden die Investitions- sowie die Explorations- und Evaluierungsausgaben im Öl- und Gassektor sinken, wodurch mehr Kapital für den Ausbau des CO2-armen Geschäfts und die generelle Transformation der OMV zur Verfügung stehen wird.

Mit einem starken Fokus auf eine weitere Optimierung der Betriebsabläufe (Operational Excellence) – unterstützt durch Digitalisierung und agile Arbeitsweisen – und mit der Optimierung des Portfolios will der Geschäftsbereich Energy die Wettbewerbsfähigkeit seines Portfolios ebenso stärken wie dessen Resilienz.

Zur Versorgung ihrer Gaskund:innen wird die OMV weiterhin ihre eigene Erdgasproduktion in Norwegen, Österreich und Rumänien durch Drittbezugsquellen ergänzen. Gegen Ende des Jahrzehnts wird der Beitrag von Eigengas zum Gasverkaufsportfolio in Nordwesteuropa aufgrund des natürlichen Förderrückgangs bei den bestehenden Feldern deutlich abnehmen. Bei Bedarf wird dieser Beitrag weitgehend durch hauptsächlich von den Märkten bezogene grüne Gase wie Biogas und Wasserstoff ersetzt werden, um die CO2-Intensität des Produktportfolios zu verringern. Neue Eigengasmengen aus dem rumänischen Neptun-Projekt werden die Volumen in Südosteuropa hoch halten. Die OMV wird auch versuchen, einen zunehmenden Anteil ihrer Erdgasverkäufe auf Kund:innen aus Nichtenergiesektoren zu verlagern, um ihre Scope-3-Portfolio-Emissionen weiter zu reduzieren.

Der Konzern wird eine Reihe von Möglichkeiten und Portfolio-Optionen prüfen, die die Cashflow-Generierung durch das derzeitige Geschäft von Energy verbessern und einen potenziell beschleunigten Übergang zu nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien unterstützen. Zu diesen Möglichkeiten könnten die Ausschöpfung des gesamten Wertpotenzials der Assets zählen, wie zum Beispiel das Geschäftspotenzial mit CO2-armen Produkten, die Aufrechterhaltung einer hervorragenden Lagerstättenförderung und die Optimierung der Kosten sowie die Bewertung und Entwicklung von Joint-Venture-Möglichkeiten für ausgewählte Assets, ohne dabei anorganische Optionen auszuschließen.

Zur Verbesserung der CO2-Bilanz seiner Geschäftstätigkeiten wird der Geschäftsbereich Energy das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas einstellen, diffuse Methanemissionen reduzieren und Maßnahmen zur Portfolio-Optimierung einführen. Außerdem werden Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien zur Eigenversorgung der OMV verfolgt. Zur Gesamtreduzierung der absoluten und relativen THG-Emissionen seines Produktportfolios wird der Geschäftsbereich Energy seine bestehenden Assets und Kernkompetenzen nutzen, um finanzstarke, CO2-arme Projekte zu realisieren. Die vorhandenen Möglichkeiten werden genutzt, um bis zum Jahr 2030 eine geothermische Energiekapazität von bis zu 9 TWh pro Jahr aufzubauen. Zusätzlich zur Geothermie soll in OMV Kernregionen mit günstigen Sonnen- und Windverhältnissen rund 1 TWh aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, um vor allem den Eigenbedarf zu decken und damit die Scope-2-Emissionen aus den Geschäftstätigkeiten der OMV zu reduzieren. Der Geschäftsbereich Energy wird seine bestehenden Lagerstätten und unter- bzw. oberirdischen Kapazitäten weiter ausschöpfen, um Chancen zu realisieren, die bis 2030 in einer CCS-Kapazität von rund 5 Mio t CO2 netto jährlich für die OMV resultieren. Zusätzliche Möglichkeiten, bei denen der Geschäftsbereich Energy seine Stärken und Fähigkeiten einsetzen kann, wie zum Beispiel Wasserstoff und Energiespeicherung, werden ebenfalls untersucht und möglicherweise unter Berücksichtigung der strategischen Prioritäten der OMV weiterverfolgt.

TWh
Terawattstunde
Mio
Million, Millionen
t
Tonne
kboe
Tausend Barrel Öläquivalent
E&P
Exploration & Produktion, Teil des Geschäftsbereichs Energy
kboe/d
Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag
Mrd
Milliarde, Milliarden